Spätnachrichten vom Dienstag, 1. Juli 2008
- Zahl der Langzeitarbeitslosen weiter gesunken
- Weniger Bewerber für Ausbildungsplätze
- Bürgerinitiativen zweifeln an Glaubwürdigkeit Jungs
- In Delitzsch steigen die Gaspreise
- IG Bau hofft auf mehr Aufträge durch Energieausweis
- mehr Geld für Sanierung Glockenturm Peterskirche
- Deutscher belegt 2. Platz bei WM im Kopfrechnen
Im Raum Leipzig ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen weiter gesunken.
Nach Angaben der Agentur für Arbeit waren es im Juni 26.000 Langzeitarbeitslose. Im Vorjahreszeitraum waren es noch knapp 30.000. Das ist ein Rückgangu von 13 Prozent. Der Agentur zufolge ist das ein Zeichen dafür, dass auch Langzeitarbeitslose in Leipzig von der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt profitieren. Auch die Arbeitsgemeinschaft bekommt den Rückgang zu spüren. Sie zahlte im Juni Arbeitslosengeld-II an über 500 Leipziger weniger aus. In den vergangenen Monaten waren es nur halb so viele. In der Stadt waren im Juni über 56.000 Menschen arbeitslos. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 14,3 Prozent und ist der niedrigste Stand seit 10 Jahren.
Im Gegensatz zu den Arbeitslosenzahlen hat sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt verschlechtert.
Jörg Kunze von der Agentur für Arbeit sagte, die Zahl der Bewerber für eine Ausbildung sei um ein Viertel zurückgegangen. Bisher hätten sich knapp 7000 Jugendliche beworben. Im Vorjahreszeitraum waren es über 9000. Kunze sagte, Grund dafür sei der demographische Wandel. Es seien vor 15 und 16 Jahren weniger Kinder geboren worden und das sei nun die Folge davon. Außerdem würden sich Jugendliche auch außerhalb des Agenturbezirks um Ausbildungen bewerben. Kunze sagte weiter, im Stadtgebiet gebe es zurzeit über 4.100 Ausbildungsplätze für die sich vor allem Jugendliche mit einem Haupt- oder Realschulabschluss bewerben können. Mit den bisherigen 7000 Bewerbern könnten die Stellen aber erfahrungsgemäß noch nicht besetzt werden. Viele bewerben sich für mehrere Stellen, andere können die Anforderungen nicht erfüllen.
Im Streit um den Fluglärm am Flughafen Leipzig/Halle zweifeln die Bürgerinitiativen an der Glaubwürdigkeit des Oberbürgermeisters.
Jung hatte in einem offenen Brief der „Bürgerinitiative gegen die neue Flugroute“ eine Absage für das Vermittlungsforum erteilt. Der Vorsitzende der Initiative, Oliver Fanenbruck, sagte, er sei enttäuscht über das Verhalten Jungs. Das spreche für die Art und Weise wie der Oberbürgermister im Augenblick seine Politik zu machen scheine. Er habe auch bei der Problematik der Südabkurvung zu den Betroffenen gesagt, dass sie ihm vertrauen sollten. Die gesamte Politik des Oberbürgermeisters scheine sich als eine große Lüge zu entpuppen. Fanenbruck sagte weiter, er sehe kaum noch Chancen für einen Kompromiss. Die Initiative wolle nun eine Klage prüfen. Auch die Interessengemeinschaft Nachtflugverbot sieht kaum Chancen für weitere Gespräche. Nachdem Jung das Informationsforum abgesagt hatte könne sich die Stadt trotz allem ein Informationsforum vorstellen.
Die Delitzscher müssen mehr Geld für Gas bezahlen.
Wie die Gasversorgung Delitzsch mitteilte erhöht sie ihren Preis pro Kilowattstunde um 0,4 Cent. Grund dafür sei der steigende Ölpreis. Daran ist der Gaspreis gekoppelt. Mit der Preiserhöhung gebe das Unternehmen die höheren Einkaufspreise an die Endverbraucher in Delitzsch weiter. Dort beliefert die Gasversorgung rund 5000 Haushalte. Nach der Preiserhöhung zahlt eine vierköpfige Familie durchschnittlich 72 Euro mehr im Jahr.
Mit der Einführung des neuen Energieausweises für ältere Häuser verspricht sich die Industriegewerkschaft IG Bau mehr Aufträge.
Der neue Energieausweis verpflichtet Hausbesitzer dazu den Energieverbrauch ihres Gebäudes nachzuweisen. Das gilt bisher nur für Häuser die vor 1965 erbaut wurden, ab dem kommenden Jahr dann für alle Gebäude. Hausbesitzer müssen den Energiepass jedem Käufer oder Mieter vorlegen können. Der Bezirksvorsitzende der IG Bau Nord-West-Sachsen, Detlef Zeiß, sagte, das erhöhe den Druck auf die Besitzer ihre Häuser sanieren zu lassen. Durch die Nachweispflicht sehe der Mieter bei welchem Haus er Energiekosten sparen könne und würde keine Wohnung nehmen wo er mehr zahlen müsse. Wenn mehr ältere Gebäude saniert würden, dann gebe es auch einen Auftragsschub. Zeiß sagte weiter, Hausbesitzer, die den Energiepass nicht vorweisen könnten, müssten bis zu 15.000 Euro Strafe zahlen. Aus diesem Grund würde sich eine Sanierung doppelt lohnen, weil auch Öl, Strom und Gas nicht billiger würden.
Die Stadt will die letzten Sanierungsarbeiten am Glockenturm der Peterskirche unterstützen.
Nach Angaben der Stadt sollen dafür noch einmal knapp 470.000 Euro aus dem Fördermitteltopf für Städtebau investiert werden. Die Turmsanierung würde zu zwei Dritteln von Bund und Land und zu einem Drittel von der evangelischen Landeskirche finanziert. Seit acht Jahren wird am Glockenturm gebaut, jetzt müsse noch die Fassade des Turmschafts erneuert und eine neue Treppe gebaut werden. Die Sanierung soll in diesem Jahr abgeschlossen sein. In der kommenden Woche muss der Stadtrat noch über die Investition entscheiden.
Bei der Weltmeisterschaft im Kopfrechnen in Leipzig hat ein Deutscher den 2. Platz belegt.
In der Disziplin Wurzelziehen gewann Jan van Koningsveld aus Deutschland. In der Gesamtwertung erreichte er den 2. Platz nach dem Spanier Alberto Coto. Die 28 Teilnehmer der Kopfrechen-Weltmeisterschaft mussten sich Aufgaben in den Bereichen Addition, Multiplikation und Wurzelziehen stellen. Babei mussten sie unter anderem mit achtstelligen Zahlen multiplizieren oder Wurzeln aus sechsstelligen Zahlen ziehen. Die Weltmeisterschaft wurde vom Lehrsteuhl für Telematik der Leipziger Universität organisiert.
Frühnachrichten
- Zahl der Arbeitslosen sinkt
- Kein Vermittlungsforum zum Fluglärm
- Streik verursacht kaum Verspätungen am Flughafen
- Rechen-Weltmeister gesucht
- Deutsche Post bekommt Konkurrenz
Die Zahl der Arbeitslosen im Raum Leipzig ist weiter gesunken.
Wie die Arbeitsagentur mitteilte, waren im Juni über 56.000 Menschen arbeitslos. Das sind 2.000 weniger als im Mai. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl um rund 7.000. Die Zahl der Arbeitslosen geht damit seit Beginn des Jahres kontinuierlich zurück. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 14,3 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit 10 Jahren. Jedoch ist die Quote in Leipzig immer noch höher als beispielsweise in Dresden und Chemnitz.
Im Streit um den Fluglärm am Flughafen Leipzig/Halle wird es vorerst kein Vermittlungsforum geben.
Das hat Oberbürgermeister Burkhard Jung in einem Brief der Bürgerinitiative gegen die Südroute des Flughafens mitgeteilt. Jung begründete seine Position damit, dass das Regierungspräsidium, der Flughafen und die Posttochter DHL ein solches Forum ablehnten. Zumindest das Regierungspräsidium sagt jedoch, es hätte ein Vermittlungsforum nicht abgelehnt. Ob das zustande komme, sei die Entscheidung von Jung. Das Präsidium werde sich daran aber nicht beteiligen, da es keine Entscheidungsbefugnis habe. Der Flughafen wollte sich nicht näher äußern. Ein Forum könne jedoch keine gültigen Entscheidungen treffen, so ein Sprecher.Derzeit starten und landen auf dem Flughafen rund 60 Maschinen pro Nacht. Außerdem ist die Abflugroute Süd seit April wieder freigegeben. Anwohner beschweren sich deswegen über Lärmbelästigung.
Der Flugverkehr am Flughafen Leipzig/Halle wird durch die Streiks bei der Lufthansa nur leicht beeinträchtigt.
Nach Angaben des Flughafens hat sich deswegen bisher nur ein Flug verspätet. Im Laufe des Tages könnten noch weitere Flüge dazukommen. Das sei aber jetzt noch nicht abzusehen. Verteilt über den Tag sind die Mitarbeiter der Lufthansa in mehreren deutschen Großstädten zum Streik aufgerufen. Die Gewerkschaft Ver.di fordert knapp 10 Prozent mehr Lohn. Von den Tarifverhandlungen sind 60.000 Mitarbeiter in ganz Deutschland betroffen.
An der Universität wird heute der Weltmeister im Kopfrechnen ermittelt.
Nach Angaben der Veranstalter lag nach der Vorrunde der Brite Robert Fountain vorn. Die Teilnehmer müssen unter anderem achtstellige Zahlen multiplizieren und tausend Ziffern addieren. Eine Altersgrenze gibt es bei der Weltmeisterschaft im Kopfrechnen nicht. Der jüngste Teilnehmer ist elf Jahre alt, der älteste 68.
Die Deutsche Post in Leipzig bekommt neue Konkurrenz im Privatkundengeschäft.
Nach eigenen Angaben bietet die Leipziger Transport- und Verteilungsgesellschaft (TVL) ihren Versand jetzt auch für Privatkunden an. Versendet werden können Briefe innerhalb Ostdeutschlands. Dabei kostet der Versand eines Standardbriefes 48 Cent und ist damit günstiger als die Deutsche Post. Die TVL beschäftigt 550 Mitarbeiter in Leipzig.



