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Team Baltikum: On the Road again

Freitag, 15. Mai 2009

Nach 3 Tagen Sightseeing und interessanten Interviews in der litauischen Hauptstadt Vilniuns machen sich Anka und Alex auf den 300 km weiten Weg an die Ostseekueste. Unterwegs bekommen sie einen Schnellkurs im globalisierter Wirtschaft und sind Gäste eines berühmten Filmtaxis.

Pappe zum Abschied
Platte - Regen und Rock'n Roll

Am Dienstag hat der Dauerregen in Vilnius Team Baltikum zum Herummsitzen und Abwarten gezwungen. Sowohl ein geplanter Stadtrundgang als auch ein Weitertrampen waren unmöglich. Doch Gastgeber Sascha lies sich dadurch nicht davon abbringen, seinen letzten Abend in der Hauptstadt mit Anka und Alex zu feiern. Es floss guter Rotwein aus der Haussammlung und Alex und Sascha schwadronierten zu alten Rolling-Stones-Platten bis tief in die Nacht über das Leben, die Liebe und Rock'n'Roll.

Mittwochmittag setzte Sascha die beiden Tramper an der Autobahn Richtung Küste ab. Erst nach einer Stunde Warten wurden sie von Mindaugas fuer 30 Kilometer mitgenommen. Er sprach kaum Englisch, doch die beiden haben sich mit Händen und Füßen verständigt. Ein selbstgemalter Batman-Stempel sorgte für ein wenig Unterhaltung.

Crashkurs Globalisierung

Eine knappe halbe Stunde später weiteren Daumentrainings brachte dann nicht nur eine neue Mitfahrgelegenheit, sondern erfüllte Alex auch noch einen großen Traum. In seinem 40-Tonner nahm ein Pole das Team Baltikum mit in Richtung Kaunas. Er war am Morgen mit einer ungewöhnlichen Fracht in Vilnius eingetroffen und nun auf dem Rückweg. Seine Ladung: mehrere Tonnen beschrifteter Schnapsflaschenverschlüsse.

Eine Abfüllfabrik in Vilnius ordert im Auftrag namhafter Spirituosenhersteller aus ganz Europa Flaschen, Deckel, und Spiritus für die Schnapsherstellung separat bei den jeweils billigsten Firmen. In Litauen wird bei geringen Arbeitskosten abgefüllt und der fertige Schnaps wieder nach Europa verfrachtet. Das ist für die Hersteller immer noch billiger, als die Produktion im eigenen Land. So banal kann Globalisierung sein.

Ein Pappschild zum Abschied

Zum Abschied gab es ein selbstgemaltes Schild mit dem Namen ihrer Zielstadt Klaipeda. Diese bescherte Team Baltikum nach kurzer Zeit den Volltreffer an diesem Tag: Kris. Der Litauer hat in der Küstenstadt deutsche Philologie studiert und die beiden direkt mit nach Klaipeda genommen. Sein weißer Peugeot hatte in Anlehnung an die französische Action-Komödie "Taxi" ein Marseiller Taxischild auf dem Dach. Filmfan Alex freute sich stundenlang darüber.

In Klaipeda angekommen, führte Kris die beiden Tramper noch an seinen Lieblingsort: Meereserauschen, Sonnenuntergang und frische Seeluft. Nur einen Schlafplatz konnte Kris leider nicht auftreiben. Wie Hunde sind die beiden durch die engen Gassen in Klaipedas Altstadt gestreunert: Hauptsache ein Dach über dem Kopf.