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Spätnachrichten vom Freitag, 7. März 2008
- Verkauf der Sachsen LB abgeschlossen
- Züge fahren nach Notfallplan
- Blumen und Brötchen an Feiertagen: Ladenöffnungsgesetz wird gelockert
- Vorerst keine Streiks im öffentlichen Dienst
- Landtag debattiert über Marx-Relief
- Altenburger Flughafen darf sich nicht Leipzig nennen
- Leonie am Hauptbahnhof angekommen
- Briefträger vergisst Post
Der Verkauf der sächsischen Landesbank an die Landesbank Baden Württemberg LBBW ist abgeschlossen.
Nach Angaben der LBBW stimmte die Trägerversammlung der Übernahme zu. In einem Monat sollen die Banken zusammengeführt werden. Ab April übernimmt die LBBW die Funktionen der Sachsen LB, darunter auch die Funktion der Zentralbank für die Sparkassen. Außerdem will die Landesbank Baden Württemberg so auch nach Osteuropa expandieren, etwa nach Tschechien und Polen. Laut Finanzminister Stanislaw Tillich soll die Bank weiterhin ein wichtiger Arbeitgeber in Sachsen bleiben und ihre Aufgaben als Partner für sächsische Firmen wahrnehmen. Nach der Krise der sächsischen Landesbank im vergangenen Jahr war sie an die LBBW verkauft worden.
Unabhängig von möglichen Streiks fahren auch in Leipzig die Bahnen ab kommender Woche nach einem Notfallplan.
Wie die Deutsche Bahn mitteilte, werden im Fernverkehr viele Züge ausfallen. Im Regionalverkehr werden auf vielen Strecken Busse eingesetzt. Die Bahn empfiehlt sich vor Reisen über die Fahrpläne zu informieren. Die Gewerkschaft der Lokführer hat angekündigt ab Montag wieder zu streiken, sollte die Bahn den ausgehandelten Tarifvertrag am Wochenende nicht unterschreiben.
Blumenhändler und Bäcker sollen künftig an bestimmten Feiertagen öffnen dürfen.
Der Wirtschaftsausschuss des Landtags stimmte einem entsprechenden Antrag der Regierungskoalition zu. Demzufolge, soll das Ladenöffnungsgesetz ab April gelockert werden. Dann entscheidet der Landtag über das Gesetz. Matthias Weise von der Leipziger Citygemeinschaft begrüßte die Entscheidung. Im vergangenen Jahr sei Muttertag auch auf einen solchen Feiertag gefallen. Und gerade an solchen Tagen würden viele Blumen nachgefragt. Die Änderung werde sich positiv auf Leipzig auswirken.
In der Stadt wird es im öffentlichen Dienst vorerst keine Streiks mehr geben.
Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di wird ab nächster Woche ein Schlichtungsverfahren stattfinden. Währendessen dürfen die Beschäftigte im öffentlichen Dinest ihre Arbeit nicht niederlegen. Die Tarifverhandlungen zwischen den Gewerkschaften und den Arbeitgebern waren bisher gescheitert, sie werden in drei Wochen wieder aufgenommen. In den vergangenen Tagen hatten unter anderem Beschäftigte der Müllabfuhr, der Oper, der Kindertagesstätten und der Arbeitsagentur gestreikt und mehr Lohn gefordert.
Der Landtag hat über die Wiederaufstellung des Marx-Reliefs debattiert.
Einem Antrag der rechtsextremen NPD zufolge, fördert die Wiederaufstellung einen Karl-Marx-Erinnerungskult. SPD und Grüne widersprachen dieser Ansicht. Kunstwerke dürften nicht aus der Öffentlichkeit getilgt werden. Die CDU erinnerte an die Bücherverbrennungen während des Nationalsozialismus. Gleichzeitig kritisierte sie die Wiederaufstellung des Reliefs. Sie sei ein Schlag für diejenigen, die an der friedlichen Revolution teilgenommen hatten. Die Linksfraktion und die FDP äußerten sich nicht zu der Debatte. Um den neuen Standort des Marx-Reliefs hatte es heftige Diskussionen gegeben. Vor einer Woche war entschieden worden das Relief auf dem Sportcampus der Universität aufzustellen.
Der Flughafen Altenburg-Nobitz darf seinen neuen Namen nicht behalten.
In einer einstweiligen Verfügung verbot das Landgericht Köln den Namen Leipzig-Altenburg Airport. Der Flughafen Leipzig/Halle hatte die Umbenennung als irreführend kritisiert. Der Geschäftsführer des Altenburger Flughafen, Jürgen Grahmann, sagte, es sei kein überraschender Schritt, aber er hätte sich eine gemeinsame Lösung gewünscht. Da Leipzig/Halle dies aber nicht möchte, gäbe es jetzt eine gerichtliche Auseinandersetzung. Der Flughafen Altenburg hat Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung eingelegt.
Die erste Röhre des City-Tunnels ist fast zu Ende gebohrt.
Wie das sächsische Wirtschaftsministerium mitteilte, hat der Riesenbohrer „Leonie“ den Hauptbahnhof erreicht. Anfang kommender Woche fährt er die Station des City-Tunnels unter dem Hauptbahnhof ein. Die Einfahrten in die Stationen seien die schwierigsten Phasen des Tunnelbaus, so das Ministerium. Nach dem Durchbruch wird „Leonie“ zum ihrem Ausgangspunkt am Bayerischen Bahnhof transportiert. Von dort aus beginnt der Bau der zweiten Röhre. Der City-Tunnel soll in drei Jahren fertig gestellt sein.
