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Spätnachrichten vom Montag, 12. Oktober 2009
- Markkleeberg kritisiert Deutsche Bahn wegen Totalsperrung
- Entlassungen bei Heidelberger Druck
- VNG rechnet mit zunehmenden Gasverkäufen
- ICE-Werkhalle nimmt Probebetrieb auf
- KWL binden Kirschbergsiedlung Grünau an
- Schwimmhalle Südost bis Freitag geschlossen
- Röthaer Trinkwasser wieder sauber
Die Stadt Markkleeberg kritisiert die Deutsche Bahn wegen der geplanten Totalsperrung der Bahnstrecke Stötteritz-Gaschwitz.
Der Sprecher der Stadt Markkleeberg, Daniel Kreusch, sagte, der Stadt wurden Informationen zu den anstehenden Bauarbeiten verschwiegen. Sie wünsche sich nun ein Gespräch auf Augenhöhe. Die Belange der Stadt seien rücksichtslos verletzt worden. Information habe die Deutsche Bahn nur an den Zweckverband für den Nahverkehrsraum geschickt. Erst später habe die Stadt Markkleeberg die Informationen erhalten. Die Totalsperrung sei nicht im Planfeststellungsverfahren vorgesehen gewesen. Das würde die Deutsche Bahn nach Jahren der Planung aber als alternativlos ansehen. Würden sich die Parteien nicht einigen, wäre eine Klage der letzte Schritt. Die Stadt Markkleeberg war durch Anwohnerinformationen auf die einmonatige Vollsperrung aufmerksam geworden. Sie ist durch die Bauarbeiten am City-Tunnel nötig. In der Zeit werden die Züge über die so genannte Waldbahn umgeleitet.
Beim Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck werden mehr als 30 Mitarbeiter entlassen.
Laut Betriebsratchef Lutz Stefan werden insgesamt neun betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen. Außerdem habe das Unternehmen rund 25 befristete Verträge nicht verlängern können, darunter auch Ausbildungsverträge. Zu weiteren Entlassungen werde es bis Ende des Jahres aber nicht kommen. Mit der momentanen Mitarbeiterzahl solle das Unternehmen wieder aufgebaut werden. Das sei auch Ziel der Standortleitung. Jetzt müsse die Möglichkeit Kurzarbeit genutzt und auf Aufträge gehofft werden. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Baden-Württemberg und beschäftigt in Leipzig über 300 Mitarbeiter. Nach eigenen Angaben ist Heidelberger Druck weltweiter Marktführer für Druckmaschinen.
Der Leipziger Gasimporteur VNG rechnet damit, im laufenden Jahr mehr Gas zu verkaufen.
Das sagte der Vorstandschef, Klaus-Ewald Holst, in einem Interview mit der „Mitteldeutschen Zeitung“. Das Unternehmen wolle im Vergleich zum Vorjahr sieben bis acht Prozent mehr Gas absetzen. Die VNG hat im vergangenen Jahr mehr als 170 Milliarden Kilowattstunden Gas verkauft. Neun Prozent davon gingen ins Ausland, ein Großteil nach Polen und Italien. Deutschlandweit ist die VNG der drittgrößte Gasversorger.
In der Stadt hat auf dem Gelände des Berliner Bahnhofs der Probebetrieb in der neuen ICE-Werkhalle begonnen.
Nach Angaben der Bahn werden in dem Werk probeweise ICEs gewartet. Der reguläre Betrieb werde dann im Dezember aufgenommen. Die Kosten für das Werk lagen bei 27 Millionen Euro. Leipzig habe sich dafür als Standort angeboten, weil in der Stadt zwei ICE-Linien halten und damit einen Knotenpunkt bilden. In ganz Deutschland gibt es knapp 10 Standorte für die Wartung von ICEs.
Die kommunalen Wasserwerke binden die Kirschbergsiedlung Grünau an die öffentliche Kanalisation an.
Dem Unternehmen zufolge werden zunächst die Lützner-, Kiewer- und Ratzelstraße an die Kanalisation angeschlossen. Von kommendem Jahr an wird das Gebiet südlich der Lobensteiner Straße angebunden. Dann wollen die Wasserwerke etwa vier Kilometer Abwasserleitungen verlegen. Bislang wurden die Abwasser in Sammelbehältern gespeichert. Der Anschluss der Kirschbergsiedlung und der Siedlung Grünau kostet insgesamt rund sechs Millionen Euro. In fünf Jahren sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Die Schwimmhalle Südost bleibt bis Freitag geschlossen.
Nach Angaben der Sportbäder Leipzig müssen in dem Bad dringende Wartungs- und Reparaturarbeiten gemacht werden. In dieser Zeit seien aber die Schwimmhallen Nord und Süd, die Grünauer Welle und das Sportbad an der Elster geöffnet. Die Bäder verlängern für die Herbstferien auch ihre Öffnungszeiten.
