Autor Björn Kern im Interview
Das väterliche erotische Talent als Konfliktpunkt? Wie das zustande kommt, erklärt Björn Kern auf dem mephisto-Sofa.
Ist es spießig, sich eine Heimat zu wünschen? In seinem Roman „das erotische Talent meines Vaters“ schickt Björn Kern den 23-jährigen Philipp von Berlin zurück an den Bodensee zu seinem Vater. Sein altes Kinderzimmer findet er zugestellt vor, seinen Vater Jakob von Frauen verfolgt.
Jakobs titelgebende „Erotik der Lebenslustigkeit“, so Kern, prägt den Konflikt zwischen dem unkonventionellen Vater und seinem scheinbar so viel spießigeren Sohn. Aber Björn Kern macht klar: „Rebell und Spießer lassen sich nicht mehr klar unterscheiden“. So sieht er auch sich selbst als „sehr, sehr politischen Menschen. Aber nicht im 70er-Jahre-Klischee-Sinn!“
Ob Philipps Verhältnis zu seinem Vater typisch für seine und damit auch Kerns Generation ist, weiß der Autor gar nicht so genau – und sieht Generationentypiken auch nicht als seine Aufgabe an. Auf die Geschichte stieß er in individuellen Beobachtungen seiner Freunde und Bekannten, für die die Elterngeneration trotz ihrer Andersartigkeit doch ein Bezugspunkt bleibt, im Positiven oder im Negativen.
Björn Kern ist Ex-Student des Deutschen Literaturinstituts Leipzig. Das DLL-Studium hat er trotz der „ganz großartigen Dozenten“ jedoch nach nur einem Semester abgebrochen – aus Geldmangel ging er zurück in seinen vorherigen Studienort Tübingen, um dort weiter nebenher beim SWR arbeiten zu können. Mittlerweile muss er sich hoffentlich keine finanziellen Sorgen mehr machen – und freut sich momentan auf einen Stipendienaufenthalt in der Abgeschiedenheit der Casa Baldi in der Nähe Roms. (mdj)



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