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Julia Schumacher, Sarah Klößer, Olenka Kretschmer & Patrick Eicke
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Was machen die Nachrichten?

Spätnachrichten vom Mittwoch, 9. Januar 2008

Am Samstag werden voraussichtlich 300 Rechtsradikale in Reudnitz demonstrieren.

Wie die Stadt mitteilte, hat eine Privatperson aus dem rechten Spektrum die Versammlung unter dem Motto „Jugend braucht Chancen“ angemeldet. Stadt und Polizei haben nun insgesamt 20 Auflagen festgelegt. So dürfen die Neonazis unter anderem keine verfassungsfeindlichen Parolen rufen oder in Blöcken marschieren. Die Rechtsradikalen wollen vom S-Bahnhof Anger-Crottendorf durch Reudnitz zum S-Bahnhof Stötteritz laufen. Über eine Gegenkundgebung ist bisher noch nichts bekannt.

Vertreter der Stadt und der Polizei haben sich über die Silvester-Ausschreitungen in Connewitz beraten.

Welche Strategien sie bei Krawallen künftig anwenden wollen, ist noch unbekannt. Bevor es zu einem endgültigen Ergebnis kommen könne, müssten die Vorfälle noch besser ausgewertet werden. Stadt und Polizei wollen sich nun ein weiteres Mal treffen. In der Silvesternacht war es am Connewitzer Kreuz zu Ausschreitungen gekommen, dabei wurden zahlreiche Polizisten verletzt. 30 Personen wurden kurzfristig festgenommen.

In Plauen haben etwa 50 Mitarbeiter der Leipziger Sparkasse für mehr Lohn protestiert.

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi haben insgesamt 1000 Sparkassen-Angestellte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen protestiert. Sie demonstrierten gegen die Auslagerung von Arbeitsplätzen in Tochtergesellschaften. Dort würden sie voraussichtlich weniger verdienen als bisher. Morgen beginnt die Tarifrunde im öffentlichen Dienst. Dort will Verdi für die Beschäftigten der Sparkasse vier bis fünf Prozent mehr Lohn erreichen. Seit mehreren Jahren hatte es Nullrunden gegeben.

Die Bürger der Stadt können sich ab jetzt über die Zukunft von Kindertagesstätten informieren.

Dafür gibt es im Jugendamt eine Broschüre. Sie gibt Aufschluss über das Entwicklungskonzept für Kitas bis 2020. Der Verantwortliche der Jugendhilfeplanung der Stadt Thomas Ehlert sagte, Ziel sei es, zwölf neue Kitas in Stadtteilen zu bauen, wo es bisher zu wenige Einrichtungen gebe. Da wo die Bevölkerung hinzieht, sollten soziale Leistungen gestärkt werden. Leipzig wolle viele Einwohner und Leistungen in die Innenstadt holen. Das habe natürlich Auswirkungen für die Strategievorlage. Ihm sei bundesweit keine andere Kommune bekannt, die so eine abgestimmte Kita-Planung habe. Ehlert sagte weiter, die neuen Betreuungsplätze sollten vor allem in Leipzig-Süd, -Mitte und –Nord entstehen. Das Konzept haben Jugendhilfe und Stadtplanung erstmals zusammen ausgearbeitet. Neue Kitas sind nötig, weil die Zahl der Kinder in den vergangenen Jahren wieder stark angestiegen ist.

 

Der Abriss des Interpelz-Gebäudes an der Nikolaistraße soll morgen beendet werden.

Nach Angaben der Immobiliengesellschaft TLG soll bis dann das Erdgeschoss verschwunden sein. Der Schutt des Gebäudes soll in den kommenden Tagen über die Reichstraße auf eine Deponie gefahren werden. Bis Ende nächster Woche wird noch der Keller enttrümmert. Außerdem beginnen auf dem bisher unbebauten Teil des Geländes archäologische Grabungen. In etwa einem Jahr will an der Stelle ein neu gebautes Hotel eröffnen.

In vielen Leipziger Gaststätten werden die Schankanlagen nicht ordentlich gewartet.

Das ergaben Kontrollen des Regierungspräsidiums aus dem vergangenen Jahr. Sicherheitsmängel gab es bei 61 Anlagen. Insgesamt kontrollierten Mitarbeiter des Regierungspräsidiums knapp 80 Anlagen in über 50 Gaststätten. Viele Betreiber in der Region unterschätzten die Gefahr von Druckgasflaschen.

