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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Dienstag, 20. Oktober 2009

Das Versandhaus Quelle kann ab November keinen Lohn mehr zahlen.

Nach Angaben von Quelle-Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg sollen die Gehälter dann mit Insolvenzgeld gezahlt werden. Quelle steht vor der Schließung, weil kein Investor gefunden wurde. Der Ver.di- Branchenleiter für Einzelhandel Jörg Lauenroth-Mago sagte er wäre überrascht von dem Aus. Der Quelle-Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg habe immer wieder davon gesprochen, dass es mehrere Investoren gebe - auch für das Lager von Quelle in Leipzig. Er hatte da selbst immer das Gefühl, dass es hier eine Perspektive gäbe. Und jetzt steht das Lager vor dem Aus. Das ist ein Desaster für die Beschäftigten. Lauenroth-Mago sagte weiter nach den gescheiterten Rettungsversuchen für Quelle sei die Zukunft im Versandzentrum Leipzig ungewiss. Im Versandzentrum sind rund 800 Menschen beschäftigt.

Der sächsische Wirtschaftsminister Sven Morlok will sich für das Quelleversandzentrum in Leipzig einsetzen.

Morlok sagte, sollte sich ein Privatinvestor finden, würde der Freistaat ihn unterstützen. Wenn private Investoren sich hier engagieren wollen und Mitarbeiter übernehmen, dann gibt es Möglichkeiten, dass der Freistaat helfe. Die Vorraussetzung ist, dass der Investor mutig ist und etwas erreichen will. Morlok sagte, er habe sein Ministerium damit beauftragt die Situation zu klären. Fördermittel wollte er aber konkret nicht in Aussicht stellen.

Der Flughafen Leipzig/Halle soll Trainingsort für den Airbus A 380 werden.

Nach Angaben des Flughafens soll die Maschine der Lufthansa zu Trainingszwecken für einen Tag abheben und landen. Die so genannten „Touch-and-go“ Flüge werden frühestens im April des kommenden Jahres stattfinden. Die Lufthansa hat schon häufiger den Flughafen Leipzig/Halle für derartige Übungen genutzt, da er über den nötigen Platz verfügt. Der Airbus A 380 ist mit 540 Plätzen das größte Passagierflugzeug der Welt. Ab dem kommenden Sommer will die Lufthansa den A 380 in ihren regulären Flugbetrieb aufnehmen.

Der Flughafen Leipzig/Halle hat seinen Winterflugplan vorgestellt.

Es gebe sechs neue Ziele, teilte der Flughafen mit – darunter Kairo, Lissabon und Porto. Insgesamt würden 51 Flugziele angeboten. Am Flughafen Leipzig/Halle gehen seit Jahresbeginn die Passagierzahlen zurück – dennoch rechnet das Unternehmen nach eigenen Angaben damit, dass das erweiterte Angebot gut angenommen wird. Der Winterflugplan gilt ab Sonntag bis Ende März.

Die Glaswand im neuen Paulinum soll erst im nächsten Jahr eingebaut werden.

Wie das sächsische Finanzministerium mitteilte, kann die Acrylglasscheibe erst nach den abgeschlossenen Innenarbeiten montiert werden. Nur so könne sie vor Verschmutzungen und Beschädigungen geschützt werden. Die Absprachen seien im Einvernehmen mit der Universität getroffen worden. Die offizielle Einweihung des Paulinums ist Anfang Dezember - somit ohne die Glaswand.

 

Frühnachrichten

Die Insolvenzverwaltung des Handelskonzerns Arcandor hat offenbar keinen Investor für das Tochterunternehmen Quelle gefunden.

Medienberichten zufolge sind die Verhandlungen mit bis zu fünf Kauf-Interessenten gescheitert. Dadurch steht das Traditionsunternehmen Quelle vor dem Aus. Mit einer Schließung würden insgesamt weitere 1.500 Arbeitsplätze wegfallen. Bereits Ende der vergangenen Woche hatte die Insolvenzverwaltung angekündigt, im Quelle-Versandzentrum in Leipzig rund 150 Mitarbeiter zu entlassen. Mit dem anscheinend besiegelten Ende des Unternehmens sind nun auch alle übrigen Mitarbeiter betroffen. Die Insolvenzverwaltung will sich den Berichten zufolge am Nachmittag äußern, wie es mit den Quelle-Beschäftigten weitergeht. Im Leipziger Versandzentrum arbeiten insgesamt rund 800 Angestellte.

