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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Montag, 19. Mai 2008

Im Konflikt um den Umzug der Mittelschule in Böhlitz-Ehrenberg will die Ortvorsteherin, Karin Teubner, gegen die Stadt klagen.

Das sagte Teubner im Anschluss an eine Vermittlungsrunde mit der Stadt im Regierungspräsidium. Sie zeigte sich enttäuscht von dem Vermittlungsangebot des Regierungspräsidiums. Vermittlung bedeute in dem Fall die völlige Übernahme der Position der Stadt. Teubner wolle dem Ortschaftsrat nicht vorgreifen, aber sie persönlich werde jetzt Klage einreichen. Die Stadt will, dass die Böhlitz-Ehrenberger Mittelschule nach Leutzsch umzieht. In das Gebäude soll dann die Grundschule ziehen. Das will der Ortschaftsrat verhindern. Stattdessen könne das Gebäude der Grundschule ausgebaut werden. So könnten beide Schulen in Böhlitz-Ehrenberg bleiben.

Innenminister Albrecht Buttolo hat sich in der Stadt über die Lage der Leipziger Polizei informiert.

Nach Angaben des Innenministeriums ging es dabei vor allem um die Personallage und die Arbeitsbelastung der Beamten. Insbesondere die Bereitschaftspolizei klage über zu viele Überstunden. Dazu beigetragen hätten Fußball-Krawalle und Auseinandersetzungen in der Discothekenszene. Angesichts dieser Entwicklungen wolle sich Buttolo für eine höhere Zahl an Neueinstellungen bei der Polizei in Sachsen einsetzen.

Das Ordnungsamt schließt nicht aus, dass es am Stattstrand Leipzig weitere Feiern geben kann.

Nach Angaben des Ordnungsamtes darf dabei jedoch nur sehr leise Musik gespielt werden. Der Leiter des Amts, Helmut Loris, sagte, die Betreiber müssten sich deswegen an die entsprechenden Auflagen halten. Das Ordnungsamt müsse abwägen, was wichtiger sei: das Ruhebedürfnis der Anwohner oder aber das Geltungsbedürfnis derjenigen, die den Freisitz nutzen wollen. Selbstverständlich gelte ich solchen Fällen, dass das Ruhebedürfnis der Anwohner vorgeht. Loris sagte weiter, die Erlaubnis für Veranstaltungen sei im letzten Jahr ausgelaufen. Sie könne aber verlängert werden. Jedoch sei im vergangenen Jahr der Lärmpegel an dem Strand in der Nähe des Hauptbahnhofs zu hoch gewesen. Die Betreiber des Stattstrands wollen wegen der Auflagen nicht weitermachen. Für diesen Sommer seien noch vier große Feiern geplant. Danach werde der Stattstrand geschlossen.

Ältere Deutsche leiden noch immer unter traumatischen Erlebnissen des Zweiten Weltkriegs.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universitäten Leipzig und Zürich. Danach leiden rund dreieinhalb Prozent der Menschen über 60 am so genannten Posttraumatischen Belastungssyndrom. Professor Elmar Brähler von der Uni Leipzig sagte, bei jüngeren Menschen sei das weitaus seltener. Die gute Botschaft sei, dass die jüngere Generation eigentlich auf einer Insel der Seligen lebe. Im Vergleich zu den USA oder anderen Ländern gebe es hier weniger Gewalt und weniger Naturkatastrophen. Mehr Traumata gebe es in Deutschland dagegen bei den alten Menschen. Das sei in anderen Ländern nicht so. Das so genannte Posttraumatische Belastungssyndrom äußert sich unter anderem in Schlafstörungen, Albträumen und Depressionen. Viele der Befragten gaben Kriegserlebnisse an wie Ausbombung, Vertreibung und Kriegseinsatz. Im Rahmen der Studie waren mehr als 2400 Menschen in Deutschland befragt worden.

Im Neuen Rathaus hat eine Ausstellung zur Sprengung der Leipziger Paulinerkirche begonnen.

Wie das Archiv Bürgerbewegung mitteilte, wird dabei auf Schautafeln die persönliche Geschichte von elf Männern und Frauen im Zusammenhang mit der Kirchensprengung dargestellt. Zum Universitätsjubiläum im kommenden Jahr soll die Ausstellung der Universität übergeben und dann in der neuen Aula aufgestellt werden. Im Neuen Rathaus ist sie bis Mitte Juni zu sehen. Die Paulinerkirche war Ende Mai 1968 gesprengt worden. Sie musste einem Universitätsneubau weichen.

Das Bach-Archiv hat eine wertvolle Schenkung mit historischen Briefen erhalten.

