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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Mittwoch, 16. Juli 2008

Die Leipziger Computerspielemesse Games Convention will ihr Auslandsgeschäft erweitern.

Einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zufolge, könnte es unter anderem einen Ableger der Messe in Moskau, in Vancouver oder Saõ Paulo geben. Eventuell bereits in zwei Jahren. Außerdem soll die bereits bestehende Games Convention Asia ausgebaut werden. Die Leipziger Messe wollte sich zu dem Thema nicht äußern. Sie bestätigte lediglich, dass innerhalb der Games Convention ein neuer Geschäftsbereich gegründet wurde: die Games Convention Global. Die Games Convention findet in rund vier Wochen statt. Voraussichtlich zum letzten Mal in ihrer bisherigen Form. Denn der Bundesverband Interaktiver Unterhaltungssoftware hat den Vertrag mit der Leipziger Messe gekündigt. Im kommenden Jahr gibt es dann in Köln die Games Com.

Die Straßenbahnlinie 14 wird künftig nur noch zwischen Plagwitz und Hauptbahnhof fahren.

Wie die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) mitteilten, wird die Linie 14 dann nicht mehr zu Klinikum Sankt Georg fahren. Die nicht mehr bedienten Haltestellen werden dann durch die Straßenbahnlinien 9 und 16 sowie dem 90er Bus abgedeckt. Mit Ausnahme der Haltestelle Dessauerstraße. Grund für die Einschränkung der Linie 14 sind die geringen Fahrgastzahlen. Die Änderung soll zum kommenden Fahrplanwechsel im Dezember in Kraft treten. Im September muss aber noch der Stadtrat darüber abstimmen. Mit der verkürzten Strecke kann die LVB jährlich rund 700.000 Euro sparen.

 

Die Verhandlung um die Einschränkung der Nachtflüge am Flughafen Leipzig/Halle ist zu Ende gegangen.

Das Urteil wird Donnerstag in einer Woche verkündet. Im Mittelpunkt der heutigen Anhörung standen Passagierflüge des US-Militärs. Sie sind ein Zusatzpunkt in der Klage für das Nachtflugverbot. Dabei geht es um zivile Flüge, mit denen Soldaten oder Fracht über Leipzig in den Irak gebracht werden. Die klagenden Flughafenanwohner hatten darauf verwiesen, dass zivile Flüge mit Soldaten oder militärischer Fracht als Militärflüge ausgewiesen werden müssten. Der Flughafen würde sie aber nicht als solche benennen. Außerdem sind militärische Flüge mit Zwischenstation in Leipzig nur erlaubt, wenn sie von den Vereinten Nationen, der NATO oder der europäischen Union angefordert werden. Der Einsatz der US-Kräfte im Irak ist aber von keiner der drei Instanzen gebilligt worden und die Flüge seien damit völkerrechtswidrig.

Die Förderstiftung des Stadtbades will das Bad ein weiteres Jahr für Veranstaltungen nutzen.

Nach Angaben der Stiftung läuft der Vertrag dafür Ende des Jahres aus. Deswegen verhandelt sie jetzt mit Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht und Baubürgermeister Martin zur Nedden über eine Verlängerung um ein Jahr. Laut Stiftungsdirektor Dirk Thärichen seien die Veranstaltungen im Stadtbad gut angelaufen. Für Dezember sei die ehemalige Schwimmhalle sogar bereits ausgebucht. Das Stadtbad wurde vor vier Jahren geschlossen, weil es baufällig war. Da die Stadt keinen Investor gefunden hat, kümmert sich die Stiftung um die Sanierung des Bades. Sie kostet 20 Millionen Euro. Die Stiftung hat bisher mehr als 400.000 Euro gesammelt.

Ein Beteiligter bei den fremdenfeindlichen Auseinandersetzungen in Mügeln muss doch nicht ins Gefängnis.

Das Leipziger Landgericht hat im Berufungsprozess die achtmonatige Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss der junge Mann 130 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Der 23-Jährige war im Dezember vom Amtsgericht Oschatz wegen Volksverhetzung und Sachbeschädigung verurteilt worden. Mitte August hatten bei einem Volksfest in Mügeln etwa 50 Menschen acht Inder bedrängt. Dabei wurden 14 Menschen verletzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zurzeit noch gegen zehn Personen.

 

Frühnachrichten

Vor dem Bundesverwaltungsgericht geht der Prozess um die Einschränkung der Nachtflüge am Flughafen Leipzig/Halle weiter.

