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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Montag, 14. Juli 2008

Die Leipziger Arbeitslosengeld-II-Empfänger werden auch in Zukunft von Job-Centern und Arbeitsgemeinschaften betreut.

Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt und damit ihren Streit beigelegt. Nach einer Sonderkonferenz in Berlin sagte Bundesarbeitsminister Olaf Scholz, die Verfassung solle geändert werden, damit das jetzige Modell beibehalten werden kann. Der Sprecher der Leipziger Arbeitsagentur, Hermann Leistner, sagte, eine neue Regelung müsse mehrere Probleme lösen. Sie müsse besser, leichter und effektiver zu handhaben sein. Außerdem müsse sie Arbeitslose effektiver wieder zu Jobs bringen. Leistner sagte weiter, die neue Regelung müsse auch transparenter sein. Der Bürger müsse erkennen können, wann er es mit dem Bund, dem Kreis oder der Kommune zu tun hat. Ende vergangenen Jahres hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die derzeitige Umsetzung der Hartz-IV-Reform verfassungswidrig ist. Ein Problem war die ungeklärte Ausgabenverteilung zwischen Bund und Kommunen.

Die Zahl der Handwerksbetriebe im Raum Leipzig ist erneut leicht gestiegen.

Nach Angaben der Sächsischen Handwerkskammer gibt es derzeit knapp 12.600 Betriebe in der Region. Das sind rund 150 mehr als vor einem Jahr. Frank Wetzel von der Handwerkskammer sagte aber, dass dagegen die Zahl der Beschäftigten bei rund 65-Tausend stagniere. Das hänge damit zusammen, dass sich viele größere Handwerksbetriebe, vor allem aus konjunkturellen Gründen, vom Markt verabschiedet haben. Aus diesen Betrieben hätten qualifizierte Fachkräfte dann neue eigene Betriebe gegründet. Wetzel sagte weiter, dass sei eher von Nachteil für die Region. Eine große Anzahl kleiner Unternehmen steigere den Konkurrenzkampf und damit die gegenseitige Verdrängung. In Westdeutschland könnten sich dagegen mehr größere Handwerksunternehmen halten.

Die Parteien in Leipzig können sich eine Absenkung des Wahlalters vorstellen.

Ab wann Jugendliche und Kinder in Zukunft jedoch wählen dürfen, darüber gehen die Meinungen auseinander. Gernot Borriss, der Vorsitzende der SPD Leipzig, sagte, dass Wahlalter könne auf 16 gesenkt werden. Er persönlich würde sich darüber hinaus die Abschaffung jeder Wahlbeschränkung wünschen. Das kritisiert der FDP-Vorsitzende Sven Morlok. Dann müssten Eltern für ihe jungen Kinder die Stimme abgeben. Es sei aber nicht sicher, ob das dem Willen der Kinder entspräche. Auch die Linkspartei will das Wahlalter auf 16 herabsetzen. Darüber hinaus gebe es Diskussionen, das Wahlalter weiter zu senken, zum Beispiel auf 14 Jahre. Die Grünen und die CDU äußerten sich noch nicht näher zu dem Thema. In der vergangenen Woche hatte sich im Bundestag eine parteien-übergreifende Initiative gegründet. Sie fordert die Senkung des Wahlalters oder sogar das Wahlrecht ab Geburt.

Im Gewandhaus beginnt am Abend das erste Internationale Leipziger Chorfestival.

Nach Angaben der Veranstalter beteiligen sich daran rund 15 Chöre mit 500 Sängern. Neben deutschen Chören kommen andere aus den USA, Großbritannien und der Schweiz. Das Festival endet am Donnerstag mit einem Konzert in der Nikolaikirche.

Das Volleyball-Team des VC Leipzig hat einen neuen Spieler verpflichtet.

Nach Angaben des Vereins kommt Christoph Helbig vom deutschen Meister Friedrichshafen. Der 24-Jährige spielte bereits früher für den VCL. Er bekommt einen Zwei-Jahres-Vertrag. In der vergangenen Saison erreichten die Leipziger das Viertelfinale der Play-Offs. Die neue Bundesliga-Saison beginnt Anfang Oktober.

 

Frühnachrichten

Der neue Nikolaikirchenpfarrer Bernhard Stief ist in sein Amt eingeführt worden.

