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Spätnachrichten vom Dienstag, 29. Juli 2008
- Stadt hält an Sozialticket fest
- Tropenhalle Gondwanaland: wer trägt die Mehrkosten?
- Zweiter Streiktag ohne Auswirkungen auf Flughafen Leipzig/halle
- Tillich setzt sich für VNG ein
- Oper soll weiter saniert werden
- Neuer Radweg entlang der Miltitzer Straße
- Glockenmänner am Augustusplatz sollen wieder läuten
- Filmkunstmesse mit deutlich mehr Bewerbern
Die Stadt hält weiter an der Einführung des Sozialtickets für Busse und Bahnen fest.
Das Regierungspräsidium hatte zuvor die Pläne der Stadt vorerst nicht genehmigt. Ursprünglich sollte die verbilligte Monatskarte am Freitag eingeführt werden. Da die Stadt derzeit keinen ausgeglichenen Haushalt habe, könne die Finanzierung des Tickets mit 1,4 Millionen Euro nicht genehmigt werden, so das Regierungspräsidium. Stadtsprecher Steffen Jantz sagte, wenn das Ticket in diesem Jahr scheitern sollte, gebe es noch die Option für das kommende Jahr. Kritik zur Entscheidung kam von der Bürgerinitiative für ein Sozialticket sowie von der Linkspartei. Der Sozialpolitische Sprecher der Linken, Dietmar Pellmann sagte, das Präsidium greife in unerträglicher Weise in die Selbstverwaltung der Stadt ein. Die SPD rief dazu auf das Ticket bis September zu ermöglichen. Das Ticket soll es Arbeitslosen und Geringverdienern ermöglichen vergünstigt Bus und Bahn zu fahren. Die Einführung war von SPD, Linken und Grünen beschlossen worden, CDU und FDP hatten es abgelehnt.
Stadt und Zoo suchen gemeinsam nach Finanzierungsmöglichkeiten für die gestiegenen Baukosten der Tropenhalle Gondwanaland.
Heute war bekannt geworden, dass der Bau rund 10,5 Millionen Euro mehr kosten wird. Damit belaufen sich die Gesamtkosten auf 60 Millionen Euro. Grund dafür sind laut Zoo die gestiegenen Stahlpreise. Zoodirektor Jörg Junhold sagte, der Zoo suche nun zusammen mit der Stadt nach einer Lösung. Man sie in intensiven Gesprächen mit der Stadt und dem Fördermittelgeber. Man werde alles tun um das Gesamtprojekt nicht zu gefährden und eine wirtschaftliche vertretbare Lösung für den Zoo und die Stadt zu finden. Ob sich der Bau der Tropenhalle verzögert, dazu wollte Junhold keine Angaben machen. Stadtsprecher Steffen Jantz sagte, angesichts der Bedeutung des Projekts müssten Wege gefunden werden, die Mehrkosten zu finanzieren.
Auch der zweite Streiktag bei der Lufthansa hatte am Flughafen Leipzig/Halle kaum Auswirkungen.
Einer Flughafensprecherin zufolge war ein Passagierflieger aus Frankfurt verspätet. Sonst lief alles nach Plan. Auch heute hatten elf Techniker ihre Schichten nicht angetreten. Ein ver.di-Sprecher sagte, es gebe aber noch immer die Hoffnung, dass die Lufthansa die Auswirkungen bald zu spüren bekommt. Mittlerweile habe die Lufthansa Techniker von Air Berlin einsetzen müssen um die Maschinen zu warten. Auch morgen werde weitergestreikt.
Sachsens Ministerpräsident Tillich will sich für die Eigenständigkeit der Verbundnetz Gas einsetzen.
Tillich sagte bei einem Besuch des Unternehmens, er werde mit verschiedenen Partnern das Gespräch suchen. Konkretes wolle er aber nicht bekannt geben. Der Oldenburger Konzern EWE versucht seit längerem mehr Einfluss auf die VNG zu gewinnen. Dafür will er unter anderem die Anteile der Stadtwerke Jena kaufen. Dadurch würden die übrigen ostdeutschen Stadtwerke ihre Sperrminorität verlieren. Deswegen hatten sie erst heute einem Zeitungsbericht zufolge, ihr Angebot für den Kauf der Anteil der Stadtwerke Jena erhöht. Ein Sprecher in Jena sagte jedoch, dieses Angebot liege noch nicht vor.