Grund für die Aktion war ein Unfall im vorvergangenen Jahr. Damals war aus einer Zapfanlage Gas ausgeströmt. Daraufhin starben der Wirt und ein Gast.

 

Die Energiebörse EEX hat im vergangenen Jahr mit mehr Strom gehandelt als zuvor.

Der Stromumsatz hat sich laut Börse um zwölf Prozent erhöht und liegt damit nun bei 1300 Terrawattstunden. Die Preise für Strom seien im Vergleich zu 2006 gefallen. An der EEX handeln über 190 Unternehmen aus 20 Ländern. Die Leipziger Börse will demnächst mit dem französischen Energieunternehmen Powernext zusammengehen.

 

 

Frühnachrichten

Am Samstag wollen Neonazis wieder durch Leipzig marschieren

Das bestätigte das Ordnungsamt. Die Neonazi-Gruppe Freie Kräfte Leipzig hätten eine Demo angemeldet. Sie solle um 12 Uhr am S-Bahnhof Anger-Crottendorf starten und von da aus durch den Stadtteil Reudnitz führen.

Am Nachmittag treffen sich Vertreter der Stadt und der Polizei, um über die Silvesterkrawalle von Connewitz zu sprechen.

Oberbürgermeister Burkhard Jung und Polizeichef Rolf Müller wollen sich über das Sicherheitskonzept abstimmen. Sie haben dabei auch die Neonazi-Demo am Samstag im Blick. Bei dem Gespräch soll es um die künftige Strategie bei Ausschreitungen gehen. Für Ende Januar ist auch ein Treffen im Regierungspräsidium angesetzt. In der Silvesternacht hatte es am Connewitzer Kreuz Randale gegeben. Daraufhin waren 30 Randalierer kurzzeitig fest genommen worden.

 

Die Schulabbrecherquote in Leipzig liegt weit über dem deutschen Durchschnitt

Das ergab eine Auswertung der statistischen Landesämter. Demnach verlassen in Leipzig knapp 12 Prozent der Schüler die Schule ohne Abschluss. Im Bundesdurchschnitt sind es nur 8 Prozent. In Ganz Sachsen liegt die Rate dagegen nur leicht über dem bundesweiten Mittelwert. Roman Schulz ist Sprecher der Bildungsagentur Leipzig. Er sieht die Sozialstruktur als Ursache für die höhere Abbrecherzahl. Schulz sagte weiter, vor dem Hintergrund der schrumpfenden Bevölkerung müsse jeder Schüler einen Abschluss schaffen. Die sächsische Wirtschaft brauche qualifizierte junge Leute.

 

Im Gehörlosenprozess am Leipziger Landgericht wollen die Angeklagten beim nächsten Prozesstag die Misshandlungen zugeben.

Das bestätigt der Verteidiger Ingo Stolzenburg. Den beiden Grünauern wird vorgeworfen, einen 30-jährigen Gehörlosen ermordet zu haben. Die gehörlosen Angeklagten sitzen seit Juni 2007 in Untersuchungshaft. Sie sollen einen ebenfalls gehörlosen Bekannten misshandelt und ermordet haben. Angeblich kam es im vergangenen Sommer zu einem Streit zwischen den beiden Angeklagten und ihrem Opfer. Auf dem Heimweg von einer Bar sollen die alkoholisierten Grünauer auf das Opfer eingeschlagen und eingetreten haben. Dass der gewalttätige Übergriff statt gefunden hat, wollen die Angeklagten zugeben. Nach Angaben des Verteidigers Ingo Stolzenburg wird es allerdings Einwände gegen die Anklageschrift geben. Der nächste Verhandlungstag ist Ende Januar.

Der Leipziger Dirk Bockelmann nimmt heute am Neujahrsempfang des Bundespräsidenten in Berlin teil.

Das gab die sächsische Staatsregierung bekannt. Eingeladen wurde Bockelmann aufgrund seines Engagements für den Christopher Street Day. Seit fünf Jahren organisiert er den CSD und setzt sich dafür ein, Vorurteile gegenüber Homosexuellen abzubauen.