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Spätnachrichten vom Freitag, 1. Februar 2008
- Ordnungsamt kontrolliert Gastwirte
- Leipziger Land akzeptiert Kreisreform-Klage des Muldentalkreises.
- Ab März starten 60 Frachtflugzeuge vom DHL-Drehkreuz Leipzig/Halle
- Völkerkundemuseum zeigt Handwerkskunst aus Afrika
- Landgericht verurteilt Mutter zu sechseinhalb Jahren Haft
Das Ordnungsamt kontrolliert künftig, ob sich Leipziger Gastwirte an das Nichtraucherschutzgesetz halten.
Der Grund: ab heute ist auch in Sachsen das Rauchen in Gaststätten und Diskotheken verboten. Ordnungsamtsleiter Helmut Loris sagte, durch das Rauchverbot kommen zusätzliche Aufgaben auf das Amt zu. Er geht davon aus, dass sich die Leipziger an das Verbot halten. Stichproben wird es aber trotzdem geben. Die Außendienstmitarbeiter könnten in der Nähe liegende Gaststätten, Diskotheken und Spielotheken prüfen, wenn sie mit ihren Aufgaben im entsprechenden Straßenbereich fertig sind. Loris sagte weiter, der Arbeitsalltag der Außendienstmitarbeiter müssen nun neu geordnet effizienten gestaltet werden. In Gaststätten und Kneipen darf nur in abgetrennten Bereichen geraucht werden – in Diskotheken ist das Rauchen komplett verboten.
Das Leipziger Land hält einen Teil der gestern vom Muldentalkreis beschlossenen Klage gegen die Verwaltungsreform für sinnvoll
Landrätin Petra Köpping sagte, nur auf dem gesetzlichen Weg könne überprüft werden, ob Borna rechtmäßig zur Kreisstadt des künftigen Kreises Leipzig ernannt wurde. Aus diesem Grund begrüße sie den Teil der Klage, der den Kreissitz betrifft. Den anderen Teil zur Verwaltungsreform bedaure sie, weil es die Vorbereitungen zur Umsetzung der Reform zurück werfen wird. Köpping sagte weiter, durch die Klage würden wichtige Detailfragen der Zusammenlegung vorerst nicht geklärt werden können. Das Muldentalkreis ist unter anderem gegen die Verwaltungsreform, weil Borna und nicht Grimma Sitz des künftigen gemeinsamen Landkreises werden soll. Die Verwaltungsreform soll im August in Kraft treten. Sachsen will dabei seine bisher 22 Landkreise auf zehn zusammenfassen.
Am DHL-Drehkreuz Leipzig/Halle wird Ende März der Flugbetrieb vollständig aufgenommen.
Wie das Unternehmen mitteilte, werden dann 60 Frachtflugzeuge täglich vom Flughafen abfliegen – zur Zeit ist es nur die Hälfte. Ab März müssen dann die Flugpläne und die Technik getestet werden – dazu gehört auch die Wartung der Flugzeuge. Erst wenn alles reibungslos funktioniert können die Frachtflüge voll ausgelastet werden. Im Sommer können dann mehr als 1500 Tonnen Fracht in Leipzig abgefertigt werden. Das Unternehmen plant dann zusätzlich 200 Mitarbeiter einzustellen.
Im Völkerkundemuseum eröffnet eine Dauerausstellung über Afrika.
Nach Angaben des Museums zeigt die Ausstellung, wie die Menschen mit den schwierigen Lebensbedingungen in den Wüsten und Oasen zu Recht kommen. Das Highlight der Ausstellung ist die Benin-Sammlung. Das sind Bronzekunstwerke und Elfenbeinschnitzereien des ehemaligen Königreichs Benin im heutigen Nigeria. Insgesamt sind 4-tausend Objekte ausgestellt. Im kommenden Jahr will das Völkerkundemuseum weitere Ausstellungen über Amerika und Australien zeigen. Das Museum ist seit mehr als zwei Jahren wieder im Grassimuseum beheimatet.
Das Leipziger Landgericht hat eine junge Mutter zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt.
Nach Angaben des Gerichts musste sich die 27-jährige Frau wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Die Frau hatte ihre drei Monate alte Tochter misshandelt und mehrmals auf eine Badewannenauflage geschlagen. Der Vater des Kindes bekam eine Bewährungsstrafe, weil er die Misshandlung seiner Tochter nicht verhinderte.
Frühnachrichten
- Volkspalast klagt gegen sächsisches Nichtrauchergesetz
- Muldentalkreis plant Verfassungsbeschwerde
- Warnstreik im Kraftwerk Lippendorf
- Beratungen über Quelle-Callcenter-Standort erfolglos
- Motorrad-Messe startet
- Taucha: Jugendparlament unterstützt Stadtrat
- Blue Lions haben Dresden geschlagen
Der Leipziger Club „Volkspalast“ klagt beim Verfassungsgericht gegen das sächsische Nichtrauchergesetz.