Nachdem Anwohner und Vertreter des Flughafens gestern acht Stunden über nächtliche Expressfrachtflüge debattierten, geht es heute um die Militärflüge der US-Armee. Die drei klagenden Anwohner fordern neben der Einschränkung von Frachtflügen in der Nacht auch das Verbot von Passagierflügen des US-Militärs. Die sollen amerikanische Soldaten unter anderem aus dem Irak über Leipzig in die USA bringen. Das verstößt den Klägern zufolge gegen das Völkerrecht. Die Anwälte der Anwohner wollen heute außerdem weitere Argumente vorbringen, damit das Nachtflugverbot von Passagiermaschinen ausgeweitet wird. Die Vertreter des Flughafens kritisieren die Forderungen und fürchten um die Wirtschaftlichkeit des Standorts Leipzig. Die Verhandlung soll heute beendet werden. Ende der kommenden Woche rechnet das Gericht mit einer Urteilsverkündung.

Die Stadt will die Ladenöffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen neu regeln.

Zeitungsverkäufer, Bäcker und Blumenhändler sollen künftig sonntags bis zu sechs Stunden ihre Läden öffnen dürfen. Bisher waren es nur zwei bis fünf Stunden. Dafür will die Stadt aber feste Öffnungszeiten von 7.00 Uhr bis 10.00 Uhr und von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr festlegen. Der Sächsische Innungsverband der Bäcker kritisiert die geplante Änderung. Zum einen ist dem Verband zufolge die neue Regelung unübersichtlich, weil sie nicht für alle Feiertage gelten soll. Zum anderen seien die vorgeschlagenen Öffnungszeiten ungünstig für die Händler. Im September wird der Stadtrat über die neuen Ladenöffnungszeiten entscheiden.

Die Stadt verkauft die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Gartenvorstadt Marienbrunn.

Nach Angaben der Stadt soll der Verkauf zum Schuldenabbau beitragen. Die Wohnungsbaugesellschaft steckt in einer Krise und war im vergangenen Jahr nahezu zahlungsunfähig. Die Einnahmen reichen nicht aus, um die Grundstücksmiete an die Stadt zu bezahlen. Die Wohnungsgesellschaft schuldet der Stadt derzeit knapp 4 Millionen Euro. Verkauft wird das Unternehmen jetzt an die Leipziger Wohnungsbaugenossenschaft Kontakt für knapp 2 Millionen Euro. Der Finanzdezernentin Bettina Kudla zufolge ist das immer noch ein gutes Geschäft. Schließlich übernehme der neue Eigentümer weitere Schulden von mehr als 8 Millionen Euro. Dem Verkauf muss der Stadtrat im September noch zustimmen.

Im Leipziger Industriepark Nord beginnt der Bau des neuen europäischen Logistikzentrums des Elektronik- Unternehmens „Future Electronics“.

Wie die Stadt mitteilte, will der kanadische Vertreiber für elektronische Bauteile insgesamt 55 Millionen Euro investieren. Zum Jahresbeginn 2010 soll der Betrieb mit mehr als 100 neuen Mitarbeitern beginnen. „Future Elektronics“ ist weltweit der drittgrößte Vertreiber elektronischer Bauteile, die vor allem in Autos und Computern eingesetzt werden.

Die Fassade des Neuen Rathauses an der Lotterstraße und am Burgplatz soll erneuert werden.

Wie die Stadt mitteilte, kostet die Instandsetzung rund 1,6 Millionen Euro und soll im kommenden Jahr beginnen. Die Stadt trägt fast ein Drittel der Kosten, der Rest soll aus Fördermitteln bezahlt werden. Durch die Luftverschmutzung hat sich eine schwarze Schmutzkruste an der Fassade gebildet. Sie soll mit Sand abgestrahlt werden. Außerdem würden verwitterte Bauteile ersetzt und Schmuckelemente erneuert. Vor etwa 11 Jahren hatte der Stadtrat bereits die stückweise Sanierung des Neuen Rathauses beschlossen.

Zwei weitere Leipziger Sportler fahren zu den Olympischen Spielen nach Peking.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) nominierte gestern die Radsportlerin Judith Arndt und die Ruderin Kerstin Naumann. Nicht teilnehmen darf der Hürdensprinter Thomas Blaschek vom Leichtathletik-Zentrum Leipzig. Er hatte die Qualifikation in Athen knapp verpasst. Insgesamt werden voraussichtlich mehr als 430 deutsche Athleten bei den Olympischen Spielen in Athen starten. Jetzt muss sich noch das deutsche Basketball-Team in Athen für die Olympiade qualifizieren. Am Wochenende sollen dann alle Teilnehmer feststehen.