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Spätnachrichten vom Freitag, 28. November 2008
- Gewandhaus-Orchester streikt
- Telekom baut Call-Center in Schkeuditz
- Kundgebung gegen NPD-Büro in Lindenau
- 5 Millionen Euro für Zwenkauer See
- Hochbahn will Leipziger S-Bahn-Netz betreiben
Das Gewandhaus-Orchester streikt.
Das Große Concert unter Leitung von Kristjan Järvi und das Ballett Schwanensee in der Oper fallen aus. Einem Gewandhaus-Sprecher zufolge werden zu den Vorführungen über 3000 Besucher erwartet. Sie erhalten die Kosten für die Eintrittskarten per Banküberweisung zurück. Der Vorsitzende des Orchester-Vorstandes Heiner Stolle sagte, der Protest richte sich gegen Pläne des Deutschen Bühnenvereins. Der wolle die Bezahlung der Musiker vom öffentlichen Dienst abkoppeln. Das hieße für viele kleine Orchester freier Fall in das Bodenlose und in die Abhängigkeit von Politikern, die nicht mehr bereit dazu seien, für Kultur Geld auszugeben. Das Gewandhaus-Orchester sei selber nicht direkt betroffen. Als großes Orchester könne es in dem Konflikt aber Zugpferd sein und kleinere Orchester unterstützen. Es ist der erste Mal in seiner über 250-jährigen Geschichte, dass das Gewandhaus-Orchester wegen Streik Vorstellungen ausfallen lässt.
Die Leipziger Mitarbeiter der Telekom-Callcenter sollen in Zukunft in Schkeuditz arbeiten.
Der Gewerkschaft ver.di zufolge werden die Callcenter aus Leipzig, Gera und Halle zusammengelegt. Dort sollen rund 700 Mitarbeiter beschäftigt werden.
Leipzig ist einer von bundesweit 30 Standorten, die die Telekom schließen will. Die Zusammenlegung betrifft mehr als 400 Beschäftigte.
Auf dem Lindenauer Markt soll morgen Nachmittag gegen ein neu eröffnetes NPD-Bürger-Büro demonstriert werden.
Zu der Kundgebung rufen das Ladenschluss-Bündnis und das Antifaschistische Netzwerk Leipzig-West auf. Odermannstraße 8 - das ist seit knapp zwei Wochen der Sitz des NPD-Landtags-Abgeordneten Winfried Petzold. Nach Ansicht der Organisatoren der morgigen Kundgebung entsteht unter dieser Adresse zurzeit eine Art „Nationales Zentrum“. Die NPD wolle damit ihre Verbindungen zu den so genannten Freien Kräften verstärken und dies berge Gefahr. Seit zwei Wochen käme es rund um das Büro verstärkt zu Drohungen und Einschüchterungsversuchen aus der rechten Szene. Im Stadtteil formiert sich deshalb Widerstand. Die Bürgerinitiative Plagwitz/Lindenau sammelte Unterschriften gegen das Büro. Weitere Gruppen planen Protestaktionen.
Das Land fördert den Ausbau des Zwenkauer Seebades mit zusätzlichen fünf Millionen Euro.
Damit sollen zwei Häfen gebaut und touristisches Gewerbe angesiedelt werden. Insgesamt stellte das Land bisher 13 Millionen Euro für den Ausbau des Cospudener, Markkleeberger und Zwenkauer See bereit. Der Zwenkauer See wird der größte See des Neuseenlandes werden.
Das Hamburger Verkehrsunternehmen Hochbahn will das Leipziger S-Bahn-Netz betreiben.
Wie ein Unternehmenssprecher bestätigte, beteiligt sich Hochbahn neben zwei weiteren Unternehmen an der Ausschreibung. Dabei geht es um sechs Strecken, unter anderem nach Halle, Bitterfeld, Hoyerswerda und Zwickau. Mit der Ausschreibung des S-Bahn-Netzes soll der Nahverkehr um den City-Tunnel neu geordnet werden. Der Tunnel soll Ende 2011 fertig sein.
Frühnachrichten
- Suche nach Kulturbürgermeister Thema im Ältestenrat
- Vorsitzender der Leipziger SPD sieht gut Chancen für sächsisches Mobilitätsticket
- Weitere Fördermittel für Ausbau des Zwenkauer Seebads
- Netzwerk für HIV/Aids gegründet
- Stadtumbaukonzept für Schkeuditz beschlossen
Der Ältestenrat der Stadt Leipzig beschäftigt sich in der kommenden Woche mit der Suche nach einem neuen Kulturbürgermeister.
