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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Dienstag, 22. Juli 2008

Die Stadt will künftig Schulden von Leipzigern über eine Inkasso-Firma eintreiben.

Nach Angaben des Finanzdezernats soll der Stadtrat im September über den Vorschlag entscheiden. Stimmen die Ratsmitglieder zu, will die Stadt ab dem kommenden Jahr auf ihre Schuldner mehr Druck ausüben. Helfen soll ein Inkasso-Büro. Schließlich fehlen in der Stadtkasse bisher mehr als 7 Millionen Euro. Der Fehlbetrag setzt sich zum Großteil aus nicht bezahlten Kita-Gebühren, ausstehenden Essengeldern und Mietschulden zusammen. Die Kosten für die Inkasso-Firma will die Stadt selbst tragen. Finanzdezernentin Bettina Kudla zufolge ist das immer noch besser als komplett auf den Schulden sitzen zu bleiben. Auf die Schuldner würde nur das ausstehende Geld plus Zinsen zukommen. Die Stadt hofft so 10 Prozent der Ausstände wieder eintreiben zu können. Problematisch sei allerdings, dass knapp ein Fünftel aller Schuldner schon nicht mehr in Leipzig wohne.

Der Pilotenstreik bei den Lufthansa-Töchtern Eurowings und City-Line betrifft auch den Flughafen Leipzig/Halle.

Nach Angaben der Lufthansa wird am Abend die letzte Maschine von Leipzig/Halle nach München nicht fliegen. Das ist einer von vier Flügen, der mit Piloten der beiden Lufthansa-Töchter besetzt ist. Die anderen drei wurden bereits in den vergangenen Tagen an die Lufthansa-Tochter Contact Air abgegeben. Morgen rechnet das Unternehmen mit fünf Flugausfällen auf den Strecken von Leipzig/Halle nach München, Düsseldorf und Frankfurt. Ferienflüge sind nicht betroffen. Seit dem Mittag streiken die Mitarbeiter der Lufthansa Töchter City-Line und Eurowings. Dazu hatte die Piloten-Gewerkschaft Cockpit aufgerufen. Der Streik soll morgen um Mitternacht beendet sein.

In Geithain kann die gewählte CDU-Bürgermeisterin, Romy Bauer, ihr Amt vorerst nicht antreten.

Wie die Stadt mitteilte, hat der bisherige parteilose Bürgermeister, Heinz Herzog, die Wahl angefochten. Er sei in seinen persönlichen Rechten verletzt worden und hätte aus diesem Grund keinen fairen Wahlkampf führen können. Herzog war im Februar bei einem Supermarktdiebstahl erwischt worden. Das Landratsamt hatte ihm daraufhin den Zutritt zum Rathaus verboten. Seit dem leitet der ehrenamtliche, stellvertretende Bürgermeister, Botho Hopp, die Amtsgeschäfte. Der Stadtrat will Ende August entscheiden, wer das Amt kommissarisch weiterführen darf, bis die Vorwürfe zum Wahlkampf geklärt sind.

Sollten bei der Europameisterschaft in vier Jahren Spiele in Leipzig stattfinden, versichert die Stadt ihre Unterstützung.

Der Sportbürgermeister Heiko Rosenthal sagte, Leipzig stehe als Austragungsort für Fußballspiele zur Verfügung. Einem Bericht der britische Zeitung Daily Telegraph zufolge soll Deutschland bei der EM in vier Jahren Ersatzgastgeber für die Ukraine sein. Das hatte der deutsche Fußballbund DFB heute jedoch dementiert. Nach eigenen Angaben liegt ihm keine Anfrage des europäischen Fußballverbandes, Uefa, vor. Der britischen Zeitung zufolge sorgt sich die Uefa um die politische Situation in der Ukraine. In zwei Monaten soll endgültig entschieden werden, ob die Fußball-EM 2012 in der Ukraine und in Polen ausgetragen wird.

 

Frühnachrichten

Um Kosten zu sparen will die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft LWB offenbar 100 Stellen abbauen.

Der Aufsichtsrat der LWB, Ingo Sasama, sagte mephisto 97.6, es gebe entsprechende Gespräche. Die LWB habe in den vergangenen Jahren ihre Aufgabenfelder abgebaut und Wohnungen verkauft. Allerdings gebe es immer noch zu viele Beschäftigte. Die verbleibenden Angestellten müssten außerdem auf Lohnerhöhungen verzichten. Das Gehaltsniveau sei jetzt schon sehr hoch und werde erst mal weiter erhöht. Es sei aber ein offenes Geheimnis, dass Geschäftsführung und Betriebsrat über einen Verzicht auf künftige Erhöhungen verhandeln. Die LWB hat insgesamt rund 900 Millionen Euro Schulden. Die Schulden stammen zum Teil noch aus DDR-Zeiten sowie aus Alt- und Sanierungskrediten.

Wegen des schlechten Wetters in den vergangenen Tagen rechnen die Bauern im Leipziger Umland mit Ernteausfällen.

Nach Angaben der Ämter für Landwirtschaft ist vor allem die Rapsernte betroffen. Im Muldentalkreis und im Leipziger Land stehen noch drei Viertel der Ernte auf den Feldern. Die Bauern hoffen jetzt auf schönes Wetter, damit der Raps gemäht und gedroschen werden kann. Wenn das in den kommenden Tagen nicht passiere, werde es Ernteausfälle geben. Auch sonst rechnen die Bauern mit leichten Verlusten und einer schlechteren Qualität des Rapses. In Delitzsch ist der Großteil des Rapses schon geerntet worden – ein Drittel ist aber noch auf den Feldern. Genaue Angaben zu den Schäden soll es nächste Woche geben.

Der deutsche Fußballbund DFB hat dementiert, dass Spiele der Europameisterschaft in vier Jahren in Leipzig stattfinden sollen.

Wie der DFB mitteilte, gibt es keine entsprechende Anfrage vom europäischen Fußballverband UEFA. Die britische Zeitung Daily Telegraph hatte in einem Bericht Deutschland als möglichen Ersatzgastgeber genannt. Leipzig sei ein möglicher Austragungsort. Eigentlich sind die Ukraine und Polen als Gastgeber ausgewählt worden. Angeblich sorge sich die UEFA aber um die politische Situation in der Ukraine. Ende September soll entschieden werden ob Polen und die Ukraine die Gastgeberrolle für 2012 behalten.

Der Ausbau der A72 im Leipziger Land verzögert sich erneut.

Nach Angaben des Verkehrsministeriums wird der Abschnitt zwischen Niederfrohna und Rathendorf nicht zum geplanten Termin 2010 fertig. Grund sind Klagen von Anwohnern beim Bundesverwaltungsgericht. Der Bau könne erst Ende des Jahres beginnen und verzögert sich demnach um mindestens 10 Monate. Der letzte Abschnitt zwischen Borna und Leipzig werde frühestens 2011 gebaut. Ursprünglich waren für die Autobahn 422 Millionen Euro Baukosten veranschlagt worden. Nun geht das Ministerium von 520 Millionen Euro ausgegangen.

Die Handwerkskammer und die Arbeitsagentur wollen stärker zusammenarbeiten.

Wie die Arbeitsagentur mitteilte, wurden verbindliche Standards festgelegt um freie Stellen besser zu besetzen. Zukünftig wird die Arbeitsagentur innerhalb von 48 Stunden auf ein neues Jobangebot reagieren. Außerdem wollen Arbeitsagentur und Handwerkskammer sich gezielter gegenseitig über ihre Arbeit zu informieren.