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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Mittwoch, 1. Oktober 2008

Die Halloren-Schokoladenfabrik hat das Delitzscher Schokoladenwerk gekauft.

Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden von Halloren, Klaus Lellé, ergänzen sich die Vertriebsstrukturen der beiden Unternehmen gut. Aus Sicht von Halloren sei die Übernahme sinnvoll. Die Delitzscher Marke werde erhalten und eventuell ausgebaut. Verlustbringende Sortimente müssten aufgegeben werden. Lellé sagte weiter, von den 250 Mitarbeitern des Delitzscher Unternehmens wolle Halloren mehr als die Hälfte übernehmen. Das Schokoladenwerk könne im kommenden Jahr einen Umsatz von rund 20 Millionen Euro erwirtschaften. Das Delitzscher Schokoladenwerk hatte Anfang August Insolvenz angemeldet. Mit einem Darlehen des Freistaates konnte das Unternehmen vorerst weiter produzieren. Seitdem wurde nach einem Investor gesucht.

In der Stadt hat sich eine Initiative gegen verkaufsoffene Sonntage gegründet.

Die Iniative heißt „Allianz für den freien Sonntag“. Nach eigenen Angaben haben sich dazu Betriebsräte, Rechtsanwälte, die Gewerkschaft Ver.di und Vertreter der Kirchen zusammengeschlossen. Wie Helmuth Knoch von der Gewerkschaft mitteilte, will die Allianz verhindern, dass die Leipziger Geschäfte an allen Sonntagen im Dezember öffnen. An verkaufsoffenen Sonntagen störe, dass dadurch die Woche nicht mehr unterbrochen werde. Damit würde den Beschäftigten die Möglichkeit genommen, mit ihren Kindern gemeinsam die Adventsonntage zu begehen. Knoch sagte weiter, die Allianz solle noch erweitert werden. Sie wolle die Diskussion um die verkaufsoffenen Sonntage beleben. Gesetzlich geregelt ist, dass Geschäfte im Jahr an vier Sonntagen öffnen dürfen. Die Stadtverwaltung hatte beschlossen, sie alle auf den Dezember zu legen. So solle das Weihnachtsgeschäft belebt werden. In zwei Wochen muss darüber noch der Stadtrat entscheiden.

Der Kulturstaatsminister der Bundesregierung hält ein Einheitsdenkmal in Leipzig für möglich.

Das teilte Bernd Neumann in einem Brief an die Stadt mit. Die hatte die Bundesregierung bereits im Juli gebeten, den Leipziger Beitrag zur Wiedervereinigung zu würdigen. Der Bundestag hatte im vergangenen Jahr entschieden, in Berlin ein Einheitsdenkmal zu errichten. Leipzig will aber ein eigenes Denkmal, da die Montagsdemonstrationen in der Stadt 1989 wesentlich zur friedlichen Revolution in der DDR beigetragen hätten.

Die Wehrleiter der freiwilligen Feuerwehr sollen für ihre Einsätze in Zukunft höchstens 60 Euro im Monat bekommen.

Der Stadtrat hat die neue Satzung für die Feuerwehr einstimmig angenommen. Die soll rückwirkend zum Jahresbeginn gelten. Unter anderem bekommen die Wehrleiter der freiwilligen Feuerwehr danach je nach Truppenstärke 50 bis 60 Euro. Bisher waren es rund 80 Euro. Kritik kam von der Partei Die Linke. Sie wollte die Bezahlung in ihrer bisherigen Höhe beibehalten. Außerdem müsse die Häufigkeit der Einsätze bei der Bezahlung beachtet werden.

Im Mordfall Michelle hat die Polizei das Gelände eines Sportvereins in Stötteritz durchsucht.

Nähere Angaben wollte die Polizei aber nicht machen. Es gebe weiter keine konkreten Hinweise. Die Polizei habe bisher rund 9.400 Anwohner befragt und 1.400 Kleingärten durchsucht. Außerdem seien über 1.300 Hinweise eingegangen. Die achtjährige Michelle war vor sechs Wochen verschwunden und kurze Zeit später ermordet aufgefunden worden.

In der Stadt beginnen die 32. Leipziger Jazztage.

