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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Freitag, 7. November 2008

Die studentischen Universitätsmusiker kritisieren die geplante Glaswand im Paulinum.

In einem offenen Brief an Rektor und Senat bezeichnen die Mitglieder von Chor, Orchester und Bigband die Glaswand als akustisches Problem. Der Sprecher der Initiative, Mario Götz, sagte zu mephisto 97.6, bei Konzerten könnte es in der Universitätsaula zu Echos kommen. Die Musiker wollten sich nicht in eine Ideologiedebatte einmischen, es gehe lediglich um reine Nutzungsfragen. Sie wünschten sich, dass im Paulinum problemlos Konzerte veranstaltet werden können. Auch ein transparenter Vorhang als Raumtrenner sei denkbar. Die Musiker sprächen sich aber nicht prinzipiell gegen eine Glaswand aus. Generalbundesanwältin Monika Harms hatte versucht, den Streit zwischen Glaswandbefürwortern und –gegnern zu schlichten. Dabei geht es um die kirchliche Nutzung der Universitätsaula.

Die Zeitarbeitsfirma Hofmann rechnet nicht mit einem Aufschwung der Leipziger Automobilbranche

Wie das Zeitarbeitsunternehmen Hofmann mitteilte, brauchen neben BMW auch viele Zulieferer in der Region weniger Zeitarbeiter. Die Regionalleiterin des Unternehmens, Marion Schneider, sagte, sie würden nun versuchen, ihre Angestellten in andere Branchen zu vermitteln. Es gebe aufstrebende Industrien, wie die Solarindustrie. Hofmann würde versuchen, den Mitabreitern dort eine Stelle zu vermitteln. Das sei aber nur in Einzelfällen möglich, von der Automobilkrise seien zu viele Angestellte betroffen. Die negative Entwicklung auf dem Automarkt sei schon seit Monaten absehbar gewesen. Ein Aufschwung für die Branche sei nicht absehbar. BMW hat in seinem Leipziger Werk bis Ende des Jahres die Produktion gedrosselt. Deswegen wurden rund 400 der insgesamt 700 dort beschäftigten Zeitarbeiter entlassen.

Die Stadtwerke Leipzig stehen möglicherweise vor einem Einstieg bei der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft MIBRAG

Agenturmeldungen zufolge haben die Leipziger Stadtwerke bestätigt, mit der MIBRAG in Gesprächen zu stehen. Die stünden aber noch am Anfang. So müsse etwa über den geplanten Kraftwerksbau der MIBRAG in Profen (Sachsen-Anhalt) noch verhandelt werden. Die MIBRAG wollte die Gespräche mit den Leipziger Stadtwerken weder bestätigen noch dementieren. Das Unternehmen spreche mit mehreren Interessenten, darunter seien auch Stadtwerke. Im September hatten die beiden Amerikanischen Besitzer angekündigt, ihre Anteile an der MIBRAG verkaufen zu wollen.

Leipziger Mitarbeiter des Hagebaumarktes haben für eine bessere Bezahlung demonstriert

Der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zufolge haben die Angestellten am Mittag Kunden aufgefordert, sie zu unterstützen. Bei Hagebaumarkt habe es seit zwölf Jahren keine Lohnerhöhung mehr gegeben. Die Löhne der Mitarbeiter lägen bis zu 40 Prozent unter dem Branchendurchschnitt. Die Gewerkschaft fordert, die Löhne schrittweise an den Tarifvertrag im Einzelhandel anzugleichen. Sollten die Arbeitgeber in den nächsten Tagen kein entsprechendes Angebot vorlegen, droht ver.di mit Streiks. Außer den Leipziger Angestellten beteiligten sich noch die Mitarbeiter sechs weiterer Märkte in Ostdeutschland an den Protesten.

Zwei Leipziger sind mit der sächsischen Annen-Medaille für ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet worden

Nach Angaben der Sächsischen Staatskanzlei hat Sozialministerin Christine Clauß die beiden am Mittag in Dresden geehrt. Grund für die Auszeichnung sei ihre Arbeit mit Senioren und Behinderten. Die Annen-Medaille wird seit 14 Jahren an sächsische Bürger verliehen, die sich auf besondere Weise ehrenamtlich einsetzen. Die Kandidaten werden dazu von Kirchen oder Wohlfahrtsverbänden vorgeschlagen. Benannt ist die Medaille nach der Kurfürstin Anna von Sachsen.

 

Frühnachrichten

Im Leipziger BMW-Werk sollen ab dem kommenden Jahr wieder mehr Autos produziert werden.

