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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Freitag, 9. Januar 2009

Ein Zeuge will bestätigen können, dass Müll illegal von Sachsen nach Sachsen-Anhalt geliefert wurde.

Laut dem Online–Magazin „Europaticker“ hat der Mann Containerverladungen auf dem Gelände einer Entsorgungsfirma in Sachsen-Anhalt beobachtet. Er habe außerdem die Begleitscheine der Container gelesen. Bei den Lieferungen soll es sich um italienischen Müll handeln. Der sollte eigentlich in Cröbern bei Leipzig entsorgt werden. Die Firma behauptet, es habe sich nicht um Müll, sondern lediglich um Erde gehandelt. Das Umweltministerium Sachsen-Anhalt prüft den Fall. Denn die Verschiffung von ausländischem Müll über Landesgrenzen hinweg ist ohne Genehmigung illegal.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Leipzig-Land wehrt sich gegen den Vorwurf des Missmanagements.

Die Arbeitnehmervertretung ver.di hatte behauptet, das Deutsche Rote Kreuz habe die Zweigstelle in Borna bewusst der Insolvenz überlassen. Die Demonstrationen der Mitarbeiter für einen einheitlichen Tarifvertrag, sei dem DRK ein Dorn im Auge gewesen. Der Sprecher des DRK, Peter Frebel-Simon weist diesen Vorwurf zurück Das sei an den Haaren herbeigezogen und hahnebüchen. Im Rahmen eines Geschäftsführerwechsels sei der Fehlbetrag von 90.000 Euro beim DRK erst im Verlaufe des Dezembers festgestellt worden und jeder Geschäftsführer habe dann die gesetzliche Pflicht, relativ schnell das Insolvenzverfahren zu beantragen. Alle anderen Erklärungen seien aus der Luft gegriffen. Kurz vor Weihnachten hatte das DRK Insolvenz angemeldet und alle 38 Mitarbeiter in Borna entlassen.

Die Polizei befragt Zeugen zur versuchten Kindesentführung in Stötteritz.

Ein Sprecher sagte, es handle sich um Augenzeugen des Geschehens. Außerdem ginge man weiteren Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Konkrete Angaben wollte er noch nicht machen. Ein Unbekannter hatte am Wochenende versucht eine 13-Jährige in sein Auto zu ziehen. Das Mädchen konnte aber fliehen. Der Entführungsversuch ereignete sich in der Nähe des Fundortes der im vergangenen Jahr ermordeten Michelle. Deswegen hat auch die Sonderkommission „Michelle“ die Ermittlungen aufgenommen.

Leipziger Bürger sollen zukünftig die monatlichen Sitzungen des Stadtrates live im Internet mitanhören können.

Wie ein Sprecher mitteilte, verhandelt die Stadt zurzeit mit Internet-Dienstleistern über den Preis für ein solches Angebot. Die Übertragung einer Sitzung koste ungefähr 500 Euro. Das wären 6000 Euro im Jahr, die in den Haushalt der Stadt eingeplant werden müssten. Das Ziel der Stadt ist es, damit die Politik im Rathaus transparenter zu machen.

Am Centraltheater sollen ehemalige Bergleute ihre Geschichte auf die Bühne bringen.

Ab Ende Februar will das Theater zwei Monate lang das Stück „Braune Kohle“ aufführen. Neben professionellen Schauspielern sollen darin auch ehemalige Bergleute als Laienschauspieler auftreten. Der Regisseur des Stückes, Dirk Cislak, erläuterte die Herausforderungen des Projektes bestünde in seiner Spannung: der einzelne Mensch oder die kleine Gruppe von Menschen, die da zusammen gearbeitet habe und gleichzeitig die unglaubliche Dimension dieser Industrie, dass eine ganze Landschaft umgegraben worden sei. Das seien immense Spannungen, die er versuchenwürde auf der Bühne zu thematisieren.

 

Frühnachrichten

Die offenbar illegalen Mülllieferungen von der Deponie Cröbern nach Sachsen-Anhalt werden überprüft.

Nach Angaben des Umweltministeriums Sachsen-Anhalt sind über 100.000 Tonnen Müll an eine Recycling-Firma ins 30 Kilometer entfernte Deuben geliefert worden. Da dabei eine Landesgrenze überschritten wurde, wäre eine Genehmigung beider Länder nötig gewesen. Der Sprecher des Ministeriums Thomas Kunstmann sagte, sie seien über den Transport nicht informiert gewesen. Deswegen würden sie das Unternehmen in Deuben überprüfen. Sie wollen wissen was für Müll woher geliefert wurde. Das werde auch vor Ort geprüft. Es liege aber noch kein Ergebnis vor. Bis Ende des Monats würden die Ergebnisse vorliegen. Nach Cröbern, südlich von Leipzig, ist im vergangenen Jahr Müll aus Italien geliefert worden. Dabei soll es nach Medienberichten zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein.

Der Paulinerverein hat erneut die Universität wegen ihres Umgangs mit der neuen Aula kritisiert.

Der Verein wirft der Universität vor, sie werde ihrer historischen Aufgabe nicht gerecht. Sie weigere sich weiter die gesprengte Pauklinerkirche wieder aufzubauen. Außerdem missachte die Universität den Namenskompromiss. Bei den Vermittlungsgesprächen vor einem Monat hätten sich beide Seiten auf den Namenszusatz „Universitätskirche Sankt Pauli“ geeinigt. Die Universität spreche aber weiter nur vom Paulinum. Nach den Vermittlungsgesprächen mit der Generalbundesanwältin, Monika Harms, hatten beiden Seiten erklärt, der Streit um die neue Aula sei ohne Einigung beendet.

In Stötteritz hat ein Unbekannter versucht eine 13-Jährige zu entführen.

Der Polizei zufolge hat der Mann das Mädchen bedrängt und versucht in sein Auto zu ziehen. Sie hätte sich aber wehren können und sei davon gelaufen. Nach Angaben der Polizei hat sich die versuchte Entführung in der Nähe des Fundortes der im vergangenen Jahr ermordeten Michelle abgespielt. Deswegen habe die Sonderkommission „Michelle“ die Ermittlungen aufgenommen.

Das Gelände des ehemaligen Chemieunternehmens Schwefel-Brünofix wird saniert.

Nach Angaben der Stadt soll der Boden des Geländes in Liebertwolkwitz bis Mai ausgetauscht werden. Bis vor 15 Jahren wurden auf dem Gelände Chemikalien zur Metallveredelung hergestellt. Durch Fehler bei der Produktion seien dabei Giftstoffe in den Boden und das Grundwasser gelangt. In den kommenden Jahren soll auch das Grundwasser gereinigt werden. Insgesamt kostet die Sanierung rund 2,5 Millionen Euro. 80 Prozent übernimmt das Land.