Das Trinkwasser in der Kleinstadt Rötha südlich von Leipzig ist wieder sauber.
Einem Bericht des Mitteldeutschen Rundfunks zufolge hat das Gesundheitsamt des Landkreises Leipzigs eine weitere Gefährdung ausgeschlossen. Es sei also nicht mehr nötig, das Wasser abzukochen. In der vergangenen Woche war das Wasser wegen eines technischen Defekts verunreinigt worden.
Frühnachrichten
- Anklageschrift gegen Kommunalmanager verfasst
- Urteil gegen Mörder von Michelle rechtskräftig
- Friedensfenster in Thomaskirche eingeweiht
- Leichter Besucherzugang bei der Messe "Jagd und Angeln"
- Straßenbahnhaltestelle "Neues Rathaus" wird umgebaut
- HCL weiter ungeschlagen
Gegen zwei Leipziger Kommunalmanager wurde eine Anklageschrift verfasst.
Wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden mitteilte, wurden die Unterlagen gegen Wilhelm Georg Hanss und Klaus Heininger unterschrieben. Jetzt entscheide das Gericht, ob es die Anklage zulasse. Den beiden Managern der Leipziger Verkehrsbetriebe und der Kommunalen Wasserwerke wird Bestechlichkeit und Untreue vorgeworfen. Sie sollen für den Abschluss so genannter Cross-Border-Leasing-Geschäfte bestochen worden sein. Dafür hatten sie 2002 und 2003 unter anderem Gleisanlagen und das Trinkwassernetz an amerikanische Konzerne verpachtet und dann langfristig zurückgemietet. Die Ermittlungen gegen Hanss und Heininger hatten bereits vor drei Jahren begonnen.
Das Urteil im Prozess gegen den Mörder der acht Jahre alten Michelle ist rechtskräftig.
Nach Angaben des Leipziger Landgerichts wurden keine Rechtsmittel eingelegt. Der Mörder hatte sich bereits kurz nach dem Urteil dazu entschieden keine Revision einzulegen. Auch die Staatsanwaltschaft hat sich jetzt dazu entschlossen. Damit ist die Anfang Oktober gefallene Entscheidung rechtsgültig. Der Mörder von Michelle wurde zu einer Haftstrafe von neun Jahren und sechs Monaten verurteilt. Wo die Strafe vollzogen wird steht noch nicht fest. Der Verurteilte hatte die Achtjährige im August vergangenen Jahres missbraucht und getötet.
In der Thomaskirche ist das so genannte Friedensfenster eingeweiht worden.
Wie Pfarrer Christian Wolff mitteilte, soll es zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Frieden anregen. Das bunte Glasfenster erinnere an die friedliche Revolution vor 20 Jahren. Entworfen wurde es vom Leipziger Künstler David Schnell. Die Kosten des Fensters betragen etwa 80.000 Euro. Sie wurden von der Leipziger Partnerstadt Houston gespendet.
Die Messe "Jagd und Angeln" ist mit einem leichten Besucherzuwachs zu Ende gegangen.
Nach Angaben der Veranstalter besuchten am Wochenende über 32 000 Menschen die Messe. Das sei etwas mehr als im vergangenen Jahr. Auf der Messe werden Ausrüstungen, Bekleidungen und Werkzeuge vorgestellt. Die Ausstellung fand bereits zum 19. Mal statt und ist nach eigenen Angaben die größte ihrer Art in Ost-Deutschland.
Die Straßenbahnhaltestelle "Neues Rathaus" wird umgebaut.
Der Stadt zufolge, werden deshalb die Straßenbahnlinie 9 und die Buslinie 89 umgeleitet. Auch Autofahrer müssen mit Verkehrsbehinderungen rechnen. Bei dem Umbau sollen unter anderem die Gleise der Haltestelle erneuert werden. Außerdem wird sie behindertengerecht ausgebaut. Die Arbeiten sollen noch bis Ende November andauern. Die Kosten für den Umbau belaufen sich insgesamt auf rund zwei Millionen Euro. Die teilen sich die Stadt und die Leipziger Verkehrsbetriebe.
Die Handballdamen des HC Leipzig haben gegen den Aufsteiger VfL Sindelfingen gewonnen.
Die Leipzigerinnen siegten in der Arena mit 44 zu 34. Beste HCL-Werferin war Susann Müller mit elf Toren. Das Spiel verfolgten knapp 2.400 Zuschauer. Mit dem sechsten Sieg im sechsten Saisonspiel verteidigte der HCL seine Tabellenführung. Das nächste Saisonspiel findet Ende Oktober gegen den Tabellen-Zweiten TSV Bayer 04 Leverkusen statt.



