Kontakt
Tel.: 0341 / 97 37 954
Fax: 0341 / 97 37 999
news(ät)mephisto976.de
Spätnachrichten vom Freitag, 4. Juli 2008
- Polizeireviere werden neu strukturiert
- Jung schlägt Müller und Girardet zur Beigeordneten-Wahl vor
- Tarifverhandlungen im Geld- und Werttransportgeschäft vertagt
- Musikdirektor kritisiert Oper Leipzig
- Finanzierung des jüdischen Begegnungszentrums gesichert
- Leipzig bekommt Fecht-Europameisterschaft
- Kicken für sozial benachteiligte Kinder
In Sachsen werden ab kommendem Jahr die Polizeireviere neu strukturiert.
Nach Angaben des Innenministeriums sollen auch im Raum Leipzig Polizeireviere zusammengelegt werden. Außerdem würden die Verwaltungsaufgaben gebündelt. Das Führungspersonal werde so von 1.100 Beamten auf 700 reduziert. Somit würden mehr Beamte für den Streifendienst frei. Stellenstreichungen werde es aber nicht geben. Mit der neuen Revier- und Postenstruktur werde die Polizeireform in Sachsen abgeschlossen. Vor drei Jahren wurde bereits die Zahl der Polizeidirektionen von 13 auf sieben reduziert.
Oberbürgermeister Burkhard Jung hat Andreas Müller und Georg Girardet für die Beigeordnetenwahl vorgeschlagen.
Das gab die Stadt nach einer Sitzung des Ältestenrats bekannt. Auch die Findungskommission hatte die Kandidaten vorgeschlagen. Die beiden Beigeordneten werden am kommenden Mittwoch im Stadtrat gewählt. Müller soll für weitere sieben Jahre Beigeordneter für Verwaltung bleiben. Girardet würde Kulturbürgermeister bleiben. Um seine hatte es in den vergangenen Wochen Streit gegeben. Girardet wollte eigentlich in Rente gehen. Bis ein Nachfolger gefunden wird, würde er aber nach eigenen Angaben im Amt bleiben.
Die Tarifverhandlungen für die Leipziger Mitarbeiter der Geld- und Werttransportfirma SecurLog sind bisher ohne Ergebnis.
Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di haben die Arbeitgeber bisher kein Angebot vorgelegt. Nach Angaben der verantwortliche Fachbereichsleiterin von Ver.di, Christel Tempel, werde es das aber beim nächsten Treffen geben, sonst würden die Streiks fortgesetzt. Die Gewerkschaft habe die Arbeitgeber vor die Alternative gestellt, entweder weiter zu verhandeln und ein ernsthaftes Angebot zu machen oder das Scheitern zu erklären. Das hieße, dass die Tarifkommission dann eine Urabstimmung einleite. Das würde unbefristete Streiks bedeuten. Tempel sagte weiter, die nächsten Verhandlungen würde es voraussichtlich Ende des Monats geben. Ver.di fordert für Mitarbeiter von SecurLog einen Stundenlohn von mindestens 7,50 Euro. Geldtransporteure sollen mindestens 9,10 Euro kommen. Im Raum Leipzig sind rund 150 Beschäftigte davon betroffen. Die Firma SecurLog wollte sich nicht dazu äußern.
Axel Kober, der Musikdirektor der Oper Leipzig, kritisiert die politischen Bedingungen an der Oper.
Im Gespräch mit mephisto 97.6 sagte er, ursprünglich sollte die Zusammenarbeit von Gewandhaus und Oper verbessert werden. Da Riccardo Chailly sein Amt als Generalmusikdirektor aufgegeben habe, sei dieses Projekt ins Stocken geraten. Außerdem sei die Intendantenfrage bisher nicht geklärt. Deswegen gebe es für Kober keine Planungssicherheit und er werde in der kommenden Spielsaison an die Deutsche Oper Duisburg wechseln. Allerdings wolle er Leipzig als Gastdirigent zur Verfügung stehen. In Duisburg wird er Generalmusikdirektor der Deutschen Oper.
Die Finanzierung für das jüdische Begegnungszentrum in der Stadt ist gesichert.
Wie der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde mitteilte, sind rund vier Millionen Euro Fördergelder zugesagt worden. Das Geld soll von der Stadt und vom Land kommen. Damit fehlen der Gemeinde aber noch rund 400.000 Euro für den Bau im Waldstraßenviertel. Die Summe soll durch eine Spendenaktion des Gewandhausorchesters im September zusammenkommen. Das jüdische Begegnungszentrum soll im kommenden Frühjahr eröffnet werden. Die jüdische Gemeinde in Leipzig ist mit 1300 Mitgliedern die größte in Sachsen.
Leipzig ist Schauplatz der Europameisterschaft im Fechten 2010.
Die Stadt wurde dazu in Kiew vom Kongress des Europäischen Fechtverbandes EEC gewählt. Es gab keinen Gegenkandidaten. Leipzig war bereits Austragungsort für die Weltmeisterschaften im Fechten vor drei Jahren.
Am Wochenende werden Nachwuchsfußballer aus Leipzig und Umgebung bei einem Benefiz-Turnier für sozial benachteiligte Kinder spielen.
Nach Angaben des Vereins Straßenkinder e.V. treten dazu morgen im Alfred-Kunze-Sportpark zwölf Jugend-Mannschaften an, unter anderem vom FC Sachsen. Die Spieler sind zwischen 9 und 11 Jahren alt. Der Erlös des Turniers soll dem Verein Straßenkinder zugute kommen. So soll unter anderem die Arbeit des „Hauses Tante E“ in der Rosa-Luxemburg-Straße unterstützt werden. Dort werden jeden Tag bis zu 30 Kinder betreut, die aus sozial schwachen Familien kommen oder obdachlos sind.
