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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Freitag, 2. Mai 2008

Der Altenburger Flughafen darf sich wieder „Leipzig-Altenburg Airport“ nennen.

Das hat das Kölner Landgericht heute entschieden. Damit wurde eine Klage des Flughafens Leipzig/Halle abgewiesen. Die Leipziger werfen dem Altenburger Flughafen vor, durch die Umbenennung die Kunden in die Irre zu führen. Der Sprecher des Flughafens Leipzig/Halle, Uwe Schuhart, sagte, es würde erstmal in aller Ruhe die vollständige, schriftliche Begründung des Gerichtsurteils abgewartet. Zum jetzigen Zeitpunkt könne noch keine Aussage zum Verfahren getroffen werden. Schuhart sagte, er schließe weitere rechtliche Schritte nicht aus. Außerdem könne er sich eine künftige Zusammenarbeit mit dem Altenburger Flughafen nicht vorstellen.

Für das Leipziger Tochterunternehmen des privaten Postdienstleisters PIN gibt es konkrete Kaufangebote.

Nach Angaben des Insolvenzverwalters haben mehrere Investoren Interesse an der Pin Mail Sachsen in Leipzig. Der Geschäftsführer der PIN-Tochter, Matthias Krüger, geht davon aus, dass es bis Anfang kommender Woche einen konkreten Käufer gibt. Dann will das Unternehmen über die weitere Zukunft des Leipziger Standorts informieren. Zurzeit können die 300 Angestellten des Unternehmens nicht bezahlt werden, weil vor zwei Tagen das Insolvenzgeld auslief. Mit dem neuen Käufer soll sich diese Frage aber klären. Nach den bisherigen Gesprächen geht Krüger davon aus, dass alle Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Der Muldentalkreis kann mehr Schulden abbauen.

Nach Angaben der Kreisverwaltung wurden im vergangenen Jahr 3,7 Millionen Euro weniger ausgegeben. Grund für den Überschuss im Haushalt sind weniger Kosten für Arbeitslosengeld-II-Empfänger. Außerdem konnte mehr Geld durch Baugenehmigungen eingenommen werden. Der Kreistag hatte in seiner letzten Sitzung beschlossen 3 Millionen Euro in die Entschuldung des Kreises zu investieren. Damit sinkt die Pro-Kopf-Verschuldung unter die Grenze von 250 Euro pro Einwohner. Damit kann der Muldentalkreis wieder selbstständig über seinen Haushalt verfügen.

Die Leipziger Bürgerinitiative gegen die Teilprivatisierung kommunaler Unternehmen will stärker mit anderen Initiativen zusammenarbeiten.

Der Initiator der Leipziger Bürgerinitiative, Mike Nagler, sagte, beim Treffen der Privatisierungsgegner am Wochenende sollen erste Kontakte geknüpft werden. Das Treffen diene dazu, Erfahrungen auszutauschen. Interessant sei, welche Erfahrungen in anderen Städten mit Privatisierungen oder Bürgerentscheiden gemacht wurden. Außerdem sei das ein erster Versuch, die einzelnen Initiativen zu bündeln, zu vernetzen und den Argumenten von Bürgerinitiativen auf Bundesebene stärker Gehör zu verschaffen. Nagler sagte weiter, es würden unter anderem Vertreter von Bürgerinitiativen aus Berlin und Chemnitz erwartet. Bei den so genannten „Attac-Maitagen“ soll außerdem über die Ursachen und Auswirkungen von Privatisierung diskutiert werden.

An der Hochschule für Musik und Kunst beginnt am Abend das erste Jazzfest.

Nach Angaben der Hochschule ist die Veranstaltungsreihe ein spontanes Musikfest. Ursprünglich sollte am Wochenende ein Musical aufgeführt werden. Allerdings kam die Produktion nicht zustande. Stattdessen gibt es bis Sonntag drei Konzertabende mit Jazzmusikern aus Dresden, Weimar und Leipzig.

Im Zoo ist ein junger Schimpanse eingeschläfert worden.

Der neun Monate alte Schimpanse hatte sich den Oberschenkel gebrochen. Um wieder gesund zu werden hätte das Tier für mehrere Monate von den anderen Schimpansen getrennt werden müssen. Danach sei eine Integration in die Affengruppe aber nicht mehr möglich. Zurzeit leben im Zoo 24 Schimpansen. Sie stammen aus Südafrika und sind dort durch Wilderer bedroht.

 

Frühnachrichten

Auf dem Augustusplatz haben rund 800 Menschen an einer Kundgebung zum 1. Mai teilgenommen.

Zuvor hatte die Gewerkschaft IG Metall zu einer friedlichen Demonstration zum Tag der Arbeit durch die Innenstadt aufgerufen. Auf der anschließenden Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes forderte die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft, Eva Maria Stange, gerechte Lohne für alle Arbeitnehmer. Stange sagte auf dem Augustusplatz: Lohndumping müsse entschieden von den Gewerkschaften bekämpft werden. Seit 1995 sei die Zahl der im Niedriglohnsektor beschäftigten Arbeitnehmer von 15 Prozent auf 22 Prozent gestiegen. Das betreffe fast jeden vierten Arbeitnehmer. Stange sagte weiter, durch niedrige Löhne würden niedrige Renten und Armut im Alter vorprogrammiert sein. Außerdem befürwortete die Staatsministerin das Arbeitsbeschaffungsprogramm Kommunal-Kombi. Das Projekt biete Langzeitarbeitslosen eine realistische Chance, wieder eine feste Anstellung zu bekommen.

