München im Cineasten-Taumel: Filme, Fans und großes Kino
Grandiose und weniger grandiose Filme, dazu ein paar Stars der internationalen Szene zum Anfassen und natürlich Popcorn von mittags bis abends – kurz: Eine rundum cineastische Atmosphäre beherrscht die Straßen der bayrischen Hauptstadt in diesen Tagen. Die deutsche Filmindustrie sagt „Servus!“ zu allem, was mit Filmen zu tun hat und beweist somit abermals, dass Filme mehr als nur ein gutes Unterhaltungsmedium sind.

Draußen Sommer, drinnen Kino...
Bei sommerlichen Temperaturen um die 30 Grad im Kino sitzen? Momentan können sich die Münchener nichts Schöneres vorstellen und Schuld ist das Filmfest München 2011. Schon der Blick auf die Kategorien des Festivals verrät, dass Vielseitigkeit hier groß geschrieben wird: „Internationales Programm“, „Neue deutsche Kinofilme“, „Deutsche Fernsehfilme“, „Nouveau Cinéma Francaise“, „Visiones Latinas“, „Fokus Fernost“, „American Independents“, „Sverige“ – irgendetwas vergessen? Im Zentrum stehen allerdings auch drei Männer, die die Filmszene mit ihrem Stil und ihrem Talent geprägt haben: John Malkovich, Roy Andersson und Tom DiCillo.
Wem die beiden letzten Herren nun nichts sagen, muss sich nicht seines Fachwissens unsicher werden, denn die beiden stehen hauptsächlich hinter der Kamera. So sorgte Roy Andersson für die Etablierung der schwedischen Filmkunst und Tom DiCillo arbeitete beispielsweise schon mit Brad Pitt zusammen („Johnny Suede“). Und Malkovich? Nun, der sorgte mit seinem schauspielerischen Talent für so einige Kassenschlager wie etwa „Being John Malkovich“, „Klimt“ (gemeinsam mit Veronica Ferres) oder „Colour me Kubrick“.
Mehr als Filme
Und dann wären da noch die verschiedenen Veranstaltungen, die neben den Filmvorführungen das Filmfest zu einem vielseitigen Erlebnis machen. Im Open-Air-Kino werden abends Filme gezeigt, dazu trinkt man natürlich standesgemäß und typisch bayrisch ein Helles oder verzehrt eine frische Weißwurst, quasi als Genuss für alle Sinne. Neben diesem auf Unterhaltung fokussierten Veranstaltungsteil steht dennoch auch Ernstes auf dem Programm: So muss die Filmindustrie jährlich Millionen von Dollar oder Euro Verlust verkraften - und schuld sind neben den neuen Möglichkeiten des World Wide Webs auch die herben Einbußen an der Kino- und in der Regisseurskasse. Verschiedene Diskussionsrunden beschäftigen sich deswegen auch mit den Fragen, die man nur allzu gern totschweigen würde, die aber omnipräsent sind, wenn es um neue Filme und deren Finanzierung geht. Ist die Filmkunst eine brotlose Kunst? Wie können der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die Filmbranche in Zukunft partnerschaftlich miteinander umgehen? Und was bedeutet das alles eigentlich für Publikum und Forschung?
Halten wir also fest: Natürlich geht es dem Filmfest München 2011 um gute Filme. Aber auch die Personen, die für Emotionen, Lachen oder Tränen vor der Leinwand sorgen sowie die Branche im Allgemeinen erhalten mit dem deutschen Festival viele Möglichkeiten zur Präsentation oder auch zur Anregung. Filme, Fans und Potenzial für ganz großes Kino – und mephisto 97.6 ist mittendrin! Oder wie der Bayer sagen würde: „Mir san doabei!“


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