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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Dienstag, 2. Dezember 2008

Die Stadt gibt Fehler beim Vergabeverfahren für die neue Finanzsoftware „Doppik“ zu.

Deswegen habe die Vergabekammer des Landes die Ausschreibung gestoppt. Das Verfahren müsse nun von neuem beginnen. Finanzbürgermeisterin Bettina Kudla sagte mephisto 97.6, bei einer so komplexen Ausschreibung könnten Fehler nicht vollständig ausgeschlossen werden. Bei einem europa-weiten Verfahren gebe es sehr strenge, formelle Regeln. Alle Bieter müssten gleich behandelt werden. Gerade bei der Anforderung von Unterlagen würden deswegen leicht Formfehler entstehen. Kudla sagte weiter, zurzeit prüfe die Stadt, wie sie weiter vorgehen will. Die neue Software soll die Haushaltsführung der Stadt erleichtern und effizienter machen. Insgesamt kostet die Umstellung 27 Millionen Euro. Nach einer Vorgabe des sächsischen Finanzministeriums muss sie in fünf Jahren abgeschlossen sein.

Die Grünen-Landtagsfraktion wirft der Vorsitzenden des Umweltausschusses Windisch vor, die Aufklärung des angeblichen Müllskandals auf der Deponie Cröbern zu behindern.

Der umweltpolitische Sprecher der Grünen Lichdi sagte, Windisch würde eine Sondersitzung des Ausschusses hinauszögern. Außerdem habe sie die Sitzung in die Mittagspause der Landtagssitzung zum Haushalt gelegt. Dort sei eine Aufklärung nicht möglich. Außerdem habe der zuständige Staatssekretär, Staupe, den Umweltausschuss nur unzureichend informiert. Er habe geleugnet, dass es Unregelmäßigkeiten in Cröbern gegeben habe. In der Deponie Cröbern, südlich von Leipzig, soll nach Medienberichten illegaler Müll aus Italien entsorgt worden sein. Der Betreiber weißt die Vorwürfe zurück.

Eine Woche nach dem Brandanschlag auf das Kulturzentrum KOMM-Haus in Grünau hat die Polizei noch keine Spur von den Tätern.

Nach Angaben der Ermittler ist auch das Tatmotiv weiter unklar. Bisher habe es nur einen Hinweis aus der Bevölkerung gegeben. Der habe den Ermittlern aber nicht weiter geholfen. Unbekannte hatten im Komm-Haus in der vergangenen Woche Feuer gelegt. Die Polizei schließt einen politischen Hintergrund nicht aus. Die Nutzer des Kulturzentrums vermuten, dass die Tat von Rechtsextremen verübt wurde.

Die Leipziger Polizei begrüßt das neue sächsische Uniformmodell.

In einer sachsenweiten Abstimmung unter mehr als 5000 Polizisten hatte sich die Mehrheit für das Modell aus Brandenburg entschieden. Der Gewerkschaftsvorsitzende der Leipziger Polizei Matthias Lukat sagte, besonders die neue Farbe sei sinnvoll. Dadurch, dass im europäischen Maßstab die uniformierten Polizisten sowieso schon blau trügen, sei es Zeit, dass das auch in Sachsen gemacht würde. Das verbessere die Erkennbarkeit der Polizei europaweit. Lukat sagte weiter, die neue Uniform sei außerdem zweckmäßiger und bequemer. Die ersten Beamten im Freistaat werden die neue Uniform voraussichtlich im kommenden Herbst tragen. Die vollständige Umstellung wird drei Jahre dauern.

Jeder zweite Haushalt in Sachsen kann mit einem Wechsel seines Stromanbieters Geld sparen.

Das ergab eine Strompreisanalyse des MDR-Magazins „Umschau“. In Leipzig könnten Kleinfamilien im Schnitt 138 Euro im Jahr einsparen. Singlehaushalten und Paaren brächte ein Wechsel ein durchschnittliches Plus von rund 100 Euro. Dazu müssten die Kunden aus dem Grundversorgungstarif der Stadtwerke zum günstigsten Anbieter wechseln.

Im Norden des Sportforums soll eine Leichtathletikanlage für Wurfsportarten entstehen.

Das hat Oberbürgermeister Jung entschieden. Als Bundesstützpunkt für Leichtathletik sei es wichtig, auch den Kugelstoßern sowie den Speer-, Hammer- und Diskuswerfern gute Trainingsbedingungen zu bieten. Sie könnten bisher vor allem bei schlechtem Wetter nicht angemessen trainieren. Die neue Anlage hat die Größe eines Fußballfeldes und soll im kommenden Herbst fertig werden. Die Kosten von knapp 800.000 Euro will die Stadt zur Hälfte mit Fördermitteln finanzieren.