Sie werden in der Moritzbastei vom französischen Trompeter Erik Truffaz eröffnet. Bis zum Samstag musizieren internationale Künstler vor allem im Opernhaus. Außerdem gibt es nächtliche Konzerte in der naTo. Das Festival wird vom Jazzclub Leipzig veranstaltet und gehört zu den renommiertesten seiner Art in Deutschland.

 

Frühnachrichten

Die weltweite Finanzkrise könnte die Leasing-Geschäfte der Leipziger Kommunalfirmen gefährden.

Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge sollen die Unternehmen ein so genanntes hypothetisches Ausfallrisiko von 140 Millionen Euro eingegangen sein. Durch die weltweite Finanzkrise könnte das nun teilweise fällig werden. Die kommunalen Unternehmen haben Teile ihrer Firmen an Banken in den USA verleast. Durch das Zurück-Leasen kommen sie in den Genuss von Steuervorteilen. Wenn die Banken der Leipziger Firmen aber durch die Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten, könnten die kommunalen Unternehmen dafür haftbar gemacht werden. So könnten im schlimmsten Fall Kosten entstehen, die höher sind als die Ersparnisse durch das Leasing.

Die Katholische Gemeinde Sankt Trinitatis plant einen internationalen Architektenwettbewerb für ihren Kirchenneubau.

Nach Angaben der Gemeinde interessiert sie sich unter anderem für ein Grundstück gegenüber dem Neuen Rathaus. Dort seien neben der Kirche auch ein Gemeindezentrum, Wohneinheiten und eine Kindertagestätte geplant. Der Neubau solle unter anderem über Spenden finanziert werden, dazu wolle die Gemeinde weltweit Geld sammeln. Die neue Kirche ist erforderlich, da die Propsteikirche im Rosental nicht dauerhaft sanierungsfähig sei. Sie wurde zu DDR-Zeiten auf schwierigem Gelände errichtet.

Der oberste sächsische Datenschützer Andreas Schurig bezweifelt die Existenz des so genannten „Sachsensumpfes“.

Laut dem Obmann der CDU im zuständigen Untersuchungsausschuss, Christian Piwarz, hat Schurig die Arbeit des Verfassungsschutzes bei der Affäre kritisiert. Piwarz sagte, Schurig habe bestätigt, dass es wahrscheinlich die kriminellen Netzwerke in Sachsen nicht gab. Schurig hätte deutlich argumentiert, dass der Wahrheitsgehalt der Akten in einigen Bereichen skeptisch zu betrachten sei. Außerdem seien Grundprinzipien bei der Arbeit des Verfassungsschutzes nicht eingehalten worden. Die Probleme beim Verfassungsschutz seien aber mittlerweile behoben. Schurig war der erste Zeuge vor dem Untersuchungsausschuss zur so genannten „Aktenaffäre“. Dabei geht es um mögliche kriminelle Netzwerke in Sachsen. Beteiligt sein sollten hochrangige Politiker, Polizei-Beamte und Juristen. Die Ermittlungen dazu blieben jedoch weitgehend ergebnislos.

Die Glockenmänner auf dem Krochhochhaus schlagen wieder.

Nach Angaben der Universität Leipzig soll die Uhranlage auf dem Gebäude am Augustusplatz ab Mittag wieder in Betrieb gehen. Zuvor wurde sie mehrere Monate lang saniert. Die Modernisierung des gesamten Gebäudes koste den Freistaat fast fünf Millionen Euro. Das Krochhochhaus wurde in den Zwanzigern erbaut und ist das erste in Leipzig errichtete Hochhaus. Benannt wurde es nach dem damaligen Inhaber des Bankhauses Hans Kroch, der den Bau initiierte.

Die Handballfrauen des HC Leipzig haben ihre erste Saisonniederlage erlitten.

Sie unterlagen gegen DJK Trier mit 26 zu 27. Der entscheidende Gegentreffer fiel erst zwei Sekunden vor Spielende. Der HCL rutschte damit auf den fünften Platz der Handballbundesliga. Im Anschluss an das Spiel sind die Handballerinnen nach Spanien aufgebrochen. Dort bestreiten sie drei Qualifikationsspiele für die Champions League.