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Spätnachrichten vom Freitag, 30. Mai 2008
- Ricardo Chailly verlässt Oper
- EEX stellt Zusammenarbeit mit Pariser Energiebörse vor
- Milchbauern weiten Protest aus
- Leipziger Quelle-Call-Center geschlossen
- Über 500 Menschen demonstrieren für Paulinerkirche
- Deutscher Evangelischer Posaunentag beginnt morgen
- Hohe Waldbrandgefahr rund um Leipzig
Ricardo Chailly gibt sein Amt als Generalmusikdirektor der Oper Leipzig auf.
Chailly sagte, er habe mit Vergnügen an der Oper gearbeitet. Allerdings gebe es viele organisatorische Probeleme. Chailly ist sowohl Generalmusikdirektor der Oper als auch Kapellmeister des Gewandhausorchesters. Den Vertrag als Kapellmeister hat er bereits um weitere fünf Jahre bis 2015 verlängert. Außerdem soll es künftig pro Jahr eine zusätzliche Tournee des Gewandhausorchesters geben. Chailly hatte vor drei Jahren die
Nachfolge von Herbert Blomstedt, als Kapellmeister des Gewandhauses angetreten.
Die Leipziger Energiebörse EEX hat ihre Zusammenarbeit mit der französischen Börse Powernext vorgestellt.
Laut EEX sollen bis Jahresende die Geschäftsfelder aufgeteilt werden. Künftig sollen dann alle langfristigen Geschäfte in Leipzig getätigt werden. Der kurzfristige Energiehandel wird nach Paris verlegt. Mit der Kooperation ist die EEX nun für Frankreich, Österreich, die Schweiz und Deutschland zuständig. An der EEX wird mit Strom, Erdgas, Kohle und CO2-Emissionsrechten gehandelt. Sie ist die größte Energiebörse Europas.
Weitere Leipziger Milchbauern protestieren gegen niedrige Milchpreise.
Nach Angaben des Bauernkreisverbandes beteiligen sich im Raum Leipzig mittlerweile acht Betriebe am bundesweiten Milchboykott. Die Geschäftsführerin des Kreisverbandes Yvonne Kern sagte, der Stopp der Milchlieferungen wäre nur der erste Schritt der Bauern. Es gehe allen Milchbauern wirklich dreckig. Der zweite Schritt wäre der Aufkauf von Milchprodukten in Supermärkten. Diese würden dann an gemeinnützige Einrichtungen verschenkt. Sie seien der Meinung, die Milch sei teilweise so billig auf dem Markt, dass sie auch verschenkt werden könne. Die Bauern würden aber keine Milch vernichten. Stattdessen würden sie versuchen die Milchproduktion zu senken. Der Bundesverband der Milchbauern ruft seit Dienstag zum Boykott der Molkereien auf. Er fordert, dass die Bauern mehr Geld für ihre Milch bekommen.
Das Leipziger Quelle-Call-Center ist geschlossen.
Regina Höhne zuständig für den Einzelhandel bei ver.di sagte, knapp die Hälfte der Mitarbeiter seien in Transfergesellschaftenen gegangen. Die Chancen einen Arbeitsplatz zu finden, nachdem man ich einen Transfergesellschaft tätig war, seien gering. Die übrigen seien angehalten zu Arbeitsagentur zu gehen. An die neuen Standorte in Madgeburg, Cottbus und Berlin werde keiner der Leipziger umsiedeln. Das würde sich nicht lohnen. Denn die Mitarbeiter bekämen weniger Geld und müssten täglich pendeln. Quelle hatte Anfang des Jahres beschlossen das Leipziger Call-Center zu schließen. Grund dafür seien eine schlechte Infrastruktur und zu hohe Kosten.
In der Innenstadt haben über 500 Menschen für die Universitätskirche demonstriert.
Nach Angaben des Paulinervereins, sind das mehr Teilnehmer als erwartet gewesen. Die Demonstranten haben unter anderem die Nutzung der neuen Universitäts-Aula als Universitätskirche gefordert. Im Vorfeld der Demonstration gedachten fast 1.000 Menschen des 40. Jahrestages der Sprengung der Paulinerkirche. Sie war am 30. Mai 1968. Am Abend gedenken die Stadt und die Universität der Sprengung mit einem Konzert in der Thomaskirche. In den derzeitigen Plänen des Uni-Neubaus ist die Aula von einem Andachtsraum durch eine Glaswand getrennt. Außerdem soll sie nicht den Namen
Universitätskirche tragen.
Mit einem Konzert morgen Nachmittag beginnt der Deutsche Evangelische Posaunentag.
Nach Angaben des Evangelischen Posaunendienstes, 20.000 Teilnehmer erwartet. Bis Sonntag werden fast 30 Posaunenchöre auf Bühnen und in Kirchen in der Stadt spielen. Am Sonntag werden 16.000 Bläser zum Abschlussgottesdienst erwartet. Sie wollen im Zentralstadion den größten Posaunenchor der Welt bilden.
Für Wälder in der Region Leipzig besteht hohe Waldbrandgefahr.
