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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Donnerstag, 9. Oktober 2008

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat dazu aufgefordert, dem 9. Oktober in der deutschen Erinnerungskultur ein größeres Gewicht zu verleihen.

Zum Jahrestag der großen Leipziger Montagsdemonstration hielt er die traditionelle Rede zur Demokratie in der Nikolaikirche. Dabei betonte Steinmeier die Bedeutung der Leipziger Montagsdemonstrationen. Von hier habe die friedliche Demonstration an Kraft gewonnen, die schließlich zum Mauerfall geführt hätte. Wie zentral dieses Datum sei, werde in der deutschen Erinnerungskultur zu oft unterschätzt. Steinmeier sagte weiter, der 9. Oktober sei neben dem Tag der deutschen Einheit und dem des Mauerfalls von zentraler Bedeutung. Er sprach sich darüber hinaus für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig aus. In Leipzig wird heute mit einer Reihe von Veranstaltungen der großen Montagsdemonstration vor 19 Jahren gedacht. Dabei gingen rund 70.000 Menschen auf die Straße.

In ganz Deutschland sind Objekte der Jugendorganisation „Heimattreue Deutsche Jugend“ durchsucht worden.

Wie das Landeskriminalamt mitteilte, steht die Jugendvereinigung unter Verdacht, neonazistisch und verfassungsfeindlich zu sein. Auch in Sachsen habe es an vier Standorten Durchsuchungen und Beschlagnahmungen gegeben. Insgesamt wurden deutschlandweit Büros und Wohnungen von fast 100 Personen durchsucht. Dabei wurden unter anderem Dokumente und Computer beschlagnahmt. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit einem Pfingstlager der Heimattreuen Deutschen Jugend im Mai. Dabei waren nahe Colditz im Muldental bis zu 200 Kinder und Jugendliche zusammen gekommen. Ihnen sei Nazi-Gedankengut nahe gebracht worden, so das LKA. Außerdem habe die Jugendorganisation möglicherweise gegen das Versammlungsgesetz verstoßen. Im Rahmen der Ermittlungen solle nun geprüft werden, ob die Gruppierung verboten werden könne.

Der Leipziger Selbstnutzer-Verein hofft weiter, das Grundstück gegenüber der Peterskirche kaufen zu können.

Auf dem Gelände sollen nach Plänen des Vereins Selbstnutzerhäuser entstehen. Jedoch will die evangelische Kirche entgegen früherer Aussagen das Grundstück doch kaufen. Der Sprecher des Selbstnutzer-Vereins Christoph Scheffen sagte, er bezweifle aber, dass die Kirche das Grundstück erwerben könne. Die Frage sei, ob die Kirche substantiell in der Lage sei, das Grundstück zu kaufen. Die Genehmigung der Kirche sei nach Informationen des Vereins noch nicht erteilt worden. Außerdem seien alternative Grundstücke nicht hinreichend überprüft worden. Scheffen sagte weiter, die Suche nach anderen Grundstücken für das Projekt sei schwierig. Auf dem Gelände nahe der Peterskirche sollten im kommenden Jahr 25 Häuser entstehen. Die evangelische Kirche braucht das Grundstück nach eigenen Angaben aber für ihr Schulzentrum.

Der Preis für die größte Verschwendung von öffentlichen Geldern geht in diesem Jahr an die ehemaligen Vorstände der Sächsischen Landesbank.

Das teilte der sächsische Bund der Steuerzahler mit. Der Negativpreis „Schleudersachse“ gehe an den früheren Vorstand für sein Missmanagement. Dadurch sei dem Steuerzahler ein bisher ein Schaden von über einer Milliarde Euro entstanden. Die ehemalige Sächsische Landesbank stand durch riskante Geschäfte am US-Hypothekenmark vor dem finanziellen Ruin. Sie wurde deswegen an die Landesbank Baden-Württemberg verkauft. Für mögliche Ausfälle bürgt das Land Sachsen mit knapp 2,8 Milliarden Euro.

Die Polizei hat ihre Präsenz in der Stadt über die Nacht erhöht.

Wie ein Sprecher mitteilte, haben sich erneut viele Mitglieder rivalisierender Motorradclubs in der Stadt aufgehalten. Sie seien Anhänger der Clubs „Bandidos“ und „Hells Angels“. Um Zusammenstöße zu vermeiden, seien mehr Polizisten angefordert worden. Es sei friedlich geblieben. Am Morgen habe sich die Lage entspannt. Bereits vor zweieinhalb Wochen hatten sich rund 200 Mitglieder der Motorradclubs in der Stadt versammelt. Sie sollen im Zusammenhang mit den Krawallen vor Leipziger Discotheken im März stehen. Dabei war ein Mensch getötet worden.