Wie ein Sprecher des Archivs mitteilte, handelt es sich um 26 Briefe des ersten Bach-Biografen Johann Nikolaus Forkel. Empfänger der Briefe war der Leipziger Musikverlag Hoffmeister & Kühnel, der 1800 an der ersten Gesamtausgabe von Bachs Klavierwerken arbeitete. Der Musikwissenschaftler Forkel war damals Berater des Verlages. Ein Mitglied der Stiftung des Bacharchivs hat die Briefe im vergangenen Jahr ersteigert und jetzt dem Archiv geschenkt.

 

Frühnachrichten

Der Sportwagenhersteller Porsche sucht für das Leipziger Werk 600 neue Mitarbeiter.

Nach Angaben des Unternehmens werden sie für die Produktion des Sport-Coupés Panamera gebraucht. In den kommenden Monaten will Porsche einen Prototyp des neuen Panamera produzieren. Im kommenden Jahr soll die Serienfertigung beginnen. Dafür seien bereits knapp 40 Mitarbeiter eingestellt worden. Für die restlichen neuen Arbeitsplätze soll das Einstellungsverfahren noch in diesem Jahr beginnen. 2009 sollen dann insgesamt 1.000 Mitarbeiter bei Porsche beschäftigt sein. Nach Angaben der IG Metall ist im Moment noch unklar, wie viele der Stellen mit Leiharbeitern besetzt werden. Darüber würden Betriebsrat und Unternehmen noch verhandeln.

Das Völkerschlachtdenkmal soll auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt werden.

Diese Idee regt unter anderem der Leipziger Literaturwissenschaftler Otto Werner Förster an. Er sagte, der Titel Weltkulturerbe würde der Bedeutung des Denkmals gerecht werden. Das Denkmal sei von Bürgern geplant, erbaut und finanziert worden. So habe das Völkerschlachtdenkmal zur demokratischen Entwicklung beigetragen. Das müsse gewürdigt werden. Förster sagte weiter, um sich für den Titel Weltkulturerbe zu bewerben, müssten die Stadt Leipzig und der Förderverein des Völkerschlachtdenkmals zusammenarbeiten. Auch der Kulturdezernent Georg Giradet würde eine solche Bewerbung bei der UNESCO unterstützen. Allerdings gebe es im Moment andere Projekte. Zum Beispiel wurde eine Arbeitsgruppe gegründet um Leipzig als Musikstadt bei der UNESCO vorzuschlagen.

Die Sachsen Bank zieht eine Schadensersatzklage gegen frühere Vorstandsmitglieder der ehemaligen Sachsen LB in Erwägung.

Dazu muss nach Angaben der Bank jedoch erst geprüft werden, ob ein Anspruch auf Schadensersatz besteht. Erst dann kann entschieden werden, ob eine Klage möglich ist. Die ehemalige Sachsen LB war nach riskanten Immobiliengeschäften am US-Hypothekenmarkt in Finanznot geraten und Anfang des Jahres von der Landesbank Baden-Württemberg übernommen worden. Seit April dieses Jahres arbeitet sie unter dem Namen „Sachsen Bank“.

Auf dem Gelände des Schlossguts Kleinzschocher soll eine Eigenheimsiedlung entstehen.

Nach Angaben der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft, LWB soll der Bereich zwischen Kantatenweg und Windorfer Straße neu gestaltet werden. Jedoch muss der Aufsichtsrat noch über das Vorhaben entscheiden. Der Baubeginn für die ersten Häuser wäre frühestens Anfang 2009 geplant. Bisher befinden sich auf dem Gelände des alten Schlossguts Ruinen, die noch abgerissen werden müssten. Dort sollen dann mehr als 30 Ein- und Zweifamilienhäuser entstehen.

Am Abend hat es am Lindenauer Markt eine Messerstecherei gegeben.

Nach Angaben der Polizei kam es vor einem Imbiss zu der Auseinandersetzung. Eine Gruppe von drei Männern wurde von zwei Unbekannten angegriffen. Sie hätten die Gruppe mit mehreren Messerstichen attackiert. Dabei sind vier Männer verletzt worden, einer von ihnen befindet sich noch im Krankenhaus. Hintergrund des Streits ist nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen eine Frau. Ein Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen in der Disco-Szene kann laut Polizei aus diesem Grund ausgeschlossen werden.

Der SSV Markranstädt hat gestern das Oberliga-Spiel bei Germania Halberstadt 4:3 gewonnen.

Zur Pause hatte es noch 1:1 unentschieden gestanden. Nachdem die Halberstädter erneut in Führung gegangen waren, konnte Markranstädt jeweils ausgleichen und schließlich in der 82. Minute den Führungstreffer erzielen. Durch den Sieg ist der SSV Markranstädt in der Tabelle der Oberliga Süd von Platz 7 auf Platz 5 gestiegen. Halberstadt rutscht vom 8. Tabellenplatz auf den 10. Platz ab.