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Spätnachrichten vom Montag, 29. September 2008
- Händler der Eisenbahnstraße kritisieren Stadt
- Sparkasse verkleinert Filialnetz
- Leipziger Forschern gelingt Fortschritt in der Alzheimer-Forschung
- Landes-SPD übernimmt Vorschlag zum Mobilitätsticket
- Lokaler Nachhaltigkeitspreis wird verliehen
- Leipziger Straßen bleiben nachts erleuchtet
Die Händler der Eisenbahnstraße kritisieren die Stadt weil sie für den Ausbau ihrer Straße bezahlen müssen.
Der Ausbau der Eisenbahnstraße vor vier Jahren ist vom Land gefördert worden. Nach Angaben der Landesdirektion hat die Förderung des Ausbaus aber keine rechtliche Grundlage gehabt. Deswegen fordert die Stadt die Kosten nun von den Grundstückseigentümern ein. Der Sprecher der Händlergemeinschaft der Eisenbahnstraße, Rolf Müller sagte, die Stadt habe versäumt die Förderung richtig zu beantragen. Die so entstandenen Kosten dürfe sie nun nicht auf die Anwohner abwälzen. Er stehe zu seinem Wort, die Politiker dieser Stadt hätten ihr Wort gebrochen. Wenn die Stadtverwaltung gesagt hat, der Ausbau würde nichts kosten, könne sie nicht nach zehn Jahren kommen und die Kosten einfordern. Er schlage vor, dass die Gebäude bei Bedarf mit speziellen Hypotheken belastet werden sollen. Diese sollten erst fällig werden, wenn die Häuser verkauft werden.
Die Sparkasse Leipzig verkleinert bis Ende November ihr Filialnetz.
Nach eigenen Angabe will die Sparkasse im Raum Leipzig 13 Filialen in Selbstbedienungscenter umwandeln. Davon sind auch drei Filialen in der Stadt betroffen. Die verbliebenen Geschäftsstellen sollen zum Ausgleich mehr Kompetenzen erhalten. In Zukunft sollen sie ebenfalls Geschäftskunden betreuen. Das ist bis jetzt nur in der Zentrale möglich. Die Umstrukturierung wurde beschlossen nachdem die Sparkasse im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben hatte. Die Leipziger ist die zweitgrößte Ostdeutschlands. Sie hat insgesamt 150 Filialen und Selbstbedienungscenter.
Wissenschaftlern der Universität Leipzig ist ein entscheidender Schritt bei der Entwicklung eines Medikamentes gegen Alzheimer gelungen.
Nach Angaben der Universität Leipzig untersuchten sie gemeinsam mit einem Pharmaunternehmen aus Halle die Ursachen der Alzheimerkrankheit bei Mäusen. Dabei fanden sie heraus, dass ein Enzym die Bildung von Ablagerungen im Gehirn hervorruft. Diese Ablagerungen sind für die Krankheit verantwortlich. Durch die Hemmung des Enzyms konnten die Auswirkungen der Krankheit in Tierversuchen deutlich gemildert werden. Das Medikament wird laut Aussage des Pharmaunternehmens in sieben Jahren auf den Markt kommen.
Die SPD - Fraktion im sächsischen Landtag übernimmt den Vorschlag ihres Leipziger Stadtverbandes für ein Mobilitätsticket.
Wie die stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Landtag, Simone Ratz, sagte, soll das Ticket Menschen mit geringen Einkommen ermöglichen mit einer ermäßigten Monatskarte die Nahverkehrsmittel zu nutzen. Die Differenz soll das Land übernehmen. Sie würden versuchen ein Budget für das Mobilitätsticket für ganz Sachsen einzustellen. Sie ständen erst am Anfang der Gespräche und müssten auch auf die Wünsche ihrer Fraktionskollegen achten. Wahrscheinlich würden sie einen Modellversuch in der Region Leipzig starten. Langfristig solle das Ticket aber für ganz Leipzig eingeführt werden. In Brandenburg gibt es seit Anfang September eine ermäßigte Monatskarte für Geringverdiener. Den Ausgleich zum regulären Preis bezahlt ebenfalls das Land.
Im Bundesverwaltungsgericht wird der lokale Nachhaltigkeitspreis verliehen.
Wie der Veranstalter „Netzwerk 21“ mitteilte, würdigt der Preis in sieben verschiedenen Kategorien besonderes lokales Engagement. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird im Rahmen des zweiten bundesweiten Kongresses für lokale Nachhaltigkeit verliehen. Dort diskutieren mehr als 200 Teilnehmer aus ganz Deutschland über Themen wie Bürgerbeteiligung in Kommunen.
