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Spätnachrichten vom Donnerstag, 19. Juni 2008
- Linkspartei unterstützt SPD-Landratskandidatin
- Nazi-Demo und Gegenveranstaltung in Großzschocher
- Sparkasse nimmt automatische Kontoumstellung zurück
- Zensur in Ausstellung "AusFlugHafenSicht"
- Gewandhausorgel wird überholt
- Freibäder wieder regulär geöffnet
Die Landesvorsitzende der Partei Die Linke, Cornelia Ernst, hat zur Wahl von SPD-Kandidatin Petra Köpping zur Landrätin im neuen Landkreis Leipzig aufgerufen.
In einer Erklärung sagte Ernst, bei der Wahl am Sonntag komme es darauf an, eine bürgerfremde Politik der CDU zu verhindern. Zugleich forderte sie, dass Köpping sich nach ihrer Wahl für Benachteiligte, Arme und Langzeitarbeitslose einsetzen solle. Köpping sagte, sie stimme mit den Forderungen überein. Im ersten Wahlgang vor knapp zwei Wochen hatte Köpping 36 Prozent der Stimmen erhalten. CDU-Kandidat Gerhard Gey verfehlte knapp die absolute Mehrheit.
In Großzschocher haben sich rund 70 Menschen zu einer Kundgebung gegen einen Neonazi-Aufmarsch versammelt.
Das teilte soeben die Polizei mit. Zur Gegenkundgebung hatte eine örtliche Bürgerinitiative sowie das Ladenschlussbündnis aufgerufen. Zu der Kundgebung der rechtsextremen Kameradschaft Freie Kräfte Leipzig sind 40 Neonazis eingetroffen. Beide Kundgebungen verliefen friedlich.
Die Sparkasse hat offenbar eine umstrittene Kontoumstellung wieder zurück genommen.
Wie die Verbraucherzentrale mitteilte hatte die Sparkasse ihren Kunden mitgeteilt, dass ihre Konten automatisch in neue Modelle umgestellt würden. Laut Verbraucherzentrale dürfen Konten aber mit der ausdrücklichen Zustimmung der Kunden umgestellt werden. Außerdem seien nicht alle Kunden mit der Umstellung zufrieden gewesen, da die neuen Konten teilweise teurer seien als die alten. Laut Verbraucherzentrale will die Sparkasse ihre Kunden erneut mit einem Angebot anschreiben, das auch abgelehnt werden kann.
Ein Werk über die militärische Nutzung des Flughafens darf nicht gezeigt werden.
Heute startet am Flughafen Leipzig/Halle das Projekt „AusFlugHafenSicht“. Statt den geplanten 17 Werken werden aber nur 16 zu sehen sein. Bei dem zensierten Werk handelt es sich um eine Broschüre und ein Wandbild von einer Leipziger Künstlergruppe. Beides thematisiert die Nutzung des Flughafens für Zwischenlandungen von US-Soldaten. Die Flughafen-Geschäftsführung fühlte sich dadurch diskreditiert. Sie einigte sich mit dem Mitveranstalter Thalia-Theater Halle darauf, das Werk in seiner Ausstellung nicht zu zeigen. Nun soll es zunächst im Internet zu sehen sein. Nach einem alternativen Ausstellungsort für das 22 Meter lange Wandbild wird noch gesucht.
Die Orgel des Gewandhauses wird generalüberholt.
Wie das Gewandhaus mitteilte, sollen in der kommenden Woche zunächst alle Bauteile ausgebaut werden. Anschließend sollen sie gereinigt und mehr als 6-Tausend Pfeifen poliert werden. Außerdem soll die Technik und die Orgelsteuerung modernisiert und zwei weitere Orgelregister eingebaut werden. Da die Orgel bereits im November wieder genutzt werden soll, müssen die Orgelbauer auch nachts arbeiten. Die Orgel war zuletzt vor 25 Jahren generalüberholt worden. Die Reparatur kosten fast eine halbe Million Euro.
Die Freibäder öffnen wieder zu den gewohnten Tageszeiten.
Nach Angaben der Spörtbäder Leipzig öffnen die Schwimmbäder wieder zwischen 10 und 19 Uhr. Die Öffnungszeiten waren vor einer Woche verkürzt worden. Es sei zum Baden zu kalt gewesen.
Frühnachrichten
- Stadt subventioniert nicht-kommunale Arbeitsplätze
- 12,5 Millionen Euro für Forum Thomanum
- Stadt baut Stadthafen
- Zustimmung für Demokratie sinkt
- Pächter sollen für Elsterstausee zahlen
- Warnstreik bei Sicherheitsfirma
- Mehr Kinder in Leipzig geboren
Die Stadt will nicht-kommunale Arbeitgeber bei der Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützen.
