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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Freitag, 1. August 2008

Auch nach in Kraft treten der Kreis- und Verwaltungsreform gibt es noch Kritiker.

So sagte der Bundestagsabgeordnete Manfred Kolbe, die Region Leipzig sei einer der Verlierer der Kreisreform. Der industriell starke Kreis Döbeln gehe nach Chemnitz. Leipzig sei außerdem ohnehin schon der kleinste Regierungsbezirk gewesen, jetzt werde er noch kleiner. Denn künftig würden nur noch 20 Prozent der Sachsen hier leben und dadurch kämen auch nur 20 Prozent des sächsischen Bruttosozialproduktes von hier. Die Stimme Leipzigs für Sachsen werde immer kleiner. Seit heute ist die Kreis- und Verwaltungsreform in Kraft. Damit gibt es in Sachsen nur noch zehn statt 22 Landkreise. Um Leipzig haben sich die Kreise Delitzsch und Torgau/Oschatz zum Kreis Nordsachsen zusammengeschlossen. Aus den Kreis Leipziger Land und Muldental wurde der Landkreis Leipzig.

Oberbürgermeister Burkhard Jung freut sich über die Genehmigung des diesjährigen Haushalts.

Jung sagte, nun sei die Stadt endlich handlungsfähig. Dabei hob er hervor, dass alle Bauvorhaben bei Schulen, Kitas und Straßen angepackt werden können. Das Regierungspräsidium hatte gestern den Haushalt für das laufende Jahr genehmigt. Allerdings nur unter Auflagen. So wurde das Haushaltsicherungskonzept abgelehnt, denn die Neuverschuldung sei mit 33 Millionen Euro zu hoch. Außerdem müssten weitere 20 Millionen Euro eingespart werden. Bis Ende Oktober muss die Stadt ihr Haushaltssicherungskonzept nun überarbeiten.

Der Citytunnelbohrer wird bereits heute Nacht seine Arbeit fortsetzen.

Wie das sächsische Wirtschaftsministerium mitteilte, beginnen die Arbeit bereits einen Monat früher. Denn die erforderlichen Sicherheitsprüfungen wurden schneller abgeschlossen. Die neue Strecke geht vom Wilhlem-Leuschner-Platz aus in Richtung Markt. Sie ist knapp 500 Meter lang. Dabei wird zum zweiten Mal die Innenstadt durchquert. So unterfährt der Bohrer unter anderem auch den Petershof. Bis Mitte September soll der Markt erreicht sein. Der Citytunnel soll in drei Jahren fertig sein und mehr als 700 Millionen Euro kosten.

Ab heute bekommen Studenten mehr Bafög.

Nach Angaben des Deutschen Studentenwerks steigt der Höchstsatz um knapp 60 Euro. Damit bekommt ein Student maximal 643 Euro pro Monat. Zudem ändern sich unter anderem die Elternfreibeträge. Damit hätten laut Bundesregierung rund 100.000 Studenten zusätzlich die Chance auf Bafög. Trotz der Änderung sieht der Studentenrat der Universität Leipzig noch Probleme. Das Problem sei nicht die Höhe des Bafögs. Das Problem bestehe bei denen, die einen minimalen oder gar keinen Anspruch auf Bafög hätten. Da müsste es weitere Nachbesserungen bei den Elternfreibeträgen geben. Derzeit beziehen in Deutschland rund 500.000 Studenten Bafög. Laut aktueller Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks liegt die durchschnittliche Förderung bei 375 Euro im Monat.

 

Die Leipziger Handwerkskammer will Schülern bei der Berufwahl helfen.

Dafür bietet sie ab dem neuen Schuljahr so genannte Berufsorientierungskurse an. Dabei können die Schüler zwei Wochen lang unter anderem in verschiedene Berufe hineinschauen und in Lehrwerkstätten arbeiten. Das Angebot der Handwerkskammer richtet sich an Schüler der 8. – 10. Klasse. Zum Abschluss erhalten sie ein Zertifikat. Bis jetzt haben sich bereits 18 Schulen für die Kurse angemeldet. Somit werden im kommenden Schuljahr rund 900 Schüler an dem Projekt teilnehmen.

 

Frühnachrichten

Seit Mitternacht ist die neue Kreis- und Verwaltungsreform in Kraft.

Ab heute gibt es neue und vor allem weniger Landkreise, Kreisstädte und Behörden. Die Landkreisgrenzen sind neu gezogen. Die Kreise Delitzsch und Torgau/Oschatz sind zum neuen Landkreis Nordsachsen mit Kreissitz in Torgau fusioniert. Der Muldentalkreis und das Leipziger Land bilden mit der Kreisstadt Borna den Landkreis Leipzig. Neben den Kreisgrenzen wurde auch die Verwaltung neu strukturiert. Zum Beispiel heißt das Regierungspräsidium ab heute Landesdirektion und ist für die Kreisfreie Stadt Leipzig, sowie für die Kreise Nordsachsen und Leipzig zuständig. Die Landesregierung will mit der Reform langfristig Geld sparen. Das sei aufgrund der knappen Kassen und des Bevölkerungsrückgangs notwendig. Die Opposition bezweifelt den Spareffekt und befürchtet stattdessen längere Wege zu den Ämtern.