Mehrere Stadtratsfraktionen sprechen sich für ein Verbot von Demonstrationen Rechtsextremer in der Stadt aus.

Am Wochenende hatten rund 1.300 Rechtsextreme im Vorfeld einer Demonstration Polizisten angegriffen. CDU, Grüne und die Linke sehen damit die Bedingungen für einen neuen Verbotsversuch gegeben. Sowohl der Fraktionschef der CDU, Alexander Achminow, als auch Grünen-Fraktionschef Wolfram Leuze sehen die Möglichkeit ein Verbot durchzusetzen. Mit den Angriffen von Rechtsextremen auf Polizisten sei eine neue Qualität erreicht worden. Die Linke will alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen, um künftige Aufmärsche von Rechtsextremen zu unterbinden. Laut dem Leipziger SPD-Vorsitzenden, Gernot Borriss, muss die künftige Genehmigungspraxis überdacht werden, sollte es weiterhin zu derartigen Ausschreitungen kommen. Die FDP war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die sächsische SPD hat auf einem Forum in Leipzig ihre schwachen Wahlergebnisse im laufenden Jahr diskutiert.

Der Vorsitzende der Leipziger SPD, Gernot Borriss, sagte, die Stimmung unter den Mitgliedern sei ernsthaft und keineswegs niedergeschlagen. Um das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen, seien verschiedene Ansätze notwendig. Es gehe zum einen um stärkere Diskussion innerhalb der Partei. Zum anderen müsse sich die Partei mit zahlreichen Experten außerhalb der Partei wieder stärker in der Gesellschaft verankern. Borriss sagte weiter, die Diskussion über die künftige Ausrichtung der SPD werde auf dem Parteitag am Samstag und auch danach an der Basis fortgesetzt. Zu den wichtigsten Themenfeldern der Partei zähle er die Wirtschafts-, Bildungs- und Sozialpolitik. Auf dem Parteitag rechne er zudem mit einer breiten Zustimmung für Martin Dulig als neuen Landesvorsitzenden. Dulig ist derzeit Fraktionschef im sächsischen Landtag. Er soll Nachfolger des zurückgetretenen Thomas Jurk werden.

Das private Bahnunternehmen InterConnex erhöht seine Ticket-Preise.

Nach Angaben des Unternehmens, ist davon unter anderem die Strecke Leipzig-Berlin betroffen. Im Vorverkauf müssen Zugfahrer künftig 19 statt bisher 17 Euro bezahlen. Grund für die Erhöhung seien gestiegene Kosten für die Nutzung der Bahnhöfe und der Gleisanlagen der Deutschen Bahn. Der Preis für die Strecke von Leipzig nach Rostock bleibt hingegen unverändert bei 21 Euro. Die neuen Tarife sollen ab dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember gelten.

Der regionale Gasversorger Mitgas soll auch während der Kooperation mit dem Stromkonzern EnviaM eigenständig bleiben.

Das teilte der Vorstandsvorsitzende von EnviaM, Carl-Ernst Giesting, mit. Die Kooperation sei weder eine Fusion noch eine Übernahme. Daher sollen auch keine Standorte geschlossen oder Arbeitsplätze abgebaut werden. Die beiden Energieunternehmen hatten sich auf eine engere Zusammenarbeit verständigt. Sie wollen Geschäftsprozesse zusammenlegen, um nach eigenen Angaben auf dem Gas- und Strommarkt wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein entsprechender Vertrag soll im kommenden Monat unterzeichnet werden. EnviaM besitzt nach einem Aktientausch mit Kommunen aus Sachsen-Anhalt eine Mehrheit von rund 75 Prozent an Mitgas.

Am Vormittag starten zwei Kitas im Leipziger Westen ihr Programm als Familienzentrum.

Wie die Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe „OUTLAW“ mitteilte, werden in den Kitas „Am Kirschberg“ und „Karl-Heine-Straße“ künftig unter anderem Beratungen und Schulungen für Eltern angeboten. Dazu stünden jeden Dienstag eine Familientherapeutin, sowie ein Sozialpädagoge für Gespräche zur Verfügung. Das Programm ist ein Modellprojekt des Leipziger Jugendamtes, dass Kitas zu Familienzentren weiterentwickeln will. Bisher nehmen an dem Projekt zehn Kitas in der Stadt teil.