Die Sanierung der Leipziger Oper geht weiter.
Bis September kommenden Jahres sollen die Terrasse des Operncafés und die Brandmeldeanlagen erneuert werden. Nach Angaben der Stadt kosten die Bauarbeiten 760.000 Euro.Bereits im vergangen Jahr war die Oper zum Teil saniert worden. Jedoch wurden nicht alle Maßnahmen realisiert. Grund dafür sei das geringe Budget. Bis 2010 sollen die Arbeiten dann endgültig abgeschlossen sein.
An der Miltizer Straße soll zwischen Burghausen und Rückmarsdorf ein neuer Radweg gebaut werden.
Nach Angaben der Stadt beginnen die Bauarbeiten für den 600 Meter langen Weg im Frühjahr und dauern 4 Monate. Das Vorhaben koste 260.000 Euro. Für Zwei Drittel der Kosten würden Fördermittel beantragt. Der Radweg sei nötig, da der Verkehr an dieser Stelle sehr stark sei.
Die Kupfer-Glockenmänner auf dem Hochhaus am Augustus-Platz läuten bald wieder.
Die Sanierung des Kroch Hochhauses soll bis September abgeschlossen sein, so der Bauleiter. Dann zeigen die Glockmänner wieder zu jeder Viertelstunde die Zeit an. Das Glockenspiel von 1927 musste im vergangen Jahr auf Grund der Bauarbeiten am Hochhaus stillgelegt werden. Die Zeiger stehen seit dem auf zwölf Uhr.
Für die 8. Leipziger Filmkunstmesse haben sich nach Angaben des Veranstalters deutlich mehr Filmemacher beworben.
Wie der Sprecher der Messe mitteilte, sind es 20 mehr als im Vorjahr. Von den 100 Bewerbungen werden bei der Messe im September 40 Filme aus verschiedenen Ländern gezeigt. Als Gäste haben sich unter anderem Wim Wenders und Peter Schamoni angekündigt. Während der Messe finden jeden Abend öffentliche Vorführungen in drei Leipziger Kinos statt. Für Fachbesucher gibt es außerdem Workshops.
Frühnachrichten
- Kein Sozialticket ab August
- Neues Kaufangebot für Jena-Anteile an Leipziger Verbundnetz Gas AG
- „Pro-Flughafen“- Vorsitzender tritt zurück
- Tropenhalle "Gondwanaland" im Zoo teurer
- Umsatzrückgang bei Industriebetrieben
- Mehr Studienanfänger an Universität
- Falscher Bombenalarm legt Paunsdorf Center lahm
Das Sozialticket kann nicht wie geplant am ersten August eingeführt werden.
Das Regierungspräsidium hat einer Finanzierung durch die Stadt nicht zugestimmt. Erst müsse der Leipziger Haushalt ausgeglichen sein. Die Stadt und die Leipziger Verkehrsbetriebe müssen jetzt über eine andere Finanzierung beraten. Naomi-Pia Witte von der Bürgerinitiative „Leipzig braucht ein Sozialticket“ kritisiert die Entscheidung des Regierungspräsidiums. Sie gingen jetzt davon aus, dass das Sozialticket gestorben sei. Die vielen Betroffenen seien damit weiterhin von der Mobilität ausgeschlossen oder müssten einen Großteil ihres Gehalts für den Weg zur Arbeit ausgeben. Witte sagte außerdem, die Bürgerinitiative wolle dennoch weiter für ein Sozialticket kämpfen. Es seien Gespräche mit den unterstützenden Stadtratsfraktionen geplant. Mit dem Sozialticket sollen Arbeitslose und Geringverdiener den Nahverkehr in Leipzig vergünstigt nutzen dürfen. Berechtigt dazu wären rund 88.000 Menschen.