Die Stadtratsfraktionen sehen keine Möglichkeit mehr Geld im städtischen Haushalt einzusparen.

Vor zwei Tagen hatte die Aufsichtsbehörde das Haushaltssicherungskonzept der Stadt abgelehnt. Die Neuverschuldung sei mit 33 Millionen Euro zu hoch. Es müssten weitere 20 Millionen Euro eingespart werden. Die Aufsichtsbehörde hatte vorgeschlagen unter anderem am Personal zu sparen. Den Fraktionen zufolge ist das jedoch unverantwortlich. Da herrscht Einigkeit im Stadtrat. Der FDP zufolge könnten die Schulden nur durch den Verkauf größerer kommunaler Unternehmen getilgt werden. Das hatten die Leipziger der Stadt jedoch mit einem Bürgerentscheid untersagt. Die CDU schlägt vor, die Stadt soll ihre Anteile an kleineren Unternehmen verkaufen. Mit dem Verkauf von Aktienpaketen könne Geld für den Schuldenabbau aufgebracht werden. Grüne, SPD und Linke haben bisher noch keine Vorschläge. Am Nachmittag will die Stadt ihre Sparpläne vorstellen.

Die Leipziger müssen mehr Geld für Bus- und Bahnfahrkarten bezahlen.

Ab heute gelten die neuen Preise im öffentlichen Nahverkehr. Für Einzelfahrkarten müssen 10 Cent mehr gezahlt werden. ABO- und Monatskarten verteuern sich um rund 2 Euro. Nur die Fahrkarte für Kurzstrecken wird nicht teurer. Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund und die Leipziger Verkehrsbetriebe begründen die Preiserhöhung mit den gestiegenen Energiepreisen. Eigenen Angaben zufolge werden die daraus entstehenden Mehrkosten zu 70 Prozent über die Erhöhung gedeckt.

Wegen des Streiks der Lufthansamitarbeiter müssen am Flughafen Leipzig/Halle weitere Flüge gestrichen werden.

Nach Angaben des Flughafens fallen zwei Flüge von Leipzig/Halle nach Frankfurt aus. Seit fünf Tagen streiken am Flughafen 12 Techniker der Lufthansa Cargo. Sie beteiligen sich an dem unbefristeten Streik, zudem die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di aufgerufen hatte. Ver.di fordert für das Kabinen- und Bodenpersonal 9,8 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber bieten bisher 6,7 Prozent. Seit gestern gibt es wieder Gespräche zwischen Arbeitnehmern und Arbeitsgebern. Ver.di will den Streik jedoch erst dann beenden, wenn die Lufthansa ein neues Angebot vorlegt.

Peter Konwitschny tritt sein Amt als künstlerischer Leiter der Oper an.

Konwitschny soll in den kommenden sechs Jahren als Chefregisseur arbeiten. Seine Stelle wurde neu geschaffen. Er wird jetzt gemeinsam mit Alexander von Maravić das Opernhaus leiten. Konwitschny soll in jeder Spielzeit bei zwei Produktionen selbst die Regie führen. Die erste Premiere seiner Inszenierung von Arnold Schönbergs „Pierrot Lunair“ ist für Mitte September geplant. Außerdem soll er den Spielplan und das Ensemble mitgestalten. Oberbürgermeister Jung sagte gegenüber mephisto 97.6, Konwitschny sei der beste Regisseur, den es in Leipzig gebe.

Die Petersstraße ist die beliebteste Einkaufsmeile in Ostdeutschland.

Das geht aus einer Studie der Düsseldorfer Immobilienberatung Kemper´s Jones Lang LaSalle hervor. Demnach flanieren fast 9.400 Menschen pro Stunde über die Einkaufsmeile. Damit ist die Petersstraße beliebter als der Kürfürstendamm in Berlin. Dort sind es durchschnittlich rund zweieinhalbtausend Menschen weniger. Die Petersstraße liegt im deutschlandweiten Vergleich auf Platz acht, hinter der Schildergasse in Köln und der Kaufingerstraße in München.

Die Arbeitnehmer in den umliegenden Landkreisen verdienen durchschnittlich mehr Geld als die Leipziger.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes liegt das Pro-Kopf-Einkommen der Einwohner des Landkreises Leipzig zwischen rund 15.200 und 15.300 Euro im Jahr. Im Vergleich dazu verdienen die Leipziger nur rund 14.500 Euro. Das sind bis zu 700 Euro weniger. Damit liegen sie knapp 3 Prozent unter dem Landesdurchschnitt von rund 15.000 Euro.