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Spätnachrichten vom Donnerstag, 31. Januar 2008
- Medikamentendoping in Mitteldeutschland verhindert
- Universitätsrektor Franz Häuser: Wissenschaftsministerium hat Bedenken der Hochschulen nicht beachtet
- Muldentalkreis berät über Verfassungsbeschwerde
- Stadt bereitet neue Erhebung des Mitspiegels vor
- Streit um Semesterticket: MDV und Stura reden miteinander
- Meisterwerk oder Krempel in der HGB
- Polizei macht Fahrkartenwahnsinn ein Ende
Leipziger Apotheker haben Fälle von Rezeptfälschungen und versuchtem Dopings entdeckt.
Wie Tobias Hückel von der Sächsischen Apothekerkammer bestätigte, sind in den vergangenen Wochen vermehrt rezeptpflichtige Wachstumshormone in Leipziger Apotheken bestellt worden. Die Apotheker waren jedoch auf Grund des Verdachts eines Leipziger Kollegen vorgewarnt und prüften entsprechend gründlich eingehende Rezepte, so Hückel. Bei einem weiteren Versuch in der vergangenen Woche im Hauptbahnhof sei dann die Polizei alarmiert worden. Nach Auskunft Hückels ist das Wachstumshormon auch in anderen Apotheken Mitteldeutschlands bestellt wurde.
Der Rektor der Universität Leipzig, Franz Häuser, kritisiert die Art und Weise, wie das neue Hochschulgesetz ausgearbeitet wurde.
Die von der Landesregierung eingebrachte Variante berücksichtige nicht die Bedenken der Hochschulen, sagte Häuser diesem Sender. Das Schmerzliche sei, dass die verschiedenen Stellungnahmen, weche die Universität abgegeben habe, offensichtlich im Wissenschaftsministerium nur entgegen genommen worden sind. Leider hätte die Universität keine Antwort erhalten. Er sei vor allem mit der Machtbefugnis des Hochschulrates sowie den Wahlmodus für Rektoren unzufrieden, so der Hochschulrektor. Er wolle nun für Mitte Februar einen Sondersenat der Universität einberufen. Der Gesetzentwurf der Regierung sieht vor, dass sich bis Mitte März alle Beteiligten noch einmal zum neuen Hochschulgesetz äußern können.
Der Kreistag des Muldentalkreises hat am Abend in einer Sondersitzung über eine Klage gegen die Verwaltungsreform beraten.
Die Reform war vom Landtag vergangen Woche verabschiedet worden und soll im August in Kraft treten. Der Muldentalkreis wird dann mit dem Landkreis Leipziger Land zum Kreis Leipzig zusammengelegt. Die Beschwerde des Kreistages richtet sich hauptsächlich gegen die Entscheidung, dass Borna und nicht Grimma neue Kreisstadt wird. Die Städte Plauen und Aue haben bereits entschieden, Beschwerde gegen die Kreisreform einzulegen.
Die Stadt will ausgewählte Mieter für den neuen Mietspiegel befragen.
Wie das Sozialamt mitteilte, werden die 3800 repräsentativ ausgewählten Haushalte Anfang kommende Woche benachrichtigt. Die Mieter sollen von Ende Februar bis Ende März zu Hause befragt werden. Dazu werden Interviewer der Stadt Fragen zu Wohnung, Miete und Wohngebäude stellen. Der Mietspiegel wird seit 1998 erstellt. Er bietet Vermietern wie Mietern Orientierung für die Höhe der Mieten.
Im Streit um das Semesterticket haben sich am Mittag erstmals der Studentenrat und der Mitteldeutsche Verkehrsverbund MDV getroffen.
Sowohl der Studentenrat als auch der MDV werteten das Gespräch als konstruktiv. Beide Seiten wollen sich sehr bald wieder an einen Tisch setzen. Zu ersten Ergebnissen haben sich aber weder die Studentenvertretung noch der MDV geäußert. Sollten die Verhandlungen scheitern wird es für die Studenten der Universität ab Herbst kein Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr geben.