Das Sozialprojekt Tafelgärten hat im zweiten Jahr seine Anbaufläche verdoppelt.

Nach Angaben der Arbeitsagentur Leipzig hat sich auch die Zahl der Mitarbeiter mehr als verdoppelt. Gut 100 Langzeitarbeitslose bewirtschaften jetzt mehr als 40.000 Quadratmeter Gartenfläche. So konnten unter anderem drei Tonnen Kartoffeln und 24.000 Salatköpfe geerntet werden. Das frische Obst und Gemüse wird über die Leipziger Tafel an bedürftige Menschen verteilt.

Oberbürgermeister Burkhard Jung informiert die Europäische Union über Leipziger Erfahrungen bei der Stadtentwicklung.

Dazu spricht er in Montpellier auf einer internationalen Konferenz zum Ende der französischen EU-Ratspräsidentschaft. Im vergangenen Jahr hat die EU die „Leipzig Charta zur nachhaltigen, europäischen Stadt“ verabschiedet. Sie soll Strategien und Lösungsmodelle für die Stadtentwicklung bieten. Besonders im Vordergrund steht die Förderung benachteiligter Stadtteile.

Die Leipziger Feuerwehr erhält drei neue Fahrzeuge.

Ein Löschfahrzeug mit einem besonders großen Tank soll Einsätze an komplizierten Brandstellen vereinfachen. Außerdem sollen zwei moderne Leitern angeschafft werden. Diese haben eine größere Reichweite und erleichtern außerdem die Rettung von Übergewichtigen und Rollstuhlfahrern. Die Kosten von gut zwei Millionen Euro sollen über zwei Haushaltsjahre verteilt werden.

 

Frühnachrichten

Die Leipziger Kunden des Mitteldeutschen Gasversorgers Mitgas bekommen Geld zurück.

Das hat gestern das Bundeskartellamt entschieden. Den Kartellrichtern zufolge hatte der Hallenser Gasversorger seine Preise zu stark erhöht. Nun müsse das Unternehmen rund 35 Euro jedem der über 1.000 Leipziger Gaskunden gutschreiben. Neben der Mitgas müssen 28 weitere Versorger insgesamt 127 Millionen Euro steuerfrei an ihre Kunden zurückgeben. Die Hälfte des Geldes solle direkt den Kunden zugute kommen, die andere Hälfte solle unter anderem in Preissenkungen und Preisstabilität investiert werden. Das Kartellamt hatte gegen die Mitgas wegen Missbrauch ermittelt. Nun wird das Verfahren eingestellt. Erst im August hatte der Hallenser Gasversorger seine Preise um 26 Prozent erhöht. Trotz der Kartellamtsentscheidung wird die Mitgas eigenen Angaben zufolge die Preise aber nicht wieder senken und hält sie für vertretbar.

Die Einführung der neuen Finanzsoftware "Doppik" bei der Stadt Leipzig verzögert sich.

Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge ist die Ausschreibung für die Finanzsoftware von der Vergabekammer des Landes gestoppt worden. Das Verfahren müsse nun von neuem beginnen. Ursprünglich seien bereits für das kommende Jahr Verhandlungen mit Softwareanbietern geplant gewesen. Die Software "Doppik" solle die Haushaltsführung der Stadt erleichtern und effizienter machen. Die Sächsische Landesregierung hatte die Stadt aufgefordert, innerhalb der kommenden fünf Jahre das Finanzmanagement umzustellen. Den Grünen zufolge kostet die Einführung der neuen Software den Leipziger Steuerzahler 27 Millionen Euro.

Auf der Bahnstrecke Leipzig-Dresden fahren die Züge auch im kommenden Jahr im Stundentakt.

Wie die Deutsche Bahn mitteilte, sollten die Züge ursprünglich zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember nur noch alle zwei Stunden zwischen Leipzig und Dresden pendeln. Grund für die angestrebten Fahrplanänderungen waren Wartungsarbeiten an ICE-Zügen. Diese werden seit Oktober auf Schäden an den Zugachsen überprüft. Im Juli war ein ICE in Köln aufgrund eines Achsenbruchs entgleist, verletzt wurde aber niemand. Die Wartungsarbeiten werden nach Angaben der Bahn noch bis Sommer kommenden Jahres andauern.

Die Leipziger Citibank muss Wertpapieranlegern Schadenersatz zahlen.

