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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Mittwoch, 30. April 2008

Im Tarifstreit bei der Deutschen Post gibt es eine Einigung.

Wie die Gewerkschaft Ver.di mitteilte, bekommen die Mitarbeiter der Post in Zukunft mehr Geld. Der Fachbereichsleiter für Postangestellte, Andreas Wiedemann, sagte, die Erhöhung der Gehälter erfolge gestaffelt. Die Einkommen würden in diesem Jahr um vier Prozent, im nächsten Jahr um drei Prozent, also insgesamt sieben Prozent steigen. Der Abschluss habe eine Laufzeit von 26 Monaten. Dazu gebe es eine Einmalzahlung von 200 Euro. Außerdem sei das Ziel erreicht worden, dass die Beschäftigten weiter nur 38,5 Stunden arbeiten müssen. Wiedemann sagte weiter, bis Mitte 2011 seien betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Der Tarifvertrag gelte im Raum Leipzig für rund viertausend Beschäftigte. Mit dem Vertrag seien Streiks vorerst abgewendet. Mitte Mai sollen dann die Postmitarbeiter entscheiden, ob sie die Tarifeinigung annehmen.

Der seit zweieinhalb Wochen vermisste zwölfjährige Ruderer ist gefunden worden.

Nach Angaben der Polizei haben die Suchkräfte in der Nähe des Palmgartenwehrs die Leiche des Jungen gefunden. Die Suche nach dem Jungen war in der vergangenen Woche weitgehend eingestellt worden. Dann wurde entschieden, die Suche noch einmal zu intensivieren. Am Morgen wurde deswegen der Wasserstand im Elsterbecken um anderthalb Meter gesenkt. Etwa 50 Einsatzkräfte suchten nach dem Jungen. Neben Booten und Spürhunden kam erneut ein Polizeihubschrauber zum Einsatz. Etwa 100 Meter abwärts der Zeppelinbrücke wurde schließlich der Leichnam schließlich gefunden. Am Nachmittag ergab die Untersuchung der Rechtsmedizin, dass es sich um den vermissten Jungen handelt. Er war vor zweieinhalb Wochen bei einer Ruderregatta vom Palmgartenwehr gestürzt und nicht mehr aufgetaucht.

Die Verbundnetz Gas AG – VNG - hat sich mit dem russischen Ölkonzern Gazprom auf den Bau eines neuen Gasspeichers verständigt.

Nach Angaben des Leipziger Energieversorgers soll der Gasspeicher bei Halle gebaut werden und rund 350 Millionen Euro kosten. Das haben die VNG und Gazprom in Moskau vereinbart. Insgesamt werden zehn unterirdische Speicher-Kammern entstehen. Der erste Teil des Gasspeichers soll im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Bis 2022 soll die gesamte Anlage fertig sein. Dann könne sie 500 Millionen Kubikmeter Gas lagern. Das reiche laut VNG aus, um 140.000 Haushalte für zwei Jahre mit Gas zu versorgen.

In diesem Jahr wird es keine Balloon-Fiesta geben.

Wie der Veranstalter mitteilte, sei das das Ergebnis eines Treffens mit der Stadt. Stattdessen will sich der der Organisator auf die Umsetzung der Balloon-Fiesta im kommenden Jahr konzentrieren. Zwischen dem Veranstalter und der Stadt hatte es Differenzen gegeben. Er hatte für die Balloon-Fiesta Eintritt verlangt. Die Stadt wollte daraufhin Sondernutzungsgebühren kassieren. Noch sei unklar, ob der Veranstalter zahlen müsse. Beide Seiten stünden aber kurz vor einer Einigung.

Vor dem Völkerschlachtdenkmal findet das Festival „Leipzig Courage zeigen“ statt.

Nach Angaben der Veranstalter werden dazu bis zu 20.000 Besucher erwartet. Mit dem Open-Air-Konzert will die Stadt für Demokratie und Toleranz werben. Dazu werden acht Bands und Einzelkünstler auftreten. Das Festival wird seit 1998 jedes Jahr am Vorabend des ersten Mai´s veranstaltet.

Die Fanprojekte der Leipziger Fußball-Vereine bekommen ab kommender Saison mehr Mitarbeiter.