Für den Anteil der Stadtwerke Jena an der Leipziger Verbundnetz Gas AG gibt es ein neues Kauf-Angebot.
Wie die Thüringer Allgemeine berichtet, hat die Betreibergesellschaft von elf ostdeutschen Stadtwerken,die VUB, ihr Angebot erhöht. Jena war bisher Teil der Betreibergesellschaft, will jetzt aber seine Anteile verkaufen. Die VUB will die übernehmen. Ein erstes Angebot war abgelehnt worden. Jetzt bietet die VUB mehr Geld. Sie macht damit einem Angebot des Oldenburger Energieversorgers EWE Konkurrenz. Auch der will die Anteile der Stadt Jena an der Leipziger Verbundnetz Gas kaufen. Damit besäße die EWE fast die Hälfte des Unternehmens. Elf ostdeutsche Stadtwerke wollen das verhindern. Denn, sollte Jena seine Anteile verkaufen, würden sie weniger als 25 Prozent der Anteile an der Verbundnetz Gas halten. Damit würden sie ihre Vetomöglichkeiten verlieren. Es gibt Befürchtungen, dass dann Arbeitsplätze von Leipzig nach Oldenburg verlagert werden könnten.
Der Vorsitzende des Vereins „Pro-Flughafen“, Lothar Müller, ist wegen Stasi-Vorwürfen zurückgetreten.
Seine Stellvertreterin sagte, Müller wolle durch seinen Rücktritt einen Imageschaden für den Verein abwenden. Zuvor waren Gerüchte laut geworden, der 63-Jährige Geschäftsmann aus Halle habe zu DDR-Zeiten für die Staatssicherheit spioniert. Der Verein „Pro Flughafen“ will Ende dieser Woche über einen neuen Vorstandsvorsitzenden abstimmen. Die Bürgerinitiative besteht seit sieben Wochen und hat rund 100 Mitglieder. Sie will sich für den Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle einsetzen.
Der Bau der Tropenhalle „Gondwanaland“ im Leipziger Zoo wird teurer.
Wie das Regierungspräsidium mitteilte, ist noch unklar, ob die Stadt die anfallenden Mehrkosten übernehmen wird. Wenn sie nicht zahlt, müssten Sponsoren gefunden werden. Der Bau der Halle soll 10,5 Millionen Euro teurer werden als geplant. Grund sei der gestiegene Stahlpreis für Konstruktionen am Hallendach. Insgesamt würde die Halle damit rund 60 Millionen Euro kosten. Die Stadt fördert den Bau bereits mit 27 Millionen Euro.
In der Stadt ist der Umsatz der Industrie zurückgegangen.
Nach Angaben des statistischen Landamtes erzielte das Industriegewerbe im Mai einen Umsatz von 535 Millionen Euro. Das sind knapp acht Prozent weniger als im Monat davor. Besonders stark war der Rückgang im Verlags- und Druckgewerbe und im Maschinenbau. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg der Umsatz jedoch um fünfeinhalb Prozent.
Entgegen dem bundesweiten Trend sind an der Universität Leipzig die Studentenzahlen gestiegen.
Nachdem die Zahl im Wintersemester 2006 um ein Viertel gesunken war, war vergangenes Jahr ein Aufwärtstrend zu verzeichnen. Es schrieben sich rund 300 Abiturienten mehr ein. Nach Angaben eines Sprechers erwartet die Universität dieses Jahr erneut steigende Studentenzahlen.
Wegen eines falschen Bombenalarms musste gestern das Paunsdorf Center gesperrt werden.
Grund war nach Angaben der Polizei ein herrenloser Koffer. Mehrere Bus- und Straßenbahnlinien mussten deswegen umgeleitet werden. Die Sprengstoffexperten des Landeskriminalamts untersuchten den Koffer mit einem Röntgengerät. Nach drei Stunden konnten sie Entwarnung geben. In ihm Koffer befanden sich lediglich Papierschnipsel. Der Besitzer des Koffers muss mit Kosten rechnen.