Die Leipziger Straßen bleiben nachts erleuchtet
Wegen der gestiegenen Energiepreise haben einige sächsische Städte vor, ihre Straßenlaternen in der Nacht teilweise abzuschalten. Wie die Stadt mitteilte, werden in Leipzig aber keine Laternen ausgeschaltet. Stattdessen wolle man die Helligkeit der Lampen dimmen. So würden im Jahr rund 3,7 Millionen Kilowattstunden gespart, ohne die Sicherheit der Bürger zu gefährden. Insgesamt gibt es in Leipzig rund 50.200 Straßenlaternen. Der Verbrauch ist in den letzten sechs Jahren um rund 35 Prozent gestiegen und kostet die Stadt insgesamt 3,6 Millionen Euro im Jahr.
Frühnachrichten
- Streit um Ausbau der Eisenbahnstraße
- SPD: Sachsen soll Sozialticket finanzieren
- Leipziger Arbeitsagentur lehnt ALG-II-Kürzung für Jugendliche ab
- Protest gegen Überwachung
- Lok erobert Spitze zurück
- Blue Lions siegen zweifach
Um die Eisenbahnstraße im Leipziger Osten gibt es Streit.
Wie die Händlergemeinschaft der Eisenbahnstraße mitteilte, sollen zahlreiche Grundstückseigentümer Geld für den erfolgten Ausbau der Straße zahlen. So sollen die Anlieger teilweise fünfstellige Beträge zahlen. Die Eisenbahnstraße war vor vier Jahren ausgebaut worden. Den Anwohnern sei aber vorher zugesichert worden, dass keine Kosten auf sie zukämen. Das habe die Stadtverwaltung versprochen. Wie die Landesdirektion mitteilte, fehlte dieser Zusage jedoch die rechtliche Grundlage. Deswegen könne sie nicht eingehalten werden, die Bescheide müssten bezahlt werden. Allerdings könnten die Zahlungen gestundet werden.
Die Leipziger SPD will an der Einführung eines Sozialtickets festhalten.
Nach eigenen Angaben wird ein entsprechender Antrag in den Landesparteitag der SPD im November eingebracht. Danach soll ein landesweites Mobilitätsticket eingeführt werden. Die Kosten könne der Freistaat übernehmen. Die Landesdirektion Leipzig hatte die Einführung des Sozialtickets im Juli abgelehnt. Grund war die hohe Verschuldung der Stadt. In Leipzig könnten mit einem Sozialticket rund 88.000 Menschen den Nahverkehr billiger nutzen. Voraussetzung ist ein niedriges Einkommen.
Die Leipziger Arbeitsagentur sieht eine Kürzung des Arbeitslosengeldes II für Jugendliche kritisch.
Wie der Sprecher der Leipziger Arbeitsagentur Herrmann Leistner sagte, liege der Regelsatz bereits jetzt am Existenz-Minimum. In Leipzig sehe er außerdem kein Bedarf für eine Kürzung. Von der Altersgruppe der Unter-20-Jährigen gäbe es im Leipziger Raum gerade einmal 2,5 Prozent. Damit beträfe eine Kürzung nur rund 900 Jugendliche. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, hatte vorgeschlagen, das ALG II für Jugendliche zu kürzen. Damit sollten Unter-20-Jährige mehr Anreize erhalten, eine Arbeit oder Ausbildung aufzunehmen.
Am Sonntag haben in der Stadt 500 Menschen gegen Vorratsdatenspeicherung und staatliche Überwachung demonstriert.
Zu der Demonstration hatte der örtliche Arbeitskreis für Vorratsdatenspeicherung aufgerufen. Die Demonstranten zogen vom Augustusplatz zum Neuen Rathaus. Sie protestierten gegen eine zunehmende Überwachung und sprachen sich für mehr Privatsphäre aus.
Die Fußballer von Lok Leipzig haben die Tabellenführung in der Oberliga zurückerobert.
Gegen den FSV Zwickau siegten die Leipziger mit 2 zu 1. Mehr als 5.500 Zuschauer verfolgten das Spiel im Leipziger Zentralstadion. Die Tore machten Norris Höhn und Manuel Starke in der zweiten Halbzeit. Kurz vor Schluss erzielte Zwickau dann noch den Anschlusstreffer.
Der Eishockey-Oberligist Blue Lions Leipzig hat seinen ersten Auswärtssieg erreicht.
Bei den Piranhas Rostock gewannen sie mit 5 zu 2. Damit übernehmen die Blue Lions die Tabellenführung in der Staffel Nord der Oberliga. Bereits am Freitag hatten sie ihr Heimspiel gegen die Eisbären Juniors Berlin mit 7 zu 1 gewonnen.



