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Team Bulgarien: Dancefloor ist einfach nicht kaputt zu kriegen

Mittwoch, 20. Mai 2009

Wir fahren durch Bulgarien – und haben ja nicht nur die beiden offiziellen Bedingungen zu erfüllen. Wir dürfen nur trampen und nur bei Einheimischen übernachten – doch darüberhinaus sind wir ja fast rund um die Uhr im Dienst: berichten, bloggen, twittern. Dazu brauchen wir das Internet und die Suche nach einem Zugang führt uns regelmäßig in Cafés, die drahtlose Verbindungen anbieten. Zum Getippe trinken wir Capuccino und Espresso unterschiedlicher Qualität. Gleichbleibend fragwürdigen Niveaus ist allerdings, was aus den Musikboxen in diesen Cafés angeboten wird. Bummbummbumm.

Konzentration vs. DJ Bobo.
... und trotzdem in aller Ruhe Käffchen trinken.

Dancefloor hat im Refugium Bulgarien überlebt und erlebt eine Blütezeit. Der wummernde Musikstil also, zu der wir früher in der Mittelstufe während einer Klassenfahrt unsere ersten kleinen Tänzchen versucht haben. Oder vielleicht sogar mal jemand Weibliches geküsst. Huch! Da ging's also im Wesentlichen ums Ausprobieren – und so ganz ausgereift war die Mucke, die sich Dancefloor nennt, ja auch nie, bummbummbumm: DJ Bobo und sein verzweifelter Ruf „Somebody Dance With Me“, Dr. Alban mit seinen handwerklich schlicht zusammengestöpselten Harmonien oder Tiefpunkte der lieblosen Dichtkunst: Baby don't go, Sweet Dreams und It's a passion. Diese musikalisch dunklen Zeiten waren dann, wie Klassenfahrten und unreine Haut auch, irgendwann vorüber. Gottseidank.

Krass, der Kontrast

Nicht so in vielen, vielen Cafés hierzulande. Egal, ob Sofia, Blagoevgrad, Sveta Petka, Plovdiv oder, wie gerade in diesem Moment, in Kazanlak. Wir setzen das Phänomen "Musik in Cafés" auf die Liste der Kontraste, über die wir stolpern. Der Kaffee ist meistens wirklich gut und die Menschen von einer Freundlichkeit, sodass wir sie auf Händen tragen könnten. Nur: Was tun sie hier ihren Ohren an? So viel Krempel aus einer Zeit, als Computer gerade lernten, Musik auszuspucken. Warum das so ist, hat uns noch keiner erklären können. Wir suchen weiter – vielleicht finden wir ja noch die Erklärung. Es gibt bestimmt eine... Notfalls verteilen wir Flyer dieses sympathischen kleinen Senders auf Leipzig mit dem roten Punkt im Logo. Gute Musik von dort im Livestream könnten wir ja problemlos anbieten. Vielleicht finden wir noch Interessenten. Bummbummbumm.