Wie der Fanbeauftragte des FC Sachsen sagte, könnten dazu Gelder vom Land Sachsen genutzt werden, die gestern bewilligt wurden. Das Geld werde ausschließlich in neues Personal investiert. Es gebe ab kommender Saison jeweils zwei Beauftragte für die Fanprojekte von Lok Leipzig und Sachsen Leipzig. Sie waren nach Fußballkrawallen in der Stadt gegründet worden. Gestern hatte die sächsische Regierung beschlossen, Fanprojekte mit 300.000 Euro jährlich zu unterstützen. Außerdem kommen je 300.000 Euro von Bund und Kommunen.

Der FC Sachsen Leipzig spielt um den Sächsischen Landespokal.

Im Finale treffen die Leipziger auswärts auf den Chemnitzer FC. In der Hinrunde der Oberliga trennten sich die beiden Mannschaften Unentschieden. Der Chemnitzer FC steht derzeit auf Platz zwei der Oberliga, der FC Sachsen liegt auf Platz elf.

 

Frühnachrichten

Nachdem die Ermittlungen der Dresdner Staatsanwaltschaft zur so genannten Korruptionsaffäre eingestellt wurden, will der Untersuchungsausschuss weiter ermitteln.

Klaus Bartl, Vorsitzender des Untersuchungsausschusses im Landtag, sagte, der Ausschuss sei wichtiger als je zuvor. Wie könne es geschehen, dass zehn Beamte im Landesamt für Verfassungsschutz drei Jahre lang vor sich hinarbeiten und 15.600 Seiten aufschreiben. Das solle nun alles Schwindel sein. Bartl sagte weiter, der Ausschuss werde weiter die politische Verantwortung prüfen. Nur die Reihenfolge ändere sich. Es sollen nun zuerst diese zehn Beamten gehört werden. Deswegen will der Ausschuss nun schnellstens die Akten bekommen und danach Zeugen vernehmen. Gestern hatte der Dresdner Oberstaatsanwalt Christian Avenarius bekannt gegeben, dass es keine Hinweise auf ein kriminelles Netzwerk in Leipzig gebe. Vor allem die Anschuldigungen gegen die drei Hauptverdächtigen hätten sich nicht bestätigt.

In Leipzig gibt es immer weniger Arbeitslose.

Wie die Leipziger Agentur für Arbeit mitteilte, waren im April knapp 60.000 Menschen ohne Arbeit. Im Vergleich zum März sind das rund eintausend Menschen weniger. Damit ist laut Wolfgang Steinherr, Leiter der Leipziger Agentur für Arbeit, die Zahl der Arbeitslosen seit Januar kontinuierlich zurückgegangen. Insgesamt liegt die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk bei 15,2 Prozent. Im Vergleich der sächsischen Arbeitsagenturen liegt Leipzig damit auf dem vorletzten Platz. Die niedrigste Arbeitslosenquote hat Dresden.

 

Im Tarifstreit mit der Post wird wieder verhandelt.

Seit dem Vormittag treffen sich ver.di und die Arbeitgeber, um einen unbefristeten Streik noch abzuwenden. Unterdessen sagte Andreas Wiedemann, ver.di-Bereichsleiter für die Post in Mitteldeutschland, für den Nachmittag werde das Ergebnis der Urabstimmung erwartet. Zum ersten gebe es eine breite Beteiligung. Sehr viele Mitglieder hätten von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Wenn man die Stimmung an den Abstimmungsurnen richtig werte, stünden die Zeichen auf Sturm.

 

Seit dem Morgen hat die Polizei die Suche nach dem vermissten Ruderer wieder aufgenommen.

Dabei wird das Palmengartenwehr teilweise geschlossen, um den Wasserpegel des Elsterflutbeckens zu senken. Anschließend werden Taucher und Leichenspürhunde nach dem Zwölfjährigen suchen. Unterstützt wird die Polizei unter anderem vom Technischen Hilfswerk und der Feuerwehr. Der Junge wird seit zweieinhalb Wochen vermisst. Er war mit vier anderen Kindern bei einer Ruderregatta im Elsterkanal von einem Wehr hinabgestürzt.

Während der rechtsextremen Demonstration am Abend ist es friedlich geblieben.

Wie die Polizei mitteilte, versammelten sich rund 130 Mitglieder der rechtsradikalen Kameradschaft „Freie Kräfte“. Sie demonstrierten rund eineinhalb Stunden im Stadtteil Grünau. Zu Auseinandersetzungen mit den insgesamt rund 100 Gegendemonstranten kam es nicht. Außerdem wurde eine Gegenkundgebung kurzfristig abgesagt.