Team Rumänien: Wir haben mehr Glück als Verstand, und das ist gar nicht so einfach:)
„Bukarest ist hässlich und laut, es stinkt, ist stressig und die Leute dort sind böse und kaltherzig. Die einzige Attraktion sind fünf Shopping-Malls.“ – All das haben wir während unserer Reise durch Rumänien über die Hauptstadt und die Hauptstädter gehört und uns trotzdem hingetraut. Unser Fazit nach drei Tagen: Bukarest, wir kommen wieder! Das liegt ganz sicher an unserem Gastgeber Dinu Mârza, der es geschafft hat, uns den verborgen Charme Bukarests zu zeigen. Mulțumulțumesc!

Bukarester Weisheiten:
„Die Politiker erklären den Rumänen Europa wie ein Flugzeug. Sie sollten es aber eher mit einem Bus vergleichen.“
Cristian Chiscop arbeitet für die Friedrich-Ebert-Stiftung in Bukarest und leitet den Arbeitsbereich „Pluralismus und Demokratie“. Er meint, dass die Politiker die Europathemen zu abstrakt erklären. Der Durchschnittsrumäne habe zwar schon einmal ein Flugzeug von außen gesehen, aber noch nie darin gesessen. Auch der Check-In oder ein Blick ins Cockpit seien ihm fremd. Eine Busfahrt habe hingegen jeder Rumäne schon einmal erlebt.
„Rumänien ist ein komisches Land mit lustigen Politikern.“
Cristian Chiscop hat uns einen Rundumschlag über das politische und wirtschaftliche Geschehen in Rumänien gegeben. Dank ihm wissen wir zum Beispiel, dass in den letzten fünf Jahren knapp 80 Kilometer Autobahn gebaut wurden, sodass das Netz jetzt auf 200 km Länge angewachsen ist. Wir haben es geschafft, sie zwei Mal abzufahren.
„Rumänien ist ein interessantes Land mit inkompetenten Politikern.“
Wir erzählen Dinu von Chiscops Einschätzung der Lage der Nation. Das sei zwar „nett formuliert“, Dinu selbst begegne Rumäniens Problemen aber lieber mit Humor und reißt einen Witz nach dem anderen. Zum Beispiel: Sprechen ein Optimist und ein Pessimist über die Krise. Sagt der Optimist: Mensch, wir werden noch alle als Bettler auf der Straße landen. Sagt der Pessimist: Fragt sich nur, von wem wir da noch betteln sollen?
„Ich war da einmal drin und habe mich komplett verlaufen.“
Marga Mârza hat es beim NATO-Gipfel 2008 ins Rumänische Parlament geschafft. Das zweitgrößte Gebäude der Welt nach dem Pentagon in Washington D.C.
Diktator Ceauseşcus hat sich damit ein Denkmal setzen wollen, dass er nicht mehr lebend in Vollendung sah. Er wurde am 25. Dezember 1989 erschossen.
„Ich gebe Ihnen mal ein gutes Beispiel zum Thema Umwelttechnik: Die Stadt Bukarest hat keine einzige Kläranlage.“
Marco Walde ist Geschäftsführer der deutsch-rumänischen Industrie- und Außenhandelskammer. Ermeint, Rumäniens wirtschaftliche Entwicklung hängt von der im Rest der Welt ab. Wenn es dort wieder bergauf geht kann auch Rumänien wieder zum wachstumsstärksten EU-Land aufsteigen. 2008 lag die Wachstumsrate im Land bei 7,5 %.
„Die sind doch wie wir Menschen, gehen bei Grün über die Straße oder sitzen wie alte Opis in der Sonne.“
Nancys Beobachtung über Hundeviecher in Rumänien im Allgemeinen und Bukarest im Speziellen.
Bukarest in Bildern
- „Der Preis, von der Krise eingefroren.“
- Wir hatten ihn in Sibiu nach seinem Konzert im Arm und treffen ihn in der Hauptstadt wieder: Ioan Gyuri Pascu.
- Der Rumäne liebt sein Auto sehr. Deshalb kommt es in Bukarest immer zum Verkehrschaos.
- Deutsche Autorität mit roter Pfeife.
- Bukarest vereint mehr architektonische Stilepochen als das Schloss Corvineschtilor in Hunedoara. Die Dominanteste kann man sich auch in Leipzig Grünau anschauen.
- Siehe voriges Bild.
- Warum wollen sich nur alle trauen? In Bukarests Hauptstadt reiht sich ein Brautkleid-Laden an den nächsten.
- Dinu, unser Held! Er war der erste Rumäne, der Bukarest liebt. Er wohnt dort schon seit über 20 Jahren Und wir konnten reichlich davon profitieren.
- Der Aufstieg nach Leipzig war lohnenswert, wenn auch schmerzhaft. Jule übersah einen rostigen Nagel in der Wand. Die Narbe wird ihr einziges Souvenir aus Bukarest sein.
- Das zweitgrößte Gebäude der Welt ist das Parlament in Bukarest.
- Das “Restaurant auf dem Berg” entpuppte sich überraschend als Dinus Elternhaus. Uns wurde reichlich aufgetischt und eingeschenkt. Familie Mârza, îmi eşti drag!



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