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Letten lieben Blumen

Dienstag, 19. Mai 2009

Sie duften, sehen schön aus und stehen bei den Letten hoch im Kurs: Blumen. Zu jedem Anlasse verschenken die Nordeuropäer Blumen. Doch es gibt Regeln, die jeder beachten sollte.

Anna arbeitet heute
tagsüber
Der Blumen-Knigge

"Sind sie für eine lettische Person?", fragt Anna, die Blumenverkäuferin, als sie die zwei Gerbera mit ein bißchen grün zusammenbindet. "Nein", antwortet Anka verwirrt, "für eine Deutsche. Aber warum möchten Sie das wissen?"

Anna lächelt und outet Anka sofort als unwissende Touristen. Zwei, vier, sechs oder acht Blumen verschenken Letten nur, wenn jemand gestorben sei. Eins, drei, fünf oder sieben Blumen verschenken die Nordeuropäer, wenn jemand Geburtstag hat. Oder wenn es etwas zu feiern gibt.

24 Stunden Flower-Shopping

Blumen haben in Riga Tradition - aber keiner kann beantworten woher die kommt. Vor 30 Jahren haben die ersten Händler angefangen Blumen zu verkuafen. "Bis dahin gab es keine Floristen in Riga", erklärt Anna. Sie hat einige Jahre in Irland gelebt und spricht fließend Englisch. Das ist rar auf dem Blumenmarkt hier im Zentrum Rigas. Die meistern Verkäuferinnen können nur lettisch oder russisch.

Seit 15 Jahren gebe es den Blumenmarkt gegenüber der russisch-orthodoxen Kirche nun schon. Das Besondere: Er hat 24 Stunden geöffnet. Die Verkäuferinnen arbeiten jeweils zwölf Stunden und wechseln sich mit den Tag- und Nachtschichten ab.