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Team Polen: Love actually

von Claudia Müller
Montag, 18. Mai 2009

Neun Sträuße Rosen stehen in dem Wohnzimmer, dem man das Umzugschaos noch ansieht. „Ich habe sie letzte Woche gefragt, ob sie meine Frau werden will“, sagt Aurimas Pranskevicius ganz schüchtern. Sie das ist Agata, für die der gebürtige Litauer von Kaunas nach Warschau gezogen ist.

Der frisch verlobte Aurimas
Alles für "seine Agata"
Es gibt typisch litauisches Studifutter: Bratkartoffeln

Neun Sträuße Rosen stehen in dem Wohnzimmer, dem man das Umzugschaos noch ansieht. „Ich habe sie letzte Woche gefragt, ob sie meine Frau werden will“, sagt Aurimas Pranskevicius ganz schüchtern. Sie das ist Agata, für die der  gebürtige Litauer von Kaunas nach Warschau gezogen ist – für „seine Agata“,  wie er sie liebevoll nennt. Die beiden haben sich vor zwei Jahren kennengelernt, als Agata Chutnik über das Austauschprogramm Erasmus in Kaunas studiert hat. Angefangen hat alles damit, dass der 28-jährige ihr seinen Lieblingspark im gemeinsamen Studienort gezeigt hat, am Ende ihres Erasmusjahres haben sie zusammen in Aurimas Wohnung gelebt.

Vilnius oder Warschau?

Aber ihre Beziehung war mehr als ein flüchtiges Abenteuer während des Auslandsstudiums, schnell stand für beide fest: „Wir wollen zusammen bleiben, eine Familie gründen.“ Und dann wurde ganz pragmatisch entschieden, wo die beiden sich niederlassen, erzählt Aurimas: „Es war die Frage, wo würden wir beide einen guten Job finden, das ist eindeutig eher Warschau als beispielsweise Vilnius. Außerdem ist die Bindung von Agata zu ihrer Familie wesentlich enger als meine familiären Bindungen. Also haben wir uns für Warschau entschieden.“ Vor einem halben Jahr sind sie in ihre erste Wohnung  gezogen, vor zwei Monaten sind sie das zweite Mal umgezogen – diesmal in die passende Wohnung, die sie sich nun gemeinsam einrichten.

Die Europäische Einheit als Kupplerin

Für Aurimas ist seine Liebe zu Agata ein Stück auch die Frucht der Europäischen Einheit, denn „meine Agata ist zu mir durch das Erasmus-Programm gekommen. Das gab es erst in Kaunas, seitdem Litauen in der EU war. Wenn es das nicht gegeben hätte, hätten wir uns vermutlich nicht kennengelernt.“ Jetzt sei alles so einfach, er habe einen Job in Warschau als Software-Entwickler und wenn er nach Hause nach Litauen wolle, ginge das durch die besseren Straßen, die es mittlerweile in Polen, als auch in Litauen gibt, wesentlich schneller als früher.

Polnische Traditionen

Im Herbst wollen die beiden heiraten, aber nachdem Agata das Aufgebot beim Priester bestellt hatte, eröffnete sie Aurimas, dass er jetzt noch einen Kurs zur Vorbereitung für Ehe und Familie machen müsse. Agata selbst habe den schon früher absolviert, aber auch Aurmias müsse lernen, wie man eine gute Ehe führt, wie man Kinder erzieht und Ihnen Werte vermittelt, so zumindest will es der Priester und damit auch Agata. Aurimas fügt sich geduldig in sein Schicksal: „Dann werde ich wohl den Kurs machen.“ Und außerdem, so verlangt es die polnische Tradition, muss er noch förmlich um die Hand der Tochter bei ihrer Mutter anhalten. Ganz früh am morgen fahren sie Samstag heraus in einen Blumengroßhandel, denn so Aurimas, „es wird verlangt, dass man ganz viel Blumen mitbringt und vielleicht auch noch Süßigkeiten, schließlich kauft man auch irgendwie die Tochter frei.“