Nach einer Entscheidung des Stadtrats sollen neu geschaffene Arbeitsplätze im Rahmen des Kombi-Lohn-Modells gefördert werden. Insgesamt sollen rund 1.300 Stellen in Leipzig geschaffen werden. So sollen Langzeitarbeitslose wieder in Beschäftigung gebracht werden. Die Hälfte der Stellen schafft die Stadt selbst. Die Kosten trägt zu zwei Dritteln der Bund, den Rest zahlen das Land und die Stadt. Die andere Hälfte der Arbeitsplätze soll unter anderem bei Vereinen und freien Trägern geschaffen werden. Dafür müssen die jedoch einen Eigenanteil von 300 Euro aufbringen. Da das oft schwierig ist, will die Stadt Geld zuschießen. Die Förderung beträgt durchschnittlich 135 Euro pro Monat. Das kostet die Stadt bis 2011 rund 3,2 Millionen Euro.
Das Forum Thomanum wird von der Stadt mit 12,5 Millionen Euro unterstützt.
Das hat am Abend der Stadtrat einstimmig beschlossen. Mit dem Geld sollen die Bedingungen für den Thomanerchor verbessert werden. Der Pfarrer der Thomaskirche, Christian Wolff, sieht in der Entscheidung einen wichtigen Schritt für den Campus. Die gestrige Entscheidung sei ein historisches Datum. Damit habe der Stadtrat sich hinter die Vision Forum Thomanum gestellt. Das Forum sei einen großen Schritt vorangekommen, denn nun sei es auch eine Sache der Stadt Leipzig. Wolff sagte weiter, das Geld werde vor allem für den Bau einer Mensa und Sanierungsarbeiten eingesetzt. Auf dem Campus wurden bereits ein Musik- und Probezentrum, sowie ein Kindergarten eröffnet. Der Campus Forum Thomanum soll in vier Jahren fertig sein. Dann feiert der Thomanerchor sein 800jähriges bestehen.
Die Stadt will den Bau des Stadthafens finanzieren.
Nach eigenen Angaben stellt das Umweltdezernat dafür im kommenden Jahr rund 1,7 Millionen Euro bereit. Zuvor waren Versuche gescheitert, private Investoren für das Projekt zu finden. Der Hafen soll im Zentrum West an der Friedrich-Ebert-Straße entstehen. Zuerst müssen dort alte Industrieanlagen abgerissen werden. Das könne noch Ende dieses Jahres geschehen. Der Stadthafen soll Leipzig mit den Tagebauseen im Umland verbinden. Insgesamt werde er knapp vier Millionen Euro kosten. Mehr als die Hälfte davon soll das Land übernehmen.
Immer mehr Deutsche würden Demokratie gegen eine autoritärere Staatsform eintauschen.
Das ist ein Ergebnis einer Studie unter der Leitung der Leipziger Wissenschaftler Elmar Brähler und Oliver Decker. Im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung sollte das Ausmaß rechtsextremistischer Einstellungen ermittelt werden. Die Studie sieht eine neue Form des kulturellen Rassismus in Deutschland. Die Ausgrenzung von Ausländern und sozial Schwachen werde demnach mehr und mehr gesellschaftsfähig. Demokratie werde nur in Verbindung mit Wohlstand akzeptiert.
Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal hat die ehemaligen Pächter des Elsterstausees aufgefordert, sich an den Kosten zur Rettung des Sees zu beteiligen.
Auf eine Anfrage der CDU sagte er im Stadtrat, der Verein der Angler und Fischer sei weiterhin Pächter des Sees. Der See hat ein Leck und läuft leer. Wegen den zu erwartenden Kosten hatte sich der Pachtverein aufgelöst. Das will die Stadt laut Rosenthal nicht akzeptieren. Der See war zwischenzeitlich fast leer, wurde jedoch vor einigen Wochen von privaten Unternehmen wieder voll gepumpt. Inzwischen sinkt der Wasserstand wieder. Eine Sanierung würde rund sieben Millionen Euro kosten.
Die Beschäftigten einer Sicherheitsfirma haben am Morgen in Leipzig gestreikt.
Die Gewerkschaft Ver.di hatte die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma SecurLog aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Rund 60 Beschäftigte der Frühschicht beteiligten sich an dem Streik. Dadurch fielen die morgendlichen Geld- und Werttransporte aus. Der Warnstreik ist inzwischen beendet. Ver.di fordert Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag für die knapp 500 Angestellten der Sicherheitsfirma in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Gewerkschaft droht mit unbefristeten Streiks.
Im vergangenen Jahr sind in der Stadt mehr Kinder geboren worden.
Wie das statistische Landesamt mitteilte, kamen im vergangenen Jahr mehr als 4.700 Kinder zur Welt. Das sind rund sieben Prozent mehr als im Jahr davor. Auch die Geburtenquote ist gestiegen. Statistisch gesehen bringt eine Frau in Sachsen 1,4 Kinder zur Welt. Trotz des Anstieges liegen die Geburtenzahlen in Leipzig noch immer 16 Prozent unter denen von 1990.




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