Volkspalast-Rechtsanwalt Carsten Pagels Leitner kritisierte das Gesetz als ungerecht. Während Restaurants einen Nebenraum für Raucher einrichten dürften, sei das Rauchen in Diskotheken ab sofort komplett verboten. Der Jugendschutz sei aber auch durch sanftere Mittel möglich. Diskotheken mit ausschließlich erwachsenen Gästen könnten beispielsweise vom absoluten Rauchverbot ausgenommen werden. Dieses Modell sei in Berlin bereits vom Gesetzgeber bewilligt worden. Pagels hält es für möglich, dass andere Diskotheken sich der Klage anschließen. Das Ergebnis sei auf jeden Fall für alle von Bedeutung. Das sächsische Nichtrauchergesetz ist heute in Kraft getreten. Es soll insbesondere Kinder und Jugendliche vor den Gefahren des Rauchens schützen.
Der Muldentalkreis will gegen die Kreis- und Verwaltungsreform Verfassungsbeschwerde einlegen.
Bei der Abstimmung im Kreistag gab es nur eine Gegenstimme. Landrat Gerhard Gey sagte, nicht Borna sondern Grimma solle Kreissitz des künftigen Landkreises Leipzig werden. Die Entscheidung für Borna sei nicht sachlich gewesen. Diese Tatsache habe sich noch verschärft durch die Äußerungen des Ministerpräsidenten, wonach es hier innerhalb der Koalition eine Absprache gegeben haben soll. Der Muldentalkreis sei wiederholt aufgefordert worden, seine Argumente zu präsentieren. Offenbar habe die Entscheidung jedoch bereits festgestanden. Gey sagte weiter, bei der Verwaltungsreform würden außerdem effiziente staatliche Ämter zerschlagen und an die Kommunen übertragen. Aufgaben wie die Umweltverwaltung oder der Forst sollten jedoch weiter zentral koordiniert bleiben. Am Mittwoch will auch der Grimmaer Stadtrat über eine Verfassungsbeschwerde gegen die Kreisreform entscheiden.
Im Kraftwerk Lippendorf bei Leipzig haben sich 230 Beschäftigte an einem einstündigen Warnstreik beteiligt.
Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di will mit dieser und anderen Aktionen auf die laufenden Tarifverhandlungen mit dem Energiekonzern Vattenfall einwirken. Die Arbeitnehmervertreter verlangen acht Prozent mehr Lohn für Vattenfall-Beschäftigte. Der Warnstreik bei Leipzig dauerte eine Stunde. Weitere Aktionen gab in Boxberg und im Tagebau Nochten.
Nach der angekündigten Schließung des Leipziger Quelle-Call-Centers haben sich Betriebsrat und Geschäftsführung beraten.
Wie der Betriebsrat mitteilte, habe dies allerdings keine konkreten Ergebnisse gebracht. Der Betriebsrat versucht Alternativen zu der Schließung zu finden. Weitere Gespräche sind für die nächste Woche geplant.
Quelle hatte in der vergangenen Woche angekündigt, seine Call-Center Ende Mai zu schließen. In Sachsen werden 440 Stellen abgebaut, etwa die Hälfte davon in Leipzig.
Die Leipziger Motorrad-Messe hat begonnen.
Wie der Veranstalter mitteilte, präsentieren sich noch bis Sonntag rund 220 Aussteller aus Europa, Amerika und Japan. Neben den neuesten Motorrad-Modellen gibt es zahlreiche Stuntshows und eine Oldtimer-Sonderausstellung zu sehen. In Leipzig findet nach Dortmund die zweitgrößte Motorrad-Messe Deutschlands statt. Im vergangenen Jahr kamen 60.000 Besucher. Der Veranstalter rechnet in diesem Jahr mit einem leichten Anstieg.
In Taucha ist erstmals ein Jugendparlament gewählt geworden.
Wie die Stadtverwaltung mitteilte, werden 13 Schüler und junge Erwachsene in dem Parlament zusammenkommen. Die Parlaments-Mitglieder sind zwischen 10 und 20 Jahren alt. Sie beschäftigen sich mit jugendspezifischen Problemen wie zu langen Wartezeiten auf den Schulbus oder Fahrraddiebstählen. Forderungen und Wünsche werden dann an den Stadtrat weitergeleitet, der die Probleme lösen soll. Wahlberechtigt waren 2400 Taucher Jugendliche, 300 davon nahmen an der Wahl teil.
Die Eishockey-Herren der Blue Lions haben gegen Dresden gewonnen.
Die Leipziger besiegten die Dresdner Eislöwen mit 3:1. Die Blue Lions stiegen damit auf den zweiten Tabellenplatz in der Eishockey-Oberliga auf. Die Dresdner sind an der Tabellenspitze. Am Abend spielen die Blue Lions ein Freundschaftsspiel gegen die Harzer Löwen.




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