Das Leipziger Amtsgericht hatte die Beratung durch die Citibank für fehlerhaft befunden. Dem Anwalt der Kläger Kai Malte Lippke zufolge sollte das Geld seiner Mandanten sicher angelegt werden. Stattdessen habe eine Beraterin der Citibank den Klägern eine riskantere Geldanlage empfohlen und die Risiken unterschätzt. Der Anwalt dementierte Medienberichte, denen zufolge es sich um Zertifikate der amerikanischen Bank Lehman Brothers gehandelt haben solle. Es seien Citibank-Zertifikate gewesen. Die Bank müsse nun den Wertverlust sowie die Zinsen und die Anwaltsgebühren bezahlen. Lippke zufolge liegen ihm weitere Klagen vor, unter anderem gegen die Dresdner Bank.

Am Standort Leipzig hat die Landesbank Baden-Württemberg rund 60 Arbeitsplätze abgebaut.

Einem Sprecher der Sachsen Bank zufolge sind davon aber keine Arbeitsplätze bei der heutigen Sachsen Bank in Leipzig betroffen gewesen. Dort arbeiten wie zu Beginn des Jahres 80 Angestellte. Die Stellenkürzungen habe es ausschließlich bei den ehemaligen Sachsen LB-Mitarbeitern gegeben, die nach dem Notverkauf in die Filiale der Landesbank Baden-Württemberg gewechselt seien. Dort arbeiten derzeit noch 220 Mitarbeiter. Der Grund für den Stellenabbau ist laut Sachsen Bank die neue Aufgabenverteilung nach dem Notverkauf. Unter anderem seien einige Mitarbeiter nach Stuttgart gewechselt, andere hätten die Bank auf eigenen Wunsch verlassen. Der Sachsen Bank zufolge sollen die insgesamt rund 300 Stellen in Leipzig bis zum Ende des kommenden Jahres erhalten bleiben. Die ehemalige Sachsen LB waren nach riskanten Geschäften am US-Immobilienmarkt in Finanznot geraten und nach Baden-Württemberg notverkauft wurden.

Der Mitteldeutsche Rundfunk erwartet einen Jahresüberschuss in Millionenhöhe.

Laut dem MDR-Rundfunkrat ist der Wirtschaftsplan für die kommenden fünf Jahre genehmigt. Dieser sehe für das Jahr 2009 einen Überschuss von 1,7 Millionen Euro vor. Gründe dafür sind MDR-Intendant Udo Reiter zufolge Gebührenerhöhungen und Sparmaßnahmen. Die Dreiländeranstalt wird im kommenden Jahr voraussichtlich erstmals seit sechs Jahren mehr Einnahmen als Ausgaben haben.

Bei der Landtagswahl im kommenden Jahr kandidiert Cornelia Falken für die Partei Die Linke.

Falken bewirbt sich der Partei zufolge um das Direktmandat für den Leipziger Norden, zu dem unter anderem Möckern, Gohlis und Eutritzsch gehören. Die 52-Jährige wolle sich vor allem für die Bildung einsetzen. Sie fordere unter anderem kostenlose Lernmittel und kostenlose Mittagsessen in Kindergärten und Schulen. Die Linke-Politikerin ist Kreisvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und seit vier Jahren Abgeordnete im sächsischen Landtag.

Die Baustelle des neuen Uni-Campus ist für Besichtigungen geöffnet.

Die Leipziger können sich in der neuen Universitätsaula "Paulinum" sowie dem Instituts- und Seminargebäude über den Stand der Bauarbeiten informieren. Zudem solle ein Kran den Besuchern den Blick aus 50 Metern Höhe auf die Baustelle bieten. Die Universität Leipzig wurde heute vor 599 Jahren gegründet. Die Feierlichkeiten zum 600-jährigen Jubiläum der Universität sollen im kommenden Jahr im neuen Paulinum stattfinden.

 

Die Baustelle ist für Besucher von 11 bis 15 Uhr geöffnet (Zugang: Tor Grimmaische Straße/letzter Einlass: 14:45 Uhr). Von oben kann der Campus bis 21 Uhr überschaut werden.

Im Zwenkauer Eichholz müssen Spaziergänger in den kommenden Monaten mit Behinderungen rechnen.

Nach Angabe des Forstamts Leipzig finden im Zwenkauer Eichholz bis März des kommenden Jahres Rodungen statt. Die Bäume würden gefällt, um jungen Eichen und Eschen Platz zu machen. Das 150 Hektar große Zwenkauer Eichholz erstreckt sich vom Norden Zwenkaus bis an die Rändern der Stadt.