Team Rumänien: Zwei Tage Sibiu - unsere Highlights in Wort und Bild
Kurzbilanz 14. und 15.5.2009: 0 Kilometer, 133 Lei, 4 ½ Stunden Interviewmaterial, 56 Sommersprossen auf zwei Nasen
Worte der Tage:
„Wir haben uns mit fünf Projekten beworben und keines hat geklappt.“
Teodora Brebenaru, 23, koordiniert seit zwei Jahren Projekte für den Verein ’Pro Democratia’ in Sibiu und beschwert sich über die Bürokratie der EU. Trotz Ordnern voller Antragspapieren haben sie noch keine Förderung aus Brüssel erhalten.
„Wer jeden Tag von 7 bis 19 Uhr hart arbeitet, ist sehr schwer zu motivieren. Denn man kriegt ja nichts dafür.“
Georgiana Pirlogea, 21, ist Schatzmeisterin von ‘Pro Democratia’. Ehrenamtliche Arbeit ist in Rumänien nichts Alltägliches.
“Die Schüler haben uns gefragt, was sie tun können, wenn der Arzt für eine Behandlung Geld verlangt.”
Irina Damian, 21, studiert in Sibiu Jura und Wirtschafswissenschaften. Sie ist im letzten Jahr für ’Pro Democratia’ in Schulen gegangen und hat über den Umgang mit Korruption aufgeklärt.
„Gestern war ich in Cisnadie. Die Leute wussten nicht, dass am 7.6. EU-Wahl ist.“
Roberto Dietrich, 24 Jahre, ist der Kandidat der Liberalen Partei Rumäniens (PNL) in Sibiu. Seine Freunde nennen ihn „Robbi“. Für den Wahlkampf in Transilvanien hat er sich drei Wochen von seinem leitenden Posten in einer Energiefirma frei genommen.
„Wir versuchen es immer zuerst mit EU-Themen, aber dann enden wir doch wieder bei rumänischen Problemen.“
Razyah Pop hat Robbi in der PNL kennen gelernt und leitet jetzt seinen Wahlkampf. Die Rumänen beschweren sich bei ihnen meistens über schlechte Straßen, Korruption und niedrige Renten.
„Dacia ist ein schlechtes Auto.“
Razyah und Robbi vertrauen wie viele Rumänen auf deutsche Automarken. Der rumänische Präsident sei im Wahlkampf der Volksnähe wegen einen Dacia Logan gefahren. Nach drei Tagen sei auch er wieder auf sein deutsches Gefährt umgestiegen.
„Lass mich noch mal fünf Minuten nachdenken.“
Daniel Dobre ist PNL-Mitglied und verteilt im Wahlkampf Flyer für Robbi. Warum er ihm seine Stimme geben wird, weiß er noch nicht genau.
„Dann nennen wir das ab jetzt ‚Besuche’. Und Besuche können ja auch mal bis zum nächsten Morgen dauern.“
Alexandru Ujupan hat sich vor zwei Jahren mit einem Reisebüro in Sibiu selbstständig gemacht. Laut EU-Normen darf er seine Gäste nicht mehr auf den traditionellen Bauernhöfen unterbringen, die keine offizielle Pensionslizenz haben. Wer bei ihm bucht, muss trotzdem nicht auf dieses Erlebnis verzichten.



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