Leipziger Professoren und Studenten verkaufen 500 Kunstwerke à 50 Euro.
Im Rahmen des jährlichen Rundgangs der Hochschule für Grafik und Buchkunst stiften Lehrende und Studenten Werke aus den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie und Medienkunst. Die Werke im DIN A4-Format werden anonym verkauft. Erst nach Ende der Verkaufsaktion werden die Urheber bekannt gegeben. Der Erlös der Aktion kommt einer internationalen Tagung der Hochschule zu Gute. Die anonyme Verkaufsaktion findet zum zweiten Mal statt.
Die Polizei hat eine Serie um manipulierte Fahrkartenautomaten der Leipziger Verkehrsbetriebe aufgeklärt.
Wie die Leipziger Polizei mitteilte, nahm sie vier Männer fest. Sie sollen im Verdacht stehen die Münzschlitze der Automaten präpariert zu haben. Seit Mitte 2006 prellten sie so Kunden der LVB um Geld und Fahrkarten. Der Gesamtschaden beläuft sich auf 240 000 Euro. Die LVB hat die Automaten inzwischen umgerüstet.
Frühnachrichten
- Rund 4000 Arbeitslose mehr im Januar
- Studentenrat und MDV beraten über Semesterticket
- Bewohner verlassen Reudnitzer Wohnhaus aus Angst vor rechter Gewalt
- Winter ist zu warm
Die Zahl der Arbeitslosen in Leipzig und Umgebung ist im Januar gestiegen.
Wie die Arbeitsagentur mitteilte, waren im Januar rund 63.000 Menschen Arbeitslos, 4.000 mehr als im Dezember. Besonders bei Bauunternehmen und in Dienstleistungsberufen waren mehr Menschen ohne Arbeit. Nach Angaben der Arbeitsagentur ist jedoch ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Winter normal. Im Vergleich zum Januar im vergangenen Jahr sank die Zahl um 7.000 Menschen.
Der Studentenrat der Universität will mit dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund MDV über ein neues Semesterticket verhandeln.
Wie ein Stura-Sprecher mitteilte, ist am Mittag ein Treffen mit dem MDV geplant. Dann soll über die Möglichkeit eines Tickets nach dem bis jetzt gültigen Modell gesprochen werden. Vor zwei Wochen waren die Verhandlungen des Studentenrates mit den Leipziger Verkehrsbetrieben gescheitert. Die Studenten hatten außerdem im Dezember eine Fahrkarte für das gesamte MDV-Gebiet abgelehnt, dass alle Studierenden hätten kaufen müssen.
Aus Angst vor angeblich rechtsextremer Gewalt wollen die Bewohner eines Reudnitzer Wohnhauses umziehen.
Das Haus war in den vergangenen Wochen wegen mutmaßlich rechtsextremer Angriffe in die Schlagzeilen geraten. Mehrere der überwiegend studentischen Bewohner haben nun ihren Mietvertrag gekündigt. Grund sei eine Eskalation der Gewalt, so die Bewohner. Zuletzt hätten mutmaßliche Rechtsextreme im Treppenhaus Knallkörper gezündet und versucht in eine Wohnung einzudringen. Die Polizei wollte sich zu den Vorfällen nicht äußern, da die Ermittlungen noch laufen.
Der Winter in diesem Jahr ist eindeutig wärmer als der langjährige Durchschnitt.
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes, lag die Leipziger Durchschnittstemperatur im Januar bei rund 5 Grad. Normal seien Temperaturen um den Gefrierpunkt. Auch habe es in diesem Jahr keinen einzigen Tag mit Schnee gegeben. Dem Wetterdienst zufolge steigen die Temperaturen bereits seit 15 Jahren. Der Trend werde sich fortsetzen, sagte Thomas Endrulat vom Deutschen Wetterdienst. Das bedeute, man werde milde Winter mit viel Regen und kaum noch Schnee haben. Die Sommer würden sehr heiß und trocken mit kräftigen Unwettern ausfallen.




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