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Spätnachrichten vom Freitag, 29. Februar 2008
- Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt bekommen weniger Geld
- 15 Gastwirte verstoßen gegen Rauchverbot
- Taucha muss möglicherweise Hunderttausende Euro Fördergelder zurück zahlen
- Hunderte Menschen zur Demonstration gegen Rechtsextremismus erwartet
- Neuer Stromanbieter in Leipzig
- Unwetterwarnung für Samstag
Die Beratungsstellen für Opfer Rechtsextremer Gewalt bekommen ab morgen weniger Fördermittel.
Nach Angaben der Opferberatungsstellen AMAL und RAA hatten sie im vergangenen Jahr noch rund 330-Tausend Euro bekommen. In diesem Jahr bekommt die RAA alleine 260-Tausend Euro, die AMAL geht jedoch leer aus. Hintergrund ist eine Entscheidung der Landesregierung künftig nur noch einen der beiden Trägervereine zu fördern. Die RAA übernimmt deshalb ab morgen auch die Gebiete, die die AMAL betreut hatte. Franz Eder von der RAA in Leipzig sagte, sein Verein werde mit weniger Stellen das gleiche Gebiet betreuen. Das sei ein großer Rückschritt für die Opfer rechtsextremer Gewalt.
Das Ordnungsamt hat bisher in 15 Gaststätten Verstöße gegen das Rauchverbot festgestellt.
Nach Angaben der Behörde wurden alle Verstöße bei Kontrollen festgestellt. Anzeigen von Gästen habe es nicht gegeben. Die Gastwirte haben noch die Möglichkeit einer Anhörung. Danach drohen ihnen Bußgelder. Das Rauchverbot in Gaststätten gilt seit einem Monat.
Die Tauchaer Stadtverwaltung will verhindern, dass sie Hunderttausende Euro Fördermittel an die Landesregierung zurückzahlen muss.
Dazu hat sie sich heute beim Regierungspräsidium informiert. Konkret geht es um die Erschließung eines privaten Gewerbegebietes. Dafür hatte die Stadt rund 460-Tausend Euro Fördermittel abgerufen. Vergangene Woche beschloss der Stadtrat jedoch, die Erschließung zu beenden. Sie zweifelt, ob Firmen überhaupt noch Interesse an dem Gewerbegebiet haben. Deshalb müsste sie die Fördergelder eigentlich an die Landesregierung zurückzahlen. Die Ergebnisse des Gesprächs mit dem Regierungspräsidium wurden nicht bekannt. In einem Monat soll sich Taucha zum weiteren Vorgehen äußern.
Zu der Demonstration gegen Rechtsextremismus werden morgen mehrere Hundert Menschen erwartet.
Die Veranstalter rechnen mittlerweile mit 1-Tausend Teilnehmern. Der Stadt zufolge müssen Autofahrer morgen auf der Demonstrationsstrecke mit Behinderungen rechnen. Unter anderem wird das Halten auf mehreren Straßen in Stötteritz, Reudnitz und in der Innenstadt verboten. Das Bündnis „Erster März“ hat für morgen eine Demonstration unter dem Motto „Gegen rechte Strukturen. In Reudnitz. Wie Überall“ angemeldet. Mehrere Parteien, der Studentenrat und eine Bürgerinitiative haben zu einer breiten Beteiligung aufgerufen. Vor sechs Wochen hatten in Reudnitz 300 Neonazis demonstriert.
In der Stadt ist ein neuer Stromanbieter an den Markt gegangen.
Das Unternehmen gehört zur Hälfte jeweils den Stadtwerken Hannover und Nürnberg und bietet Strom nur über das Internet an. Zurzeit können Kunden nur in der Stadt Leipzig und in 19 anderen Regionen Strom von der Firma beziehen. Bis Ende des Jahres will sie 15.000 Kunden gewinnen und das ganze Bundesgebiet abdecken. In Leipzig sollen zunächst 10 Arbeitsplätze entstehen.
Der Deutsche Wetterdienst warnt morgen vor starken Winden und Unwetter.
Die Region steht morgen unter dem Einfluss eines Tiefdruckgebietes. Es kann regnen und der Wind in Böen über 100 Stundenkilometer erreichen. Der Deutsche Wetterdiesnt warnt deshalb vor mögliche Gefahren: Bäume können entwurzelt werden und Dachziegel, Äste oder andere Gegenstände herunter fallen.