Einige Bewohner Lößnigs müssen auf ihre Post verzichten.
Wie die Polizei mitteilte, hat ein Briefträger seine Posttasche auf dem S-Bahnhof Stötteritz stehen gelassen. Als er zurückfuhr um sie zu holen, war sie verschwunden. Weder die Mitarbeiter des S-Bahnhofs, noch das Fundbüro konnten etwas über den Verbleib der Tasche sagen. Der Briefträger erstattete Anzeige wegen Fundunterschlagung. In der Tasche befinden sich 114 Briefe für den Stadtteil Lößnig.
Frühnachrichten
- Bahn beugt möglichen Streiks im Güterverkehr vor
- Weiterhin kein Rauchen in sächsischen Einraumkneipen
- Spielgeräte in der Stadt weisen Mängel auf
- Universitätschor singt in Spanien
- Sieger des Leipziger "Jugend forscht" Wettbewerbs stehen fest
Die Deutsche Bahn beugt möglichen Streiks im Güterverkehr vor.
Die Railionsprecherin Tatjana Luther-Engelmann sagte, ausgewählte Güterzüge zwischen Leipzig und München würden nun von einem Tochterunternehmen der Bahn gefahren. Aber auch wichtige Chemietransporte aus Ostdeutschland wurden abgegeben. Luther-Engelmann sagte, die Veränderung tritt ab Montag und dauerhaft in Kraft. Die Bahn sei gezwungen, Verkehre an andere Eisenbahnen abzugeben. Die Streikankündigungen der GDL verunsichere die Bahn-Kunden derart, dass man Maßnahmen und Vorkehrungen treffen müsse. Luther-Engelmann sagte weiter, die Züge werden nun unter anderem von der Mitteldeutschen Eisenbahn GmbH und der Lokomotion Gesellschaft für Schienentraktion gefahren. Die Gewerkschaft der Lokführer hatte angekündigt ab Montag wieder zu streiken, sollte die Bahn den ausgehandelten Tarifvertrag nicht unterschreiben.
In sächsischen Lokalen, ohne separaten Raucherraum, darf auch weiterhin nicht geraucht werden.
Das hat der sächsische Landtag entschieden und damit einen entsprechenden Antrag der FDP-Fraktion abgelehnt. Die FDP wollte das Rauchen in Einraum-Kneipen gestatten, bis das Verfassungsgericht über Klagen gegen das Nichtraucherschutzgesetz entschieden hat. Der Landtagsabgeordnete der FDP und Leipziger Stadtrat, Sven Morlok, bezeichnete die Entscheidung des Landtags als borniert. Man habe sich nicht mit dem eigentlichen Problem auseinandergesetzt. Diejenigen, die dagegen waren, müssten sich in zwei Jahren unter Umständen fragen lassen, warum der eine oder andere kleine Unternehmer Pleite gegangen ist, wenn ein Gericht dann feststellt, dass die Regelung verfassungswidrig war. Dafür würden sie dann die Verantwortung tragen. Am sächsischen Verfassungsgerichtshof sind bisher sieben Klagen aus Leipzig gegen das Nichtraucherschutzgesetz eingegangen. Das Gesetz ist seit etwa einem Monat in Kraft.
Auf den Spielplätzen in Leipzig und Markkleeberg sind zahlreiche Spielgeräte beschädigt.
Nach Angaben des Leipziger Regierungspräsidiums, ist nur eines von rund 60 überprüften Spielgeräten ohne Mängel gewesen. Häufig sind Holzbauteile verschlissen und bei Drahtseilen ist die Ummantelung abgenutzt. Außerdem sind die Geräte durch die Witterung beschädigt. Trotz der Mängel können die Spielgeräte weiterhin genutzt werden. Das Regierungspräsidium fordert nun sowohl Hersteller als auch Betreiber auf, die Mängel zu beseitigen.
Der Universitätschor ist nach Spanien gereist.
Nach Angaben der Universität treten sie am Abend in Sevilla auf. Gemeinsam mit dem dortigen Universitätschor interpretieren sie Beethovens 9. Sinfonie. Zu der Aufführung wird auch der deutsche Generalkonsul Michael Richtsteig erwartet. Am Samstag ist dann noch ein Open-Air-Konzert im nahe gelegenen Osuna. Für den Universitätschor ist es bereits die zweite Reise nach Sevilla. Im vergangenen Jahr hat er dort das Verdi-Requiem aufgeführt.
Die Sieger des Wettbewerbs „Jugend forscht“ im Raum Leipzig stehen fest.
Unter anderem gewannen eine „selbstwischende Tafel“ und ein „automatisch navigierender maritimer Roboter“ den ersten Preis. Die meisten Arbeiten entstanden in den Bereichen Technik und Biologie. Die ersten bis dritten Preisträger jedes Bereichs nehmen Anfang April am Landeswettbewerb teil. Insgesamt hatten sich etwa 60 Kinder und Jugendliche am Leipziger Wettbewerb beteiligt. Vor zwei Wochen wurden bereits die Sieger aus Dresden und Südwestsachsen vorgestellt.




O-Ton