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Reinere Luft für Leipzig

Freitag, 18. Dezember 2009

Die Feinstaubbelastung in Leipzig ist zu hoch. Nach EU-Vorgaben ist die Stadt verpflichtet den Feinstaubausstoß zu reduzieren, deswegen wird 2011 eine Umweltzone eingeführt.

Schmutzige Luft in großen Städten

Bereits 2005 hat die EU Richtlinien erlassen, die die Feinstaubemission begrenzen. 35 Tage im Jahr dürfen die kritischen Grenzwerte überschritten werden. In Leipzig werden diese Grenzen noch häufiger überschritten. Deswegen ist in Leipzig die Einführung einer Umweltzone geplant, wie schon in vielen anderen deutschen Städten geschehen. Nun ist klar: Zum 01.01.2011 wird die Umweltzone in Leipzig eingeführt.

Was ist eine Umweltzone?

Die Feinstaubbelastung hat gesundheitsgefährdende Werte erreicht. Da erwiesen ist, dass Feinstaub vor allem durch Straßenverkehr verursacht wird, gehört zum Luftreinhalteplan der Stadt Leipzig eine Umweltzone. In dieser Umweltzone, die nach neuesten Angaben 62, statt der zuerst geplanten 75  Prozent des Stadtgebietes ausmachen wird, dürfen nur noch eingeschränkt Fahrzeuge fahren. Nur solche, die eine grüne Plakette vorweisen, bekommen Zufahrtsrechte. Eine grüne Plakette erhalten nur die Fahrzeuge, die geprüft emissionsarm sind.

Welche Folgen hat das für Fahrzeughalter?

Fahrzeuge mit Ottomotor und geregeltem Katalysator, Dieselfahrzeuge mit Rußpartikelfilter und Pkw ohne Verbrennungsmotor bekommen eine grüne Plakette und können in der Umweltzone fahren. Das bedeutet für viele Fahrzeughalter, dass sie ihr Fahrzeug umrüsten müssen. Das kann bis zu 1000 Euro kosten. Es gibt allerdings auch Fahrzeuge, die nicht umgerüstet werden können. Solche Fahrzeuge können in der Umweltzone nicht benutzt werden. Für die Fahrzeughalter bedeutet dies, dass die Anschaffung eines emissionsarmen Fahrzeugs nötig wird.

Welche Lösungen hat die Stadt?

Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal und Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht haben heute die Änderungen am Luftreinhalteplan vorgestellt. Die Umweltzone im Jahr 2011 wird 62 Porzent des Stadtgebietes ausmachen. Ausgenommen sind vor allem landwirtschaftlich genutzte Flächen und Wasserflächen, aber auch große Prakplätze. Letztere sollen dazu einladen „nicht-grüne“ Fahrzeuge abzustellen und auf den öffentlichen Personennahverkehr umzusteigen. Deswegen plant die Stadt auch einen Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel.

Weiterhin gibt es Ausnahmeregelungen für Unternehmen und Privatpersonen. Für Nutzfahrzeuge, die nicht umgerüstet werden können, deren Ersatz die Unternehmen aber in die Existenzbedrohung führen würde, kann eine Ausnahmeregelung erwirkt werden. Dasselbe gilt für Schwerlastfahrzeuge, deren Umrüstung sehr teuer wäre. Die Stadt verspricht, dass dies mit möglichst wenig Bürokratie möglich sei. Auch Privatpersonen können Ausnahmeregelungen erreichen. Außerdem gibt es Förderkredite.

Ist das alles?

Die Einführung der Umweltzone soll nicht die einzige Maßnahme bleiben. Um Leipzigs Luft reiner zu machen plant die Stadt nicht nur die Förderung des öffentlichen Nahverkehrsausbaus, sie will auch den kommunalen Fuhrpark „grün“ umrüsten, Straßen erneuern, den Baumbestand in der Stadt erhöhen und auch für bestimmte Feuerwerksklassen soll es zukünftig Beschränkungen geben. (Carolin Siepel)

 

Quelle: Stadt Leipzig