Der 39-Jährige übernimmt die Nachfolge des ehemaligen Nikolaikirchen-Pfarrers Christian Führer. Der war Ende März in den Ruhestand gegangen. Beim Festgottesdienst gestern hielt Stief die erste Predigt vor seiner neuen Gemeinde. Vor der vollen Nikolaikirche sagte Stief, er wolle die Friedensgebete seines Vorgängers Führer fortsetzen. Sie hätten eine lange Tradition in der Stadt und zur friedlichen Wende 1989 beigetragen. Es werde sich aber auch einiges ändern, sagte Stief. Er wolle die Jugendarbeit stärken und mehr junge Menschen in die Gemeinde holen. In den 90er Jahren studierte Stief an der Leipziger Universität Theologie. Danach war er Pfarrer in Weißenborn und Freiberg.

Nach der angekündigten Preiserhöhung von Bus- und Bahntickets in der Stadt wird der Preis für Kurzstrecken nicht erhöht.

Nach Angaben des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes ist die Einzelfahrkarte der einzige Fahrschein in Leipzig der nicht teurer wird. Die Preise für alle anderen Tickets steigen durchschnittlich um 4,5 Prozent. Für Monats- und ABO-Karten müssen die Leipziger ab dem 1. August bis zu 2,30 Euro mehr bezahlen. Für Kinderfahrkarten und Einzelfahrscheine müssen ab dann 10 Cent mehr bezahlt werden. Grund für die Erhöhung sind unter anderem die steigenden Energiekosten. In den vergangenen zwei Jahren haben die sich um mehr als 20 Prozent erhöht. Auch für Reparaturen und Kraftstoffe müssen die Verkehrsbetriebe mehr ausgeben.

Die Passage „Kretschmanns Hof“ in der Katharinenstraße wird saniert.

Wie die Arbeitsgemeinschaft Leipziger Stadtbau mitteilte, sollen Ende des Jahres die ersten Mieter in die Gebäude einziehen. Der Lichthof und die Jugendstilfassade sollen originalgetreu wieder hergestellt werden. Außerdem bekommen die Gebäude um den "Kretschmanns Hof" neue Dächer. Fest steht bisher, dass im Obergeschoss Büroräume entstehen und die Handelshochschule Leipzig Räume mieten wird. Für die unteren Etagen verhandelt die Leipziger Stadtbau AG noch mit möglichen Mietern. Wann die Bauarbeiten vollständig abgeschlossen werden können ist noch unklar.

Beim Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb sind zwei Leipziger Sänger in die 2. Runde gekommen.

Dem Bach-Archiv zufolge sind das der Bariton Tobias Berndt und die Sopranistin Julia Kirchner. Sie gehören zu den 20 verbleibenden Bewerbern in der Kategorie Gesang. Fast die Hälfte der Sänger kommt aus Deutschland. Auch in der Kategorie Orgel kommen die Hälfte der Kandidaten aus Deutschland. Der Bach-Wettbewerb endet am Samstag mit der Preisverleihung und einem Konzert in der Thomaskirche.

Die evangelische Gemeinde der Paul-Gerhard-Kirche in Connewitz sammelt Geld für die Sanierung ihrer Kirche.

Dazu hat sich gestern ein Förderverein gegründet. Dem Pfarrer der Gemeinde, Reinhard Enders, zufolge soll der Verein nicht nur Spenden sammeln, sondern auch Fördermittel für die Sanierung beantragen. Insgesamt brauche die Gemeinde drei Millionen Euro. Davon soll zuerst der 60 Meter hohe Kirchturm saniert werden. Auch der Glockenstuhl und die Dächer seien renovierungsbedürftig. Die Kirche in Connewitz wurde vor mehr als 100 Jahren eingeweiht und nach dem Kirchenliederdichter Paul Gerhard benannt.

Der Leipziger Hürdensprinter Thomas Blaschek hat wahrscheinlich seine letzte Chance verpasst, um an den Olympischen Spielen in Peking teilzunehmen.

Beim Grand Prix in Athen verpasste er die Olympiaqualifikation um 15 Hundertstel mit 13,6 Sekunden. Jetzt könnte ihn nur noch der Deutsche Leichtathletik-Verband nach Peking bringen. Der Verband will heute entscheiden, ob Blaschek doch noch für die Olympischen Spiele nominiert wird, als so genannter Härtefall. Blaschek ist seit vier Jahren beim Leichtathletikzentrum Leipzig unter Vertrag und hatte mehrere deutsche Meisterschaften im Hürdensprint gewonnen.