Am 1. Mai ist es in Leipzig unerwartet ruhig geblieben.

Nach Angaben der Polizei gab es bei der Kundgebung auf dem Augustusplatz keine Zwischenfälle. Gestern vielen der Tag der Arbeit, der Feiertag „Christi Himmelfahrt“ und der traditionelle Herrentag zusammen. Aus diesem Grund waren im Stadtgebiet mehrere hundert Polizisten im Einsatz, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern. Die befürchteten Krawalle blieben aus.

Die ersten Langzeitarbeitslosen können im Leipziger Land und im Muldentalkreis ihre neue Arbeitstellen antreten.

Nach Angaben des sächsischen Wirtschaftsministeriums arbeiten sie als Übungsleiter in Sportvereinen oder für Gemeinden. Die Stellen wurden im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms "Kommunal-Kombi" geschaffen und sind auf drei Jahre befristet. Die Teilnehmer verdienen durchschnittlich 1.000 Euro Brutto und müssen 30 Stunden in der Woche arbeiten. Das Projekt wird vom zum großen Teil vom Bund finanziert. Außerdem sind das Land Sachsen und die Kommunen beteiligt. Auch in Leipzig sollen in diesem Monat die ersten 70 Stellen besetzt werden.

Die Deutsche Post ist mit der Tarifeinigung für die Postmitarbeiter zufrieden.

Am Mittwochabend hatten sich die Post und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di auf eine gestaffelte Lohnerhöhung um sieben Prozent geeinigt. Außerdem haben die Postmitarbeiter einen Kündigungsschutz für die kommenden drei Jahre. Der Sprecher der Deutschen Post, Manfred Hausschild, sagte, das Wichtigste sei, dass die Streiks abgewendet seien. Die Niederlassungen in den Regionen könnten jetzt erstmal wieder in aller Ruhe ihren Aufgaben nachgehen. Bei solchen Tarifvereinbarungen seien natürlich auch wirtschaftliche Überlegungen als Grundlage herangezogen worden. Die sieben Prozent seien eine gute Basis, mit der die Deutsche Post gut leben könne. Manfred Hausschild sagte weiter, konkrete Umstrukturierungen im Raum Leipzig seien nicht geplant. In zwei Wochen müssen die, in den Gewerkschaften organisierten, Postmitarbeiter der Tarifeinigung noch zustimmen.

Die Polizei hat eine Belohnung ausgesetzt, um den Täter zu finden, der einen 28-jährigen Mann vor der Leipziger Diskothek „Mia´s“ erschossen hat.

Nach Angaben der Polizei gibt es für Hinweise auf den Täter eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro. Um das Verbrechen aufzuklären, hatte die Polizei die Sonderermittlungskommission, Disko, eingesetzt. Die Ermittler haben bisher aber noch keine Hinweise auf den Täter und hoffen nun auf die Mithilfe der Leipziger. Anfang März hatte es gewalttätige Auseinandersetzungen vor mehreren Leipziger Diskotheken gegeben. Dabei wurde ein Mann schwer verletzt und der 28-Jährige erschossen.

Auf dem Colditzer Marktplatz sind gestern Nachmittag rechtsradikale Parolen skandiert worden.

Wie die Polizei mitteilte, hat eine Gruppe von 20 jungen Männern mit einem Megaphon antisemitische Parolen gebrüllt. Später wiederholten einige der Männer ihre Rufe aus einem fahrenden Auto heraus. Die Polizei verfolgte die Verdächtigen und nahm acht von ihnen vorläufig fest. Allerdings reichten die Vorwürfe nicht für einen Haftbefehl. Stattdessen verteilte die Polizei für die Colditzer Innenstadt Platzverweise. Ein 23-Jähriger muss sich nun wegen Volksverhetzung verantworten.

Das Landgericht in Köln entscheidet am Mittag, ob sich Altenburger Flughafen in "Leipzig-Altenburg Airport" umbenennen darf.

Im Februar wurde der Flughafen Altenburg-Nobitz in „Leipzig-Altenburg Airport“ umbenannt. Dagegen hatte der Flughafen Leipzig/Halle eine Einstweilige Verfügung erwirkt. Die Umbenennung wurde vorerst per Gerichtsbeschluss verboten. Dem Leipziger Flughafen zufolge würde der neue Name die Kunden in die Irre führen. Vor knapp drei Woche hatte der zuständige Richter am Kölner Landgericht allerdings schon angekündigt, den Vorwurf der Leipziger bei näherer Betrachtung des Falls nicht nachvollziehen zu können. Aus diesem Grund geht der Chef des Altenburger Flughafens davon aus, ab heute seinen Flughafen wieder in „Leipzig-Altenburg Airport“ umbenennen zu können.

Oberbürgermeister Burkhard Jung eröffnet heute den neuen "Leipziger Platz" in Travnik in Bosnien-Herzegowina.

Nach Angaben des Vereins Leipzig-Travnik ist der Platz in der Leipziger Partnerstadt mit Geldern aus der Messestadt umgestaltet worden. Insgesamt haben die Bauarbeiten 70.000 Euro gekostet. Der Leipziger Architekt Daniel Kirsch hat den neuen Platz gestaltet. Oberbürgermeister Burkhard Jung eröffnet ihn am Nachmittag und bleibt noch bis Sonntag in Bosnien-Herzegowina. Travnik ist bereits seit fünf Jahren Partnerstadt von Leipzig.