In der Mitte Europas: Team Tschechien auf den Spuren der europäischen Union in Pilsen
Von Teplice über Karlsbad nach Pilsen - nach einer Brauereiführung in der Bierstadt widmen sich Kristin und Sina wieder ernsteren Themen, wie der Europawahl. Die ist zwar omnipräsent in der Stadt, allerdings nicht in den Köpfen der Bewohner.

3 Wochen bis zur Europawahl
In Plzen weht die europäische Flagge an jeder Straßenecke. Wahlplakate hängen seit April an Laternen und Straßenpfählen. Es sind noch drei Wochen bis zur Europwahl vom 4. bis 7. Juni, doch die tschechischen Bürger, die diese Werbung interessieren sollte, sind rar.
Europawahl findet in den tschechischen Köpfen kaum statt
Sina und Kristin sprachen auf ihrer Tramping-Reise in Plzen mit Martina Vycitalova, die in einem der dreizehn Europabüros Tschechiens arbeitet. Seit zweieinhalb Jahren bieten diese Büros allgemeine Informationen zur Europäischen Union - der Tschechien im Rahmen der EU-Erweiterung 2004 beitrat -, Auslandsaufenthalten oder die Beantragung von Fördergeldern für kleinere und mittlere Unternehmen. "40% Wahlbeteiligung wäre schon gut", sagt Vycitalova, die man auf den ersten Blick in dem Plzner Europabüro nicht sieht - ein riesiger Stapel an Dokumenten versperrt den Blick. Die Europawahl finde in den Köpfen der Tschechen kaum statt. Man verstehe die Strukturen der EU nicht, sie sei viel zu weit weg, sagt sie. Grund sind wohl auch die viel brisanteren und aktuellen politischen Ereignisse.
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Sturz der tschechischen Regierung
Mitte März sprach das tschechische Parlament Ministerpräsident Mirek Topolánek das Misstrauen aus. Die Regierung wurde gestürzt, eine Übergangsregierung wurde eingesetzt. Im Herbst wird neu gewählt. Die Medien seien voll mit der Berichterstattung über die innenpolitischen Verhältnisse, so Vycitalova, da bliebe kein Platz für die Europawahl, obwohl Tschechien die Ratspräsidentschaft hat.
Vor- und Nachteile der EU-Mitgliedschaft
Trotz aller Unnahbarkeit der Europäischen Union sehen die Tschechen trotzdem die positiven Seiten der Mitgliedschaft, wie Reisefreiheit oder den Wirtschaftsaufschwung. Der wiederum bringt auch kritische Stimmen auf den Plan. Die Mitgliedschaft brächte wirtschaftliche Nachteile, wie Preiserhöhungen oder den Verlust der Krone zugunsten des Euro als Identitätsverlust. (ct)
Hören Sie hier das Liveinterview mit Sina Fröhndrich von Lena Mörsch



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