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Spätnachrichten vom Donnerstag, 22. Oktober 2009
- Stadt will Quelle-Versandzentrum unterstützen
- Wirschaftsminister Sven Morlok legt Stadtratmandat nieder
- Infocenter am Südfriedhof eröffnet
- "Bündnis 17.Oktober" lehnt Demonstrationsverbot ab
- Grassimesse beginnt heute Abend
Nach der Insolvenz des Quellekonzerns hat auch die Stadt schon Schritte unternommen, um die Mitarbeiter im Leipziger Versandzentrum zu unterstützen.
Brigitte Brück vom Wirtschaftsdezernat der Stadt sagte, bisher seien sie bereits auf den Insolvenzverwalter zugegangen. Die Stadt sei auch auf Quelle zugegangen und stehe mit der Agentur für Arbeit in Kontakt. Zudem gebe es einen Termin, bei dem sie sich über die konkrete Interessenlage der Arbeitnehmer unterhalten werden. Auch mit der IHK werde es ein Treffen geben, um zu sehen wie es mit den Auszubildenden weiter gehe. Brück sagte weiter, mehr könne die Stadt bisher nicht tun. Denn es sei immer noch nicht klar was mit dem Leipziger Standort passieren werde. Am Dienstagabend wurde bekannt, dass Quelle nicht mehr zu retten ist. In ganz Deutschland verlieren deswegen rund 4.000 Beschäftigte ihre Arbeit. Im Versandzentrum in Leipzig arbeiten insgesamt noch 650 Mitarbeiter.
Der sächsische Wirtschaftsminister Sven Morlok verzichtet auf seinen Sitz im neuen Stadtrat.
Wie seine Partei, die FDP, mitteilte, will er sich auf sein Amt als Minister konzentrieren. Dennoch möchte er weiter in seiner Fraktion in Leipzig präsent bleiben. Durch Morloks Verzicht rückt für ihn Arnd Besser in den Stadtrat nach.
Am Südfriedhof ist ein Infocenter eröffnet worden.
Nach Angaben der Stadt, können sich dort Leipziger über das Thema „Tod und Sterben“ informieren. Die Beratung soll neutral und unreligiös erfolgen. So hoffen die Mitarbeiter die Besucher für das Thema zu sensibilisieren. Der Südfriedhof ist die größte Friedhofsanlage Leipzigs und gilt auch als eine der größten Parkfriedhöfe Deutschlands. Das neue Infocenter befindet sich am Nordeingang.
Das „Bündnis 17.Oktober“ lehnt ein Demonstrationsverbot für Rechtsextreme in der Stadt ab.
Am Wochenende hatten rund 1.300 Rechtsextreme im Vorfeld einer Demonstration Polizisten angegriffen. Die Stadtratsfraktionen hatten sich darauf für ein Verbot von Aufmärschen Rechtsextremer ausgesprochen. Nach Ansicht des Bündnisses, bietet das Versammlungsgesetz genug Möglichkeiten, um im Einzelfall Aufmärsche zu verbieten. Ein generelles Verbot von Demonstrationen Rechtsextremer sei ein Einschnitt in die Grundrechte. Ebenso sei es verfassungsrechtlich fragwürdig. Das „Bündnis 17. Oktober“ hatte am Wochenende eine Gegendemonstration organisiert.
Im Grassimuseum beginnt am Abend die Grassimesse für Produktdesign und Kunsthandwerk.
Wie das Museum mitteilte, liegt der Schwerpunkt in diesem Jahr auf den Werken europäischer Design-Studenten. Rund 80 Künstler aus dem In- und Ausland haben ihr Kommen angekündigt. Sie werden bis Sonntag ihre Arbeiten im Grassimuseum ausstellen und verkaufen. Die Messe wurde vor knapp 90 Jahren das erste Mal veranstaltet. Im vergangenen Jahr startete die Neuauflage der Messe mit rund 11.000 Besuchern.
Frühnachrichten
- Quelle informiert Leipziger Beschäftigte über ihre Zukunft
- „Kinowelt“ will Filmgeschäft ausbauen
- Am Nachmittag beginnt erste Internationale Demokratiekonferenz
- Handballdamen des HC Leipzig haben gegen TSV Bayer 04 Leverkusen gewonnen
- Lok Leipzig spielt unentschieden gegen Erzgebirge Aue
Zur Stunde werden die Beschäftigen des Leipziger Quelle-Versandzentrums über ihre Zukunft informiert.
Wie das Unternehmen mitteilte, spricht dazu der Geschäftsführer, Winfried Lunz, vor den Mitarbeitern. Am vergangenen Freitag war bekannt geworden, dass 150 Mitarbeitern gekündigt wird. Die Arbeitsagentur hat für sie Sachbearbeiter bereitgestellt, die sich um die Mitarbeiter kümmern. Was mit den restlichen 650 Beschäftigten am Standort geschieht, steht noch nicht fest. Auf jeden Fall wird das Geschäft Quelle geschlossen. Das Leipziger Versandzentrum arbeitet in den kommenden Wochen die letzten Aufträge ab. Der Betriebsrat, Steffen Schmidt, hat jedoch keine Hoffnung, dass das Versandzentrum auch danach weiter besteht. Dafür müsste ein neuer Investor gefunden werden. Das sei bis jetzt noch nicht geschehen. Im Juni hatte der Quelle-Mutterkonzern, Arcandor, Insolvenz angemeldet.
Das Leipziger Unternehmen „Kinowelt“ will sein Filmgeschäft ausbauen.
Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge, will das Unternehmen der führende unabhängige Filmverleiher Deutschlands werden. Dazu plane „Kinowelt“, seinen Marktanteil von zwei auf vier Prozent zu steigern. Um das zu erreichen, sollen jährlich mehr als 20 Filme erworben werden. Der Marktführer „Constantin“ halte derzeit acht Prozent der Marktanteile. Die „Kinowelt“ wurde vor eineinhalb Jahren an den französischen Sender „Canal Plus“ verkauft. Am Leipziger Standort arbeiten knapp 130 Mitarbeiter.
Am Nachmittag beginnt die erste Internationale Demokratiekonferenz.
Wie die Stadt mitteilte, steht die Veranstaltung unter dem Motto „Demokratie im 21. Jahrhundert“. Anlässlich des 20. Jahrestags der Friedlichen Revolution treffen sich dazu europäische Politiker, Wissenschaftler und Künstler. Sie wollen über die demokratische Entwicklung der vergangenen 20 Jahre. Die internationale Demokratiekonferenz dauert noch bis zum Samstag.
Die Handballdamen des HC Leipzig haben gegen TSV Bayer 04 Leverkusen gewonnen.
Der HCL gewann mit 22:20 gegen den Tabellen-Zweiten. Acht der Tore schoss die neue Spielerin Ania Rösler. Damit bleibt der HCL ungeschlagen auf dem ersten Tabellenplatz der Handball-Bundesliga. Am Sonntag trifft der HCL im ersten Champions-League-Spiel auf den kroatischen Verein RK Podravka Vegeta.
Der Fußballoberligist FC Lokomotive Leipzig hat gegen den FC Erzgebirge Aue II ein Unentschieden gespielt.
Die Leipziger führten bis zur vorletzten Minute durch einen Treffer von Manuel Starke. In der 89. Minute gelang Erzgebirge Aue der Ausgleich. Das Spiel endete mit einem 1:1. Damit bleibt Lok Leipzig auf dem zehnten Platz der Tabelle.