Der Leipziger Fußballer René Adler steht möglicherweise vor seinem Nationalmannschaftsdebüt.

Der als Nummer eins gesetzte Torhüter Robert Enke hat sich gestern im Training einen Bruch an der Hand zugezogen. Deswegen steht er für die EM-Qualifikationsspiele gegen Russland am Samstag und gegen Wales kommende Woche nicht zur Verfügung. Als Alternativen stehen Bundestrainer Joachim Löw Tim Wiese und René Adler zur Verfügung. Für den gebürtigen Leipziger Adler wäre es sein Debüt. Adler hat bei der Jugendmannschaft des VFB Leipzig angefangen. Inzwischen spielt er für den Bundesligisten Bayer Leverkusen.

 

Frühnachrichten

In Leipzig wird der friedlichen Revolution in der DDR gedacht.

Im Laufe des Tages finden zu Ehren der größten Montagsdemonstration vor 19 Jahren mehrere Veranstaltungen statt. Damals demonstrierten auf dem Innenstadtring rund 70.000 Menschen für Demokratie in der DDR. Einer der Höhepunkte des Gedenktages ist die Rede von Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Er hatte sich in der Leipziger Volkszeitung für ein Einheitsdenkmal in Leipzig ausgesprochen. Im Bundestag hatte sich Berlin als Standort durchgesetzt. Dort soll zum 20sten Wendejubiläum im kommenden Jahr ein Denkmal zur deutschen Einheit eingeweiht werden. Um Leipzig als zweiten Standort wird zurzeit noch gestritten. Am Abend beginnt dann im Nikolaikirchhof die ‚Nacht der Kerzen’. Tausende Teelichter sollen eine große Neun-und-achtzig bilden. Außerdem wird der Platz mit Bildern vom Inneren der Nikolaikirche bestrahlt. So soll eine Atmosphäre wie in der Kirche erzeugt werden.

Die Industrie- und Handelskammer will die Beteiligung der Leipziger Versorgungs- und Verkehrsbetriebe an anderen Firmen einschränken.

Einem Bericht der LVZ zufolge, geht es der IHK um Tochterfirmen kommunaler Betriebe, die sich nicht vorrangig um die Daseinsvorsorge kümmern.

Die Stadt rechtfertige ihr wirtschaftliches Engagement mit hohen Renditen. Dieses Argument halte er für beliebig. Den Bürgerentscheid vom Januar erkenne er aber an. Danach sollen Betriebe der Daseinsvorsorge vorerst nicht verkauft werden dürfen. Der Stadtrat berät in der kommenden Woche über die zukünftigen Ziele der kommunalen Betriebe.

Am Flughafen Leipzig/Halle beginnt eine groß angelegte Katastrophenübung.

Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten proben bis Samstag das Verhalten im Falle einer Katastrophe. Dabei soll das Zusammenwirken der Einsatzkräfte geübt werden. Am Samstag soll ein Unfall auf dem Flughafen mit über 200 Verletzten simuliert werden. Daran werden rund 1.500 Einsatzkräfte beteiligt sein. Während der Übung kann es am Samstagvormittag zu Behinderungen auf den Autobahnen 14 und 9 kommen.

Am Mittag wird das Richtfest für das neue Medienzentrum der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur, HTWK, gefeiert.

Der HTWK zufolge wird das Gebäude in der Karl-Liebknecht-Straße bis zum Sommer fertig gestellt. Es solle unter anderem Aufnahmestudios, Schnitträume und eine Hausdruckerei umfassen. Außerdem entstehe eine Bibliothek mit fast 200 Arbeitsplätzen. Insgesamt koste das neue Medienzentrum rund 16 Millionen Euro.

Die Frauen des HC Leipzig haben gegen Leverkusen ihre zweite Saison-Niederlage in der Handball-Bundesliga erlitten.

Der HC Leipzig verlor in der Arena knapp mit 26:28. Vor allem die Abwehr zeigte Schwächen. Außerdem machten beide Mannschaften viele technische Fehler. Der HCL steht weiterhin auf dem fünften Platz der Bundesliga. Er muss allerdings noch ein Spiel nachholen.

Bewaffnete haben gestern Abend ein Wettbüro in der Pfaffendorfer Straße überfallen.

Wie ein Sprecher der Polizei sagte, bedrohten die maskierten Täter Gäste und Angestellte. Sie erbeuteten mehrere Tausend Euro. Verletzt wurde niemand. Auf der Flucht verloren die Täter ein Teil des Geldes. Ihre Identität ist noch unklar.