Kontakt
Tel.: 0341 / 97 37 954
Fax: 0341 / 97 37 999
news(ät)mephisto976.de
Spätnachrichten vom Freitag, 19. Dezember 2008
- Stadt will Brockhaus in Leipzig halten
- Jung kritisiert Pläne die Förderung für ostdeutsche Kommunen zukürzen
- DHL-Mitarbeiter erhalten mehr Geld
- Polnisches Honorarkonsulat bereits im kommenden Jahr?
- Lok-Hooligan zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt
- Neue Ermittlungen gegen den zentralen Zeugen der Aktenaffäre eingestellt
- Sanierung der Lindenauer "Halle 14" hat begonnen
- Mietspiegel 2008 erhältlich
- Gesundheitsamt warnt vor Betrügern
Die Stadt will sich für einen Verbleib des Brockhaus-Verlages in Leipzig einsetzen.
Wie Kulturbürgermeister Georg Girardet mitteilte, sind in den kommenden Wochen Gespräche mit dem Mannheimer Verlag „Bibliografisches Institut“ und dem neuen Besitzer Bertelsmann geplant. Girardet sagte, die Schließung der Leipziger Brockhaus-Redaktion sei ein herber Schlag für die Buchstadt Leipzig. Immerhin sei Brockhaus seit 190 Jahre in Leipzig ansässig, dass es jetzt so plötzlich zu Ende geht, sei höchst bedauerlich. Die Stadt versuche nun mit beiden Unternehmen zu verhandeln, ob der Standort Leipzig nicht doch erhalten werden könne. Er hoffe ein Teil der Mitarbeiter werde weiter beschäftigt. Die Verhandlungen würden aber schwierig werden. Das „bibliographische Institut“ hat die Marke Brockhaus in dieser Woche verkauft. Deswegen soll allen 60 Beschäftigten in Leipzig gekündigt werden.
Oberbürgermeister Burkhard Jung kritisiert die Pläne verstärkt westdeutsche Kommunen zufördern.
Die Bundesregierung plant bei ihrem zweiten Konjunkturpaket Ostdeutschland mit weniger Geld zu unterstützen. Grund sei die hohen Investitionen in den „Aufbau Ost“ seit der Wende. Jung sagte, die Bundesregierung begehe einen Fehler, wenn sie den Osten vernachlässigen würde. Der „Aufbau Ost“ sei ohne zusätzliche Mittel nicht zu bewältigen. Im Osten gebe es die höchsten Arbeitslosigkeitsquoten, den demographischen Schwund und keine selbsttragende Wirtschaft. Deswegen sei es ein Irrweg die Mittel für den Osten zu kürzen. Kommunen im Westen, die finanzielle Probleme hätten, müsse anders geholfen werden.
Die Mitarbeiter des Logistik-Konzerns DHL am Drehkreuz Leipzig/Halle erhalten mehr Geld.
Nach eigenen Angaben einigte sich das Unternehmen darauf mit der Dienstleistungs-Gewerkschaft Verdi. Ab kommendem Jahr sollen die Angestellten fast vier Prozent mehr Lohn erhalten. In zwei Jahren soll das Einkommen noch einmal um rund 2,5 Prozent steigen. Der neue Tarifvertrag gilt drei Jahre. In den kommenden Jahren sollen am Luftfrachtdrehkreuz rund 3500 Arbeitsplätze geschaffen werden.
Die Stadt hofft, dass das geplante polnische Honorarkonsulat im Laufe des kommenden Jahres eröffnet wird.
Die Beauftragte für internationale Zusammenarbeit, Gabriele Goldfuß, sagte, die Stadt begrüße die Pläne für einen ehrenamtlichen Honorarkonsul. Aber er könne das Generalkonsulat natürlich nicht vollständig ersetzen. Goldfuß sagte, bis der neue Konsul sein Amt antrete dauere es aber noch. Unter anderem müsse noch das deutsche Außenministerium zustimmen. Das polnische Außenministerium hatte beschlossen, das Generalkonsulat in Leipzig zum Jahresende zu schließen. Zum Ausgleich soll für Sachsen ein Honorarkonsul ernannt werden.
Ein Jahr nach dem Überfall auf die Weihnachtsfeier eines FC Sachsen-Fanclubs ist ein Fan von Lok Leipzig zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden.
Das Amtsgericht verurteilte den 21-Jährigen zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft wegen Körperverletzung und schwerem Landfriedensbruch. Er sei an dem Überfall auf das Vereinslokal des FC Sachsen beteiligt gewesen. Damals hatten rund 40 Vermummte die Gasstätte gestürmt und fünf Anwesende verletzt. Der Angeklagte ist der einzige Täter, den die Polizei bisher ermitteln konnte. Die Untersuchungen des Überfalls waren besonders schwierig, da sich die Zeugen nicht zu den Vorfällen äußern wollten.
Das neue Ermittlungsverfahren gegen den zentralen Zeugen der Aktenaffäre ist vorläufig eingestellt worden.
Nach eigenen Angaben hat die Staatsanwaltschaft Dresden gegen den suspendierten Leipziger Polizisten Wehling wegen Falschaussage in Zusammenhang mit der so genannten Aktenaffäre ermittelt. Vor dem zuständigen Untersuchungsausschuss des Landtages hatte er ausgesagt, nicht die einzige Quelle für die Ermittlungen des Verfassungsschutzes gewesen zu sein. Der Ausschuss Ermittlungen kritisierte, Wehlings Vernehmung sei noch nicht abgeschlossen. Deswegen will die Staatsanwaltschaft das Verfahren vorerst ruhen lassen.
Am Mittag hat die Sanierung der denkmalgeschützten „Halle 14“ in der Lindenauer Baumwollspinnerei begonnen.
Nach Angaben der Stadt wird als erstes das Dach des Kunstzentrums renoviert. Das koste über 800.000 Euro. In drei Jahren soll die Halle vollständig saniert werden. Dann sollen neben den Ausstellungsräumen auch Ateliers, Werkstätten und ein Besucherzentrum entstehen. In der ehemaligen Produktionshalle finden seit fünf Jahren Ausstellungen statt.
Der aktuelle Mietspiegel ist erhältlich.
Nach Angaben des Sozialamtes können die Bürger mit der Erhebung prüfen ob ihre Kaltmiete dem Durchschnitt entspricht. Der neue Mietspiegel unterscheidet aber nicht mehr zwischen den Stadtvierteln. Der letzte Mietspiegel erschien vor drei Jahren. Seitdem sind die Mieten in der Stadt leicht gestiegen. Der Mietspiegel ist in den Bürgerämtern erhältlich und kann im Internet bestellt werden.
Das Gesundheitsamt warnt vor Betrügern.
Dem Amt zufolge geben sich diese als Beschäftigte der Behörde aus. Sie würden sich telefonisch vor allem an Gaststätten und Pensionen wenden. Dann würden sie versuchen diesen angebliche Gesundheitszertifikate zu verkaufen. Das Gesundheitsamt weist daraufhin, dass es keine solchen Zertifikate verkauft.
Frühnachrichten
- Leipzig soll polnisches Honorarkonsulat bekommen
- Weiteres Ermittlungsverfahren in sächsischer Korruptionsaffäre
- Theaterintendant zieht nach drei Monaten eine positive Bilanz
- Deutsch-russischer Kindergarten eröffnet
- José Carreras Gala sammelt Millionen an Spenden
Nach der Schließung des polnischen Konsulats in Leipzig will Polen ein Honorarkonsulat in der Stadt einrichten.
Das sagte der polnische Generalkonsul Zbigniew Zareba in einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung. Der Aufbau des Honorarkonsulats werde aber einige Zeit dauern. Das polnische Außenministerium hatte beschlossen, das Konsulat in Leipzig zum Jahresende zu schließen. Grund ist, dass in anderen Städten Vertretungen eröffnet werden sollen.
In der so genannten sächsischen Korruptionsaffäre hat die Staatsanwaltschaft Dresden ein weiteres Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft richtet sich das Verfahren gegen den suspendierten Leipziger Kriminalpolizisten Georg Wehling. Er stehe im Verdacht Falschaussagen gemacht zu haben. Am Mittwoch war Georg Wehling vor dem Untersuchungsausschuss des sächsischen Landtages zu der Aktenaffäre vernommen worden. Er sagte, er sei nicht die einzige Quelle für die Ermittlungen des sächsischen Verfassungsschutzes gewesen. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft stimme Wehlings Aussage aber nicht mit der Aktenlage überein. Deswegen habe sie ein Ermittlungsverfahren wegen einer möglichen Falschaussage eingeleitet. Gegen Wehling wird bereits wegen Verleumdung und Verfolgung Unschuldiger ermittelt. Die so genannte Aktenaffäre war im Sommer vergangenen Jahres öffentlich geworden. Dabei geht es um mögliche kriminelle Netzwerke in Sachsen, mit Zentrum in Leipzig. Die Ermittlungen dazu blieben bisher jedoch weitgehend ergebnislos.
Der Leipziger Theaterintendant Sebastian Hartmann hat drei Monate nach seinem Amtsantritt eine positive Bilanz gezogen.
Auf der Zuschauerkonferenz am Abend sagte Hartmann, er sei mit seiner Arbeit zufrieden. Seitdem er im Centraltheater als Intendant arbeite, sei die Auslastung der Spielstätten höher als vorher. Das Publikum hat die Inszenierungen Hartmanns jedoch auch teilweise kritisiert. Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, dass er klassische Stücke zu stark verändere. Hartmann arbeitet seit drei Monaten als Intendant am Centraltheater. Er will das Publikumsgespräch in Zukunft regelmäßig veranstalten.
In Grünau öffnet ein zweisprachiger Kindergarten.
Nach Angaben des Trägervereins Mitra bietet der Kindergarten „Karussell“ Platz für rund 70 Kinder. Sie werden in den Sprachen Deutsch und Russisch betreut. Außerdem können sie am jüdischen Kulturunterricht teilnehmen. Der Kindergarten ist das erste Angebot dieser Art in Leipzig.
Der spanische Tenor José Carreras hat bei seiner ARD-Fernsehgala rund 5,6 Millionen Euro für die Leukämie-Forschung gesammelt.
Zu der Gala am Abend auf der neuen Messe nahmen rund 2.000 Telefonisten die Spendenzusagen der Zuschauer entgegen. Das Geld soll der Erforschung von Leukämie und ähnlichen Blutkrankheiten dienen. Die Deutsche Carreras-Leukämie-Stiftung hat bisher insgesamt rund 130 Millionen Euro gesammelt. Deutschlandweit werden damit rund 600 Projekte gefördert.