Grund dafür ist nach Angaben des Staatsbetriebs Sachsenforst die anhaltende Trockenheit der vergangenen Wochen. Deswegen besteht für die Wälder in Leipzig, im Leipziger Land und im Landkreis Muldental die Waldbrandstufe 3. In Teilen des Landkreises Delitzsch bereits Stufe 4. Der Staatsbetrieb Sachsenforst empfiehlt diese Waldgebiete zur eigenen Sicherheit nicht mehr zu betreten.
Frühnachrichten
- Festgottesdienst erinnert an Sprengung der Universitätskirche
- BMW braucht rund 150 Mitarbeiter
- immer mehr Bauern schließen sich Milchboykott an
- EEX und Powernext informieren über Zusammenarbeit
- sinkende Kaufkraft belastet Leipziger Handwerksbetriebe
Mit einem Festgottesdienst wird an die Sprengung der Universitätskirche St. Pauli erinnert.
Bei den Festveranstaltungen wird heute jedoch nicht nur die Vergangenheit, sondern vor allem die Zukunft des so genannten Paulinums im Mittelpunkt stehen. Seit Monaten streiten sich der Paulinerverein und die Universitätsleitung um die innere Gestaltung des neuen Genäudes. Aus diesem Grund soll es nach dem Festgottesdienst eine Demonstration durch die Innenstadt geben. Dazu hatte der ehemalige Pfarrer der Nikolaikirche, Führer, aufgerufen. Die Demonstranten fordern unter anderem Kanzel und Altar der gesprengten Universitätskirche wieder aufzustellen und dem neuen Gebäude den alten Namen Universitätskirche St. Pauli zu geben. Der Stadt zufolge kann Oberbürgermeister Burkhard Jung die Demonstration nicht unterstützen und sagte seine Teilnahme ab. Heute vor genau 40 Jahren ließ die DDR-Regierung die Universitätskirche sprengen. Sie musste dem Neubau der Karl-Marx-Univerisität weichen.
Beim Leipziger BMW-Werk entstehen rund 150 Arbeitsplätze.
Nach Angaben des Unternehmens werden Mitarbeiter für die neuen Produktionsanlagen gebraucht. BMW erweitert seine Werkshallen für die Fertigung von Autokarosserien. Außerdem wird ein neues Presswerk gebaut. Wie viele Mitarbeiter neu eingestellt werden, sei aber noch unklar. Das Unternehmen habe noch nicht entschieden, ob ein Partnerunternehmen oder BMW selbst das Presswerk betreiben werde. Durch das neue Werk soll die Produktion schneller und billiger werden. Das Unternehmen spare Transportkosten, wenn die Autoteile gleich vor Ort produziert und zusammengebaut werden können. Der Bau des neuen Presswerks kostet 100 Millionen Euro und soll Ende des kommenden Jahres fertig sein. Zurzeit arbeiten mehr als 5.400 Mitarbeiter bei BMW. Jedes siebente Auto der Marke kommt mittlerweile aus Leipzig.
Immer mehr Leipziger Milchbauern schließen sich dem bundesweiten Milchboykott an.
Nach Angaben des Kreisbauernverbandes hat heute auch die Dittmannsdorfer Milch GmbH in Kitzscher ihre Lieferungen gestoppt. Damit ist sie schon der zweite Milchproduzent in der Region. Mitte der Woche hatte sich die Firma Frohburger Osterland dem Milchboykott angeschlossen. Zur Stunde beraten die Milchbauern des Kreisverbandes, ob sie sich geschlossen gegen die zu niedrigen Milchpreise wehren. Der Kreisverband hatte zum Beispiel vorgeschlagen, dass die Bauern ihre Milch selbst kaufen, um sie dann an Tafeln und Altenheime zu verschenken.
Die Leipziger Energiebörse EEX und die fanzösische Enerbiebörse Powernext wollen heute über ihr Zusammenarbeit informieren.
Die EEX will unter anderem mit dem neuen Partner Powernext zum stärksten Handelsplatz für Energie in Europa werden. Das Unternehmen verspricht sich davon den Standort Leipzig zu stärken. Durch die Zusammenarbeit der großen Börsen strebt die EEX außerdem einheitliche Preise für Energie in ganz Europa an. Künftig soll der langfristige Stromhandel, der so gekannte Terminmarkt, von Leipzig aus gesteuert werden. Der kurzfristige Handel mit Strom, der so genannte Spotmarkt, soll von Paris aus geleitet werden.
Die sinkende Kaufkraft belastet die Leipziger Handwerksbetriebe.
Die Sprecherin der Leipziger Handwerkskammer, Andrea Wolter, sagte, in Leipzig und Umgebung gebe es einen generellen Abwärtstrend. Besonders betroffen sind davon unter anderem Friseure, Kosmetiker und Goldschmiede. Weil die Preise zum Beispiel für Strom und Wasser immer höher werden hätten nicht nur die Unternehmer, sondern auch die Endverbraucher immer weniger im Portmonee. Es bleibe zu wenig übrig, sodass die Menschen auf Konsum verzichten müssten. Wolter sagte weiter, dass die Arbeitnehmer entlastet werden sollten. Eine Maßnahme könnte die Senkung der Sozialabgaben sein.




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