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Direkt - Aktuelles aus und für Leipzig Rainbowtours mal anders
Geschrieben von pmeis am 25.07.07 um 19:08:35


Die Stadt Leipzig hat schon mit vielen Attributen für sich geworben: als Sportstadt Leipzig, als Musikstadt oder als Stadt der friedlichen Revolution. Nun könnte eine neue Marketingstrategie hinzukommen: Leipzig soll gezielt homosexuelle Touristen anlocken – der Ansicht waren zumindest die Teilnehmer des Tourismusfrühstücks des Leipzig Tourist Service heute morgen in der Moritzbastei. Wolfgang Lenders hat sich umgesehen.

Der Beitrag zum Anhören



Mit Besuchern aus der homosexuellen Szene lässt sich Geld verdienen – das haben viele Städte in Deutschland erkannt; die bekanntesten Reiseziele von Schwulen und Lesben sind Köln und Berlin; Städte mit einem üppigen Angebot an Bars und Clubs für diese Szene.Auch nach Leipzig kommen viele Schwule und Lesben; zumindest für die Männer gibt es spezielle Treffpunkte in der Stadt. Dazu gehören auch die Stargayte Clubsauna, die Cocksbar und die G-Garage; um auf das Angebot aufmerksam zu machen inseriert der Betreiber Mario Scarabello in Szene-Zeitschriften und speziellen Reiseführern. Die Stadt tue allerdings nichts dafür, dass mehr Besucher aus der Szene nach Leipzig kämen, sagt er.

"Also wir machen in Leipzig seit elf Jahren Gay-Gastronomie. Leipzig hat durchaus ein attraktives Angebot, aber wir bekommen eben keinerlei Werbe-Unterstützung oder Marketing-Unterstützung der Stadt Leipzig, weil Leipzig einfach die Schwulen und Lesben noch nicht als Zielgruppe erkannt hat, auch nicht für den Wirtschaftsstandort."

Immerhin gibt es im Leipziger Rathaus eine Beauftragte für gleichgeschlechtliche Lebensweise, Kathrin Darlatt. Sie setzt sich dafür ein, dass die Stadt ein besseres Informationsangebot für ihre schwulen und lesbischen Besucher erstellt. Dabei bekomme sie allerdings wenig Unterstützung, sagt sie.

"Es sind immer andere Probleme wichtiger zu lösen, und das erlebe ich schon seit 17 Jahren, seitdem ich diese Stelle inne habe, dass das positive Potential von Schwulen und Lesben für diese Stadt Leipzig nicht gesehen wird."

Einer der Höhepunkte des schwul-lesbischen Lebens in Leipzig ist der Christopher-Street-Day, der hier keine eintägige Veranstaltung ist, sondern eine Veranstaltungsreihe; einige tausend Besucher kamen deshalb in der vergangenen Woche in die Stadt. Viele der Besucher kamen aber nicht nur wegen der Veranstaltungen des Christopher-Street-Day nach Leipzig. Sie seien auch von den Sehenswürdigkeiten und der Kultur angelockt worden, sagt Organisator Dirk Bockelmann.

"Viele Schwule sind sehr kulturinteressiert, und da hat Leipzig wirklich sehr, sehr viel zu bieten, und wenn es zeigt, dass also auch bei den Kulturveranstaltungen die Stadt offen ist, dass da Lesben und Schwule willkommen sind, wovon ich ausgehe, dann denk ich mir könnten dort auch noch mehr lesbische und schwule Gäste nach Leipzig gelockt werden."


Die schwulen und lesbischen Besucher gehen regelmäßig bei den Stadtführungen der Leipzig Erleben GmbH mit. Gästeführer Thorsten Plate hat schon darüber nachgedacht, eine spezielle Führung für diese Zielgruppe anzubieten. Bislang gebe es so etwas noch nicht, sagt er.

"Für mich stellt sich immer die Frage, ob man wirklich jetzt ein dezidiert schwul-lesbisches Angebot machen soll, also schwules Leben in Leipzig historisch oder aktuell, also nen Rundgang oder ne Rundfahrt. Ich weiß gar nicht, ich kann auch überhaupt nicht einschätzen, ob das etwas wäre, was in der Zielgruppe überhaupt ankommt."

Viel wichtiger als eine spezielle Stadtführung wäre den meisten Schwulen und Lesben, die nach Leipzig kommen, eine Informationsbroschüre über Ausgeh-Angebote und Unterkünfte. In anderen Städten gibt es so etwas schon seit Jahren; vielleicht ja bald auch hier in Leipzig.

 





 
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