Wie der Sprecher des Werkes Michael Janßen mitteilte, lässt sich aber noch nicht absehen, wieviele Fahrzeuge genau gebaut werden sollen. BMW habe aber keinen Einfluss darauf, ob wegen der Produktionsdrosselung bis Ende des Jahres Zeitarbeiter gekündigt werden. In diesem Zeitraum brauche das Unternehmen weniger Zeitarbeitskräfte. Die Zeitarbeitsfirmen müssten den Mitarbeitern aber nicht kündigen. Sie könnten auch andere Einsätze übernehmen oder eine Zeit lang unbeschäftigt bleiben. Gestern war bekannt geworden, dass rund 400 der 700 Zeitarbeiter bei BMW von ihren Firmen gekündigt wurden. Sie werden vorerst nicht mehr gebraucht, weil BMW die Produktion vorerst drosseln will. Eine Sprecherin einer der Zeitarbeitsfirmen sagte, Kündigungen ließen sich nicht vermeiden. Einigen der Mitarbeiter seien aber bereits neue Beschäftigungen angeboten worden.

Die kommunalen Anteilseigner des Leipziger Gasversorgers VNG haben erneut vor dem Verlust der Eigenständigkeit des Unternehmens gewarnt.

Die Kommunen mahnten die Politik in ihrer „Erfurter Erklärung“ an, die VNG vor einer feindlichen Übernahme zu schützen. Ostdeutsche Wirtschaftsunternehmen dürften nicht überwiegend Tochterunternehmen westdeutscher Betriebe sein. Deswegen müssten eigenständige Unternehmen gefördert werden. Insgesamt zwölf ostdeutsche Kommunen halten knapp 26 Prozent an dem Leipziger Energieversorger. Damit besitzen sie eine Sperrminorität. Jena und Halle wollen ihre Anteile jedoch an den niedersächsischen Energieversorger EWE verkaufen. Der hält knapp die Hälfte der VNG-Aktien und strebt eine Mehrheit an. Die ostdeutschen Kommunen befürchten, dann an Einfluss zu verlieren.

Die Befragung von zwei ehemaligen Mitarbeitern der Sächsischen Landesbank vor dem Banken-Untersuchungsausschuss muss offenbar abgesagt werden.

Nach Angaben des Ausschusses sollten am Montag der frühere Vorstand Michael Weiss und die Chefin eines Tochterunternehmens Andrea Braun aussagen. Beide sollen sich derzeit auf Zypern befinden. Die Vorladungen seien an beide verschickt, deren Annahme jedoch verweigert worden. Der Banken-Untersuchungsausschuss werde nun darüber beraten, ob und wie dagegen vorgegangen werden kann. Der Ausschuss soll klären, wer die Verantwortung für den finanziellen Ruin der Sächsischen Landesbank trägt. Sie musste im vergangenen Jahr an die Landesbank Baden-Württemberg verkauft werden.

Der frühere Stadtkämmerer Peter Kaminski erhält einen Auftrag vom kommunalen Wohnungsunternehmen LWB.

Wie LWB-Aufsichtsratschef Ludwig Burkardt mitteilte, soll Kaminski die Finanzierung des Unternehmens überprüfen. Es solle schnell entschuldet werden. Die LWB hätte dafür nicht ausreichend qualifiziertes Personal. Als langjähriges Mitglied des LWB-Aufsichtsrats kenne Kaminski die Konzernstrukturen. Kaminski musste vor vier Jahren das Amt des Stadtkämmerers abgeben. Seitdem ermittelt die Antikorruptionseinheit INES gegen ihn. Dabei geht es um Vorteilsnahme im Amt. Bisher konnte ihm jedoch nichts nachgewiesen werden.

Im Fall der ermordeten Michelle hat die Polizei erneut Gebiete im Leipziger Osten durchsucht.

Wie ein Sprecher mitteilte, haben Beamte den Lene-Voigt-Park nach Hinweisen abgesucht. Die Ermittler fahnden weiter nach der Tasche und der Jacke des Mädchens. Vor zwei Tagen wurde das Phantombild eines möglichen Zeugen bei der Sendung „Aktenzeichen XY…ungelöst“ veröffentlicht. Seitdem seien mehr als 40 Hinweise bei der Polizei eingegangen, die nun geprüft würden.

Auf dem Südfriedhof verabschieden sich heute Angehörige und Freunde von dem DDR-Rockmusiker Peter Gläser, genannt „Cäsar“.

Der frühere Sänger und Gitarrist der „Klaus Renft Combo“ wird am frühen Nachmittag bestattet. Gläser war vor zwei Wochen im Alter von 59 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Nach seiner Zeit mit der „Klaus Renft Combo“ spielte Gläser auch in der Band „Karussell“. Nach seiner Ausbürgerung im Frühjahr 1989 kehrte er acht Jahre später in seine Heimatstadt Leipzig zurück. Er gilt als einer der bekanntesten Rockmusiker der DDR.