Frühnachrichten
- Autohaus Heil meldet Insolvenz an
- Zukunft von Tauchaer Wohn- und Gewerbepark ungewiss
- Bachs h-moll-Messe wird geröntgt
- Kinder dribbeln um Weltrekord
- Grimma will Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen
- Bürgerinitiative "Buntes Reudnitz" gründet sich im März
Der größte Leipziger Autohändler, Heil, hat Insolvenz beantragt.
Der Rechtsanwalt der, Firma Hubertus von Erffa, sagte, das Unternehmen habe 15 Millionen Euro Schulden. Von der Insolvenz seien aber weder Kunden noch Beschäftigte betroffen. Durch das Insolvenzverfahren könne sich das Unternehmen vor Forderungen von Gläubigern schützen. So könne das Unternehmen seine Geschäfte weiter führen und auch Verträge mit Kunden weiter abwickeln. Erffa sagte weiter, das Unternehmen habe im vergangenen Jahr ein Drittel seines Umsatzes eingebüßt. Außerdem sei viel Geld für den Umbau von Autohäusern ausgegeben worden. Der Autohändler Heil beschäftigt in Leipzig 300 Menschen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen 70 Millionen Euro umgesetzt.
Die Vorbereitung für ein Wohn- und Gewerbeparks in Taucha ist vorerst gestoppt worden.
Das hat der Stadtrat Taucha beschlossen, weil auf dem Gelände nur wenig gebaut worden sei. Schon seit Anfang der 90er haben die Stadt Taucha und die Umweltschutz- und Entsorgungsgesellschaft UWE über das Projekt an der B 87 nachgedacht. Ein Wohn- und ein Gewerbepark sind dort geplant, 20 Wohnhäuser bereits gebaut. 2005 wurden etwa 600.000 Euro Fördermittel vom Freistaat beantragt. Davon sind für die Planungen bereits 460.000 Euro abgerufen worden. Der Stadtrat Taucha zweifelt aber, ob überhaupt noch Firmen Interesse am Gelände haben. Wenn das Projekt endgültig scheitert, müssten die Fördergelder an die Landesregierung zurückgezahlt werden.
Das Bach-Archiv will herausfinden, von wem Bachs h-moll-Messe geschrieben wurde.
Wie das Archiv mitteilte, wird das Originalmanuskript des Stücks in eine Restaurierungswerkstatt nach Berlin gebracht. Dort wird es in den kommenden Wochen mit einer speziellen Röntgenmethode untersucht. Geklärt werden soll, welche Teile Johann Sebastian Bach selbst, und welche sein Sohn Carl Philipp Emanuel geschrieben hat. Die h-moll-Messe gehört zu Bachs bekanntesten geistlichen Kompositionen.
Am Zentralstadion ist am Morgen ein Weltrekordversuch gestartet. Schüler aus ganz Deutschland wollen einen Fußball 3000 Kilometer in die Schweiz dribbeln.
Wie die Sporthochschule Köln mitteilte, werden heute 33 Kinder mit dem Ball bis nach Schkeuditz laufen. Zur Eröffnung der Fußball-Europameisterschaft Anfang Juni soll die Staffel dann in Basel angekommen sein. Der Rekordversuch ist Teil eines Projektes der Sporthochschule und eines Snack-Produzenten. Mit der Aktion soll für mehr Schulsport und einen aktiven Lebensstil geworben werden. Insgesamt nehmen etwa 10.000 Kinder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an dem Rekordversuch teil.
Nach den Ausschreitungen in Colditz will die Stadt Grimma ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen.
Wie die Stadt mitteilte sind Anfang März ein Benefizkonzert und eine Menschenkette geplant. Der Erlös des Konzerts soll an die Opfer der Ausschreitungen gehen. Außerdem wurden im Grimmaer Stadtrat gestern 600 Euro gesammelt. Am vergangenen Wochenende hatten rund 100 Personen aus der rechtsextremen Szene im Colditzer Stadtzentrum randaliert. Es entstand ein Sachschaden von 10.000 Euro.
In Reudnitz gründet sich eine Bürgerinitiative gegen Rechtsextremismus.
Nach eigenen Angaben soll die Initiative „Buntes Reudnitz“ heißen und im Stadtteil über rechtsextreme Strukturen informieren. Mitte März soll es erste Treffen mit Anwohnern und Vereinen geben. Dann sollen auch erste öffentliche Veranstaltungen stattfinden. Die Initiative in Gründung unterstützt auch die für morgen angemeldete Demonstration gegen Rechtsextremismus. Reudnitz war in den vergangenen Wochen immer wieder wegen rechter Übergriffe in die Schlagzeilen geraten. Im Januar hatten mehr als 300 Neonazis im Stadtteil demonstriert.




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