Frühnachrichten
- Neue Tarifverhandlungen für Mitarbeiter bei Geld- und Wertransportfirma SecuLog
- Ladenschlussbündnis geht von Räumung des „Tönsberg“-Ladens aus
- Linie 14 soll teilweise eingestellt werden
- Park-Krankenhaus eröffnet Kinder- und Jugendpsychiatrie in Wurzen
- Vier Leipziger Abiturienten bekommen "Karl-Von-Frisch-Preis"
Am Vormittag beginnen neue Tarifverhandlungen für die Leipziger Mitarbeiter der Geld- und Werttransportfirma SecurLog.
Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hatte das Unternehmen neuen Verhandlungen in der Stadt zugestimmt, weil die Beschäftigten den bestehenden Tarifvertrag nicht anerkennen. Der wurde zwischen dem Bundesverband der Geld- und Wertdienstunternehmen und der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst abgeschlossen. Der Großteil der SecurLog-Mitarbeiter ist aber bei ver.di organisiert. Der Gewerkschaft zufolge haben die Mitarbeiter außerdem nichts von den Tarifverhandlungen gewusst. Die Dienstleistungsgewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Geldbearbeitung einen Stundenlohn von mindestens 7,50 Euro. Für Geldtransporteure werden 9,10 Euro pro Stunde verlangt. Ver.di stellt sich auf mehrere Verhandlungsrunden ein. Sollte es heute keine Annäherung geben, soll die Tarifkommission noch heute über eine Urabstimmung und damit über einen unbefristeten Streik entscheiden. Von den Verhandlungen sind in Leipzig 150 SecurLog-Mitarbeiter betroffen.
Nach der ersten Verhandlung zur Schließung des umstrittenen „Tönsberg“-Ladens in der Innenstadt geht das Bündnis Ladenschluss von einer erfolgreichen Klage aus.
Sprecherin des Bündnisses, Juliane Nagel sagte, der Fall in Leipzig sei mit dem in Magdeburg vergleichbar. Dort entschied das Landgericht Mitte Februar den „Tönsberg“-Laden zu schließen. Nagel sagte, Uwe Meusel habe als Betreiber der Mediatex GmbH, die die Vertiebs- und Herstellungsgesellschaft der Bekleidungsmarke „Thor Steinar“ ist, in Magdeburg das gleiche Verfahren angewendet wie in Leipzig. Er habe nicht gesagt, was er in seinem Laden verkaufen wolle. In Magdeburg habe er Streetwear angegeben, in Leipzig sogar Übergrößenmode. Meusel habe also im Dunkeln gelassen, dass es sich um die Marke „Thor Steinar“ handle. Nagel sagte weiter, die Mediatex GmbH habe sich außerdem bisher nicht von Kunden distanziert, die der rechten Szene angehören. Bei der ersten Verhandlung gestern hatte sich der Ladenbesitzer zwar bereiterklärt vorzeitig auszuziehen, allerdings verlangte er dafür 200.000 Euro. Das hatte der Hauseigentümer abgelehnt. Vor dem Landgericht soll Ende August weiter verhandelt werden.
Die Straßenbahnlinie 14 soll Ende dieses Jahres teilweise eingestellt werden.
Das geht aus einem Bericht der Leipziger Volkszeitung hervor, der sich auf interne Informationen für Mitarbeiter der Leipziger Verkehrsbetriebe beruft. Demnach soll die Linie ersatzlos zwischen dem Hauptbahnhof und dem Klinikum St. Georg gestrichen werden. Grund dafür seien Mehrkosten von knapp 700.000 Euro, die die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft als städtisches Unternehmen ausgleichen müsse. Die Linie 14 werde von den Leipzigern am wenigsten genutzt. Um die Straßenbahnlinie im Leipziger Norden einzustellen müsse aber erst der Stadtrat zustimmen. Das Thema soll nach der Sommerpause auf der Agenda stehen.
Das Leipziger Park-Krankenhaus eröffnet in Wurzen eine Außenstelle der Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Nach Angaben der Klinik soll so die Versorgungslücke in der Region geschlossen werden. In Wurzen können jetzt sechs Kinder mit körperlichen und seelischen Störungen behandelt werden. Dazu gehören unter anderem Verhaltens- und Essstörungen, sowie Depressionen. Es sind sowohl ambulante Therapien, als auch kurzen Klinikaufenthalte möglich. Der Ausbau des Kinder- und Jugendpsychiatrie hat über eine Million Euro gekostet und wurde zum Großteil vom Land finanziert. Einer Studie des Robert-Koch-Instituts zufolge leiden über 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter seelischen Störungen, die sich unter anderem durch Alkoholmissbrauch äußern.
In der Stadt bekommen vier Abiturienten den „Karl-von-Frisch-Preis“.
Wie das Kultusministerium mitteilt erhalten sie die Auszeichnung für herausragende Leistungen im Fach Biologie. Zwei der Preisträger besuchen das Wilhelm-Ostwald-Gymnasium, die anderen beiden die Nikolai- und die Johannes-Kepler-Schule. Der „Karl-von-Frisch-Preis“ wird seit 10 Jahren verliehen, um die besondere Begabung von Schülern auf dem Gebiet der Biologie zu fördern. Er wurde nach dem deutschsprachigen Verhaltensforscher und Nobelpreisträger Karl von Frisch benannt.




O-Ton