Wie die Stadt mitteilte, gibt es Freitag in einer Woche eine Ältestenratssitzung. Dabei wolle Oberbürgermeister Burkhard Jung einen neuen Verfahrensvorschlag zur Suche des Bürgermeisters unterbreiten und konkrete Schritte zur Personalsuche mit den Fraktionsvorsitzenden vereinbaren. Mehr zu dem Thema wolle die Stadt aber vorerst nicht bekannt geben. Der erste Versuch einen Nachfolger für das Amt des Kulturbürgermeisters zu finden, war im Sommer gescheitert. Jung hatte damals sowohl den Linken als auch den Grünen den Posten des Kulturbürgermeisters versprochen. Als das heraus kam, wurde das laufende Auswahlverfahren als gescheitert erklärt und der damalige Kulturbürgermeister Georg Giradet blieb weiterhin im Amt.
Der Vorsitzende der Leipziger SPD, Gernot Borriss, sieht gute Chancen für ein Mobilitätsticket in Sachsen.
Die SPD plant in knapp zwei Jahren ein Mobilitätsticket einzuführen. Als Vorbild dafür dient das Land Brandenburg. Dort gibt es seit September ein solches Ticket. Sozial Benachteiligte bekommen dort Monatskarten für den halben Preis. Der Vorsitzende der Leipziger SPD, Gernot Borris, sagte, die Grünen und die Linken hätten dem Vorschlag bereits zugestimmt. Jetzt fehle nur noch die CDU. Was in Brandenburg gehe, müsse in Sachsen auch gehen. Sachsen stelle sich gern als den finanziellen Musterknaben Ostdeutschlands bzw. der ganzen Republik dar. Von diesem hohen Ross sollte das Land aber Mal herunterkommen. Wenn die Finanzen da sein, sollte es auch möglich sein das Geld aufzubringen. Borris sagte weiter, in Sachsen soll das Mobilitätsticket nach dem Willem der SPD ab kommendem Jahr zunächst im Landkreis Leipzig und der Stadt Leipzig getestet werden. Deswegen solle noch versucht werden den Vorschlag in die laufende Debatte für den Haushalt einzubringen. Im Juli war ein Mobilitätsticket in Leipzig gescheitert. Damals stimmt die Landesdirektion gegen den Vorschlag, weil die Stadt dafür kein Geld habe.
Das Stadt Zwenkau bekommt für den Ausbau des geplanten Seebades weitere Fördermittel.
Der Präsident der Landesdirektion, Walter Christian Steinbach, übergibt dafür am Vormittag einen Bescheid in Höhe von knapp fünf Millionen Euro. Laut Landesdirektion ist das Geld für die weitere Erschließung des Seebades gedacht. Die Mittel kommen aus dem Programm der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur. Das Seebad Zwenkau, im ehemaligen Tagebaugebiet um Leipzig, soll bis 2010 der größte See Westsachsens werden.
In Sachsen hat sich ein Netzwerk für HIV und Aids gegründet.
Nach Angaben der Aidshilfe Zwickau sollen in dem Netzwerk die Aktivitäten der vier regionalen Aidshilfen Westsachsen, Chemnitz, Dresden und Leipzig gebündelt werden. Zudem wollen die Beratungsstellen gemeinsam die Interessen Betroffener vertreten. Insgesamt lebten Ende des vergangenen Jahres in Sachsen knapp 800 Menschen mit HIV beziehungsweise Aids.
Die Landesdirektion hat das Konzept zum Stadtumbau Schkeuditz genehmigt.
Das Konzept sieht vor die Stadt Schkeuditz als Zentrum zu stärken. So werde dort unter anderem die Sanierung von Wohnhäusern vorangetrieben. Außerdem würden Spielplätze gebaut und Grünflächen angelegt. In den Ortsteilen Glesien, Radefeld und Dölzig soll zudem die so genannte Planungszuordnung aufgehoben werden. Das bedeutet, dass Gebäude, die als Wohnfläche geplant waren, auch anderweitig genutzt werden können. Das Stadtumbaukonzept soll bis 2030 realisiert werden.



