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Spätnachrichten vom Freitag, 27. Juni 2008
- Klage Grimmas gegen Kreisreform abgewiesen
- Umweltverband klagt gegen Luftfahrtbundesamt
- Universitätsneubau war 2007 das teuerste Bauprojekt des Landes Sachsen
- Tiefensee weiht neue Labore des Fraunhofer Instituts ein
- Kabarett Pfeffermühle klagt über Einnahmeverluste durch Public Viewing
- Mehrheit der Leipziger zufrieden mit ihrer Stadt
Die Klage der Stadt Grimma gegen die Kreisgebietsreform ist abgewiesen worden.
Der sächsische Verfassungsgerichtshof in Leipzig hat heute entschieden, dass Grimma nicht klagebrechtigt ist. Für den Aufbau des Landkreises sei das Land als Gesetzgeber zuständig. Der Landrat des Muldentalkreises Gerhard Gey sagte, die Urteilsbegründung liege ihm noch nicht schriftlich vor. Die Stadt Grimma sei bisher davon ausgegangen, dass sie klageberechtigt ist. Es gäbe ein Urteil nachdem auch Kreisstädte klageberechtigt seien. Insofern käme das Urteil überraschend, aber man müsse erst die Urteilsbegründung abwarten. Auch der Muldentalkreis würde gegen die Kreisreform klagen. Deswegen stehe eine endgültige Entscheidung zu Grimma noch aus. Durch die Kreisreform werden die Landkreise Muldental und Leipziger Land zusammengelegt. Kreisstadt soll danach Borna und nicht Grimma werden.
Der Leipziger Umweltverband Ökolöwe klagt gegen das Luftfahrtbundesamt.
Nach eigenen Angaben hat der Verein die Klage beim Bundesverwaltungsgericht wegen der südliche Abflugroute des Leipziger Flughafens eingereicht. Die Abflugroute Süd schädige Anwohner und das Naturschutzgebiet Auwald. Außerdem seien bei der Festlegung der Flugroute Umweltverbände und Bürger nicht zu Wort gekommen. Das würde gegen EU- und Umweltrecht verstoßen. Die Abflugroute Süd ist seit zwei Monaten wieder freigegeben. Zuvor war die Nutzung wegen der Lärmbelastung für die Anwohner verboten worden.
Der Universitätsneubau am Augustusplatz ist im vergangenen Jahr das teuerste Bauprojekt vom Land Sachsen gewesen.
Nach Angaben des sächsischen Finanzministeriums haben die Bauarbeiten an der Leipziger Universität 2007 fast 50 Millionen Euro gekostet. Damit ist fast jeder zehnte Euro, den Sachsen in öffentliche Bauten investiert hat, in die Universität geflossen. Der Universitätsneubau soll in zwei Jahren fertig sein. Insgesamt gibt der Freistaat dafür 170 Millionen Euro aus. Weitere Großprojekte in der Region Leipzig waren die Leipziger Uniklinik und die im vergangenen Jahr fertig gestellte Jugendstrafanstalt Regis-Breitlingen.
Der Bundesminister für den Aufbau Ost, Wolfgang Tiefensee, hat am Nachmittag neue Labore des Fraunhofer Instituts eingeweiht.
Tiefensee sagte dabei, die Biotechnologie sei eine Schlüsseltechnologie für Ostdeutschland. Deswegen sei die Stammzellenforschung des Fraunhofer Instituts wichtig für die Stadt. Das sei ein Meilenstein für Leipzig, für Sachsen und für ganz Ostdeutschland. Mit dem Institut werde eine Tür aufgestoßen. Es werde in neuen Branchen investiert. Das schaffe Arbeitsplätze und neue Produkte, die auf dem Weltmarkt abgesetzt werden können. Tiefensee sagte weiter, das Fraunhofer Institut solle mit anderen Instituten weltweit zusammen arbeiten. Die heute neu eingeweihten Labore haben rund 24 Millionen Euro gekostet. Die Kosten tragen der Bund, das Land und die Fraunhofer-Gesellschaft. In dem Institut arbeiten Forscher mit Stammzellen. Sie suchen nach Möglichkeiten, Herzinfarkte und Schlaganfälle besser behandeln zu können.
Das Kabarett Pfeffermühle in der Gottschedstraße klagt über Einnahmeverluste durch das Public Viewing zur Europameisterschaft.
Der Geschäftsführer Dieter Richter sagte, die Veranstaltungen vor dem Interimstandort des Kabaretts seien so laut, dass Besucher fernbleiben würden. Die Pfeffermühle habe keine Chance, wenn den ganzen Abend laut gemacht werde. Das mache die Vorstellungen kaputt. Dann müssten 3.000 Euro abgeschrieben werden. Das mache nur Ärger. Der Imageschaden für die Pfeffermühle sei riesig. Dem Kabarett drohe die Pleite. Der Verkehr auf dem anliegenden Innenstadtring und die nahen Discotheken würden die Besucher stören. Die Pfeffermühle musste Anfang des Jahres vom Thomaskirchhof umziehen, um Platz für das Bach-Archiv zu schaffen. Sie sucht nach einem neuen Standort. So lange bleibt sie in der Gottschedstraße.
Die Mehrheit der Leipziger ist zufrieden mit ihrer Stadt
Das geht aus der jährlichen kommunalen Bürgerumfrage der Stadt hervor. Danach sind außerdem mehr als die Hälfte der Einwohner insgesamt zufrieden mit ihrem Leben. An Leipzig schätzen sie vor allem die Einkaufsmöglichkeiten und die verkehrsgünstige Lage. Dreißig Prozent der Menschen vermissen allerdings Sport- und Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in ihren Wohngebieten. Außerdem schätzen sie die Lage auf dem Arbeitsmarkt kritisch ein.
Frühnachrichten
- Zum EM-Finale wird Fanmeile Gottschedstraße erweitert
- Kulturbürgermeister-Kandidat zieht Bewerbung zurück
- Prozess zwischen Berger und Köpping abgesagt
- Leipziger Stammzellenforscher bekommen neue Labore
- Leipziger erreichen Top 10 bei Medizin-Wirtschafts-Wettbewerb
Zum EM-Finale am Sonntag wird die Fanmeile in der Gottschedstraße erweitert.
Nach Angaben der Veranstalter bereiten sie sich auf einen Besucheransturm für das Finale zwischen Deutschland und Spanien in zwei Tagen vor. Dazu wird eine zweite, drei mal vier Meter große Leinwand auf der Gottschedstraße aufgebaut. Dann können 10.000 Fans das Spiel verfolgen. Damit reagieren die Veranstalter auf das Halbfinale vor zwei Tagen, bei dem rund 2.000 Fans um den Innenstadt-Ring feierten. Der Bereich um die Gottschedstraße wird für Autos wieder gesperrt. Neben den Veranstaltern bereitet sich auch die Polizei auf die Fans vor. Für den Final-Abend wurden mehr Polizisten als beim Halbfinalsspiel angefordert, um für Sicherheit zu sorgen. Vor zwei Tagen kam es nur zu kleineren Zwischenfällen, beim Finale soll es ebenso friedlich bleiben.
Nachdem die Suche der Stadt nach einem neuen Kulturbürgermeister vorerst ausgesetzt wurde, hat ein weiterer Kandidat seine Bewerbung zurückgezogen.
Einem Bericht der Nordwest-Zeitung zufolge war der Oldenburger Kulturdezernent, Martin Schumacher, im Gespräch für die Nachfolge von Girardet. Er habe seine Bewerbung zurückgezogen, weil die Mehrheitsverhältnisse im Leipziger Stadtrat nicht klar wären. Nach der Aussetzung des Bewerbeverfahrens könne Schumacher nicht auf eine Entscheidung der Stadt warten. Er ist als Kulturdezernent noch für die kommenden vier Jahre in Oldenburg gewählt. Die Stadt hatte Anfang der Woche die Suche nach einem neuen Kulturbürgermeister ausgesetzt, weil es bisher keinen mehrheitsfähigen Bewerber gibt.
Grimmas Bürgermeister Berger hat den prozess gegen Landrätin Köpping abgesagt.
Nach Angaben des Landgerichts sollen sich beide Parteien außergerichtlich einigen. Ob Köpping einen außergerichtliche Einigung annehme sei noch nicht bekannt. Dem Gericht zufolge hätte das Imagevorteile für beide Kommunalpolitiker. Grimmas Bürgermeister Berger hatte die Landrätin des Leipziger Landes Köpping Anfang des Jahres verklagt. Sie habe behauptet, Berger hätte ihr zugesagt sie bei der Landratswahl zu unterstützen, wenn sie sich für Grimma als Kreisstadt im neuen Landkreis Leipzig einsetze. Der Muldentalkreis und der Landkreis Leipziger Land werden ab August zum neuen Landkreis Leipzig zusammengelegt.
Die Leipziger Stammzellenforscher des Fraunhofer-Instituts bekommen neue Labore.
Wie das Institut für Zelltherapie und Immunbiologie mitteilte, wird am Nachmittag ein neues Gebäude auf der Alten Messe eröffnet. Die 100 Forscher des Instituts waren bisher auf dem Gelände der Bio-City untergebracht. Sie suchen nach zelltherapeutischen Verfahren um krankes Gewebe zu regenerieren. In das neue Büro- und Laborgebäude wurden 24 Millionen Euro von EU, Bund und Land investiert. Bundesminister Wolfgang Tiefensee wird es am Nachmittag einweihen.
Zwei Leipziger erreichen bei einem bundesweiten Medizin-Wirtschafts-Wettbewerb die Top 10.
Nach Angaben der Handelshochschule Leipzig konnten der Student Christian Abshagen und der Humanbiologe Jan-Michael Heinrich mit ihrem Businessplan überzeugen. Mit ihrem Konzept für das Unternehmen „Climecs“ setzten sie sich gegen fast 60 Mitbewerber durch. Das Unternehmen hat eine Methode entwickelt mit der Zellen im Blut getrennt werden können. Einzeln können diese dann besser untersucht werden, um Immunschwächkrankheiten wie Aids zu bekämpfen. Der Wettbewerb soll durch das Erstellen von Businessplänen jungen Unternehmern die Gründung einer Firma erleichtern. Finanziert wird der Wettbewerb vom Land Nordrhein-